Bruchköbel

Lebensretterinnen sind nach Heldentat gefragt

Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach empfing die drei Retterinnen und die Ehefrau des Busfahrers (ganz links) am Donnerstagabend im Bruchköbeler Rathaus. Foto: PM

Bruchköbel. Zig Termine haben Chiara Scardamaglia, Laura Celina Bauer und Vivien Kleiner in den vergangenen drei Tagen absolvieren müssen. Und dabei mussten die drei immer wieder erzählen, wie sie einem Busfahrer vermutlich das Leben gerettet und wahrscheinlich auch viele Passagiere im Bus vor Schlimmerem bewahrt hatten.

Von Holger Weber

Busfahrer Stefan Wolf hatte am Steuer des Linienbusses bekanntlich einen Herzinfarkt erlitten. Daraufhin hatten die 15 und 16 Jahre alten Mädchen geistesgegenwärtig reagiert, sofort den Notarzt verständigt und Wolf dabei geholfen, den Bus am Kirleweg in Bruchköbel sicher zum Stehen zu bringen.

Am Donnerstag mussten die drei Mädchen dann die gleiche Strecke vom Montag noch einmal im Bus zurücklegen. Denn der Fernsehsender RTL hatte die Fahrt für sein Frühstücksprogramm am Freitagmorgen noch einmal nachgestellt. Teil des Beitrags war auch ein Besuch im Krankenhaus bei Stefan Wolf. Dort fielen sich Retterinnen und Geretteter in die Arme. Der Busfahrer versprach den drei Mädchen vor laufender Kamera einen ausgedehnten gemeinsamen Ausflug im Sommer – natürlich auf seine Kosten. Das freute die Mädchen natürlich, doch ihr sehnlichster Wunsch sei es, dass der Stefan so schnell wie möglich wieder hinters Steuer seines Busses zurückkehren möge. Auch der Hessische Rundfunk berichtete über die Rettungstat der Mädchen ausführlich.

Die Leser sind begeistertEin riesiges Interesse fand die Geschichte auch in der Leserschaft des HANAUER ANZEIGER. Das Video, das der HA kurz nach Bekanntwerden der Heldentat ins Netz gestellt hatte, wurde fast 19 000 Mal aufgerufen. Hunderte beglückwünschten die drei Bruchköbelerinnen zu ihrem Mut und ihrer Geistesgegenwart auf der Facebookseite des HA.

Zu den Ersten, die sich bei den Mädels für ihren Einsatz über die sozialen Netzwerke bedankten, gehörte auch Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach. Am Donnerstag begrüßte der Stadtobere die drei Bürgerinnen der Stadt und zudem Nicole Wolf, die Frau des Busfahrers, im Rathaus. Maibach lobte das beherzte und konsequente Handeln der Mädchen und überreichte ihnen Blumen und ein kleines Geschenk. In der heutigen Zeit sei dies nicht selbstverständlich, meinte Maibach, da man an der gleichgültigen Reaktion anderer Fahrgäste sehen könne, dass nicht jeder in einer solchen Situation über genügend Weitsicht und Mut verfüge.

Für die Mädchen war die Reaktion auf ihren Einsatz schlichtweg überwältigend. „Wir haben zwar damit gerechnet, dass wir damit in den Medien sein werden. Aber dass unser Tun, das für uns selbstverständlich war, so hohe Wellen schlägt, damit haben wir nicht gerechnet“, meinte Chiara Scardamaglia überrascht.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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