Feuerwehrleute berichten von ihrem Einsatz in Griechenland

Bruchköbeler schützen antikes Olympia

Sie stehen zusammen: Von ihren Feuerwehrkameraden wurden die sechs Brandschützer am Mittwochabend am Feuer-wehrgerätehaus an der Hammersbacher Straße herzlich in Empfang genommen.
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Sie stehen zusammen: Von ihren Feuerwehrkameraden wurden die sechs Brandschützer am Mittwochabend am Feuer-wehrgerätehaus an der Hammersbacher Straße herzlich in Empfang genommen.

Bruchköbel – Eine warme Dusche und ein Bett: Nach mehr verlangten die Einsatzkräfte der Bruchköbeler Feuerwehr am Mittwochabend nicht mehr. Das Sextett, das vor eineinhalb Wochen als Teil eines Hilfskonvoys der hessischen Landesregierung zur Waldbrandbekämpfung in Richtung Griechenland aufgebrochen war, ist gesund, aber auch von den Strapazen gezeichnet heimgekehrt.

„Wir sind voll von neuen Eindrücken, Erfahrungen und wir sind überzeugt, an einem wichtigen Einsatz teilgenommen zu haben“, bilanzierte Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt nach der Ankunft am Gerätehaus an der Hammersbacher Straße. Dort wurde Schmidt, Simone Kuprian, Alexander Pfeil, Niklas Lind, Marcel Steckel und Felix Neumann von ihren Kameraden und von Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun ein herzlicher Empfang bereitet.

2900 Kilometer zurückgelegt

Zwar dauerte die An- und Abreise der mit rund 1400 Kilometern weitesten Einsatzfahrt in der Geschichte der Bruchköbeler Wehr länger als der tatsächliche Einsatz. Doch da die Halbinsel Peleponnes von den verheerenden Bränden besonders betrofffen war, hatten es die drei Tage, die die Bruchköbeler mit ihrem 29 Jahre alten Tanklöschfahrzeug gegen die Flammen kämpften, durchaus in sich.

Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt hatte nicht nur das Bruchköbeler Team, sondern vor Ort zeitweise auch einen 23 Mann starke Gruppe als Zugführer angeführt. Unter anderem war das Team an den historischen Städten von Olympia im Einsatz, wo eine rund 8000 Quadratmeter große Waldfläche gelöscht werden musste. „Wir können mit Stolz behaupten, dass wir dazu beigetragen haben, diesen Ort zu retten“, so Schmidt.

Extreme Bedingungen vor Ort

Temperaturen von weit über 30 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie starker Brandgeruch sorgten bei dem Einsatz für extreme Bedingungen. Auch mussten die Bruchköbeler feststellen, das Wasser in den Berghängen der Mittelmeerregion kein überall leicht zugängliches Gut ist. „Wir haben gelernt, uns mit anderen und neuen Techniken zu behelfen“, sagte Schmidt. Unter anderem wurden Schneisen gezogen, um eine Verbreitung des Feuers zu verhindern.

Den Bruchköbelern wurde schon kurz nach ihrer Ankunft mit der Fähre aus Ancona deutlich, was sie an ihrem Einsatzort erwarten würde. „Die Berghänge waren schwarz, ein Bild, das man so schnell nicht mehr vergessen wird“, so Schmidt. Der hessische Konvoi bezog in der höher gelegenen der Ortschaft Lala im Landesinneren der Halbinsel Quartier, von wo aus sie das Umland im Blick hatten und noch verblieben Glutnester ausfindig machen konnten.

Herzlichkeit und Dankbarkeit

Sichtlich berührt hat das Sextett die Herzlichkeit und Dankbarkeit, die den hessischen Feuerwehrleuten auf dem Weg in den Süden und vor allem in Griechenland entgegenschlug. Schon beim Tankstopp in Augsburg waren die Helfer von den örtlichen Einsatzkräften enthusiastisch empfangen worden. Am Einsatzort wurden die Feuerwehrleute, die sich in ihrem Zeltcamp selbst verorgen mussten, von den Einheimischen auch mit regionalen Speisen beglückt. „Wir haben von den Menschen in Griechenland eine Wertschätzung erfahren, die uns hier im Feuerwehralltag leider nicht immer entgegengebracht wird“, sagte Schmidt.

Bürgermeisterin Sylvia Braun dankte ihren Einsatzkräften für das Engagement und sprach ihnen noch am Abend eine Einladung für ein gemeinsames Essen aus: Beim Griechen in Bruchköbel. Wo sonst? (Holger Weber)

Es gab viel zu erzählen: Simone Kuprian (links) und Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt erstatten Bürgermeisterin Sylvia Braun ausführlich Bericht.

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