Neue Hülle für die Feuerwehr

Neue Kleidung soll Einsatzkräfte in Bruchköbel gegen Kleinstpartikel schützen

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Mehr Sicherheit für die Feuerwehr: Bürgermeisterin Sylvia Braun übergibt symbolisch einen Bekleidungssatz der neuen Bekleidung an den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt.

Bruchköbel geht beim Schutz seiner Feuerwehrmänner neue Wege. Die Stadt hat jetzt 59 Garnituren spezieller Schutzkleidung angeschafft, die die Einsatzkräfte bei einem Brand besser gegen Kleinstpartikel schützen sollen. Letztere stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Mit der neuen Kleidung befinden sich die Bruchköbeler laut Projektleiter Benjamin Thoran hessenweit in einer Pionierrolle. Bisher greife nur die Berufsfeuerwehr in Kassel auf die spezielle Kleidung zurück. In die Ausstattung hat die Stadt Bruchköbel rund 62 000 Euro investiert. Im Brandrauch befinden sich laut Thoran neben etlichen toxischen Gasen kleinste Partikel, die vom Körper über die Haut aufgenommen werden. In der neuen Kleidung seien in Jacke und Hose spezielle Gummizüge eingearbeitet, die die Kleidungsstücke luftdicht abschlössen. „Somit wird verhindert, dass die Partikel an den Körper geraten“, erläutert Thoran. 

Die Schutzkleidung solle nur von den Einsatzkräften getragen werden, die im Brandfall mit Atemschutzgeräten in vorderster Linie stehen. Das Krebsrisiko bei Feuerwehrleuten liege im Ver- gleich zum gesellschaftlichen Durchschnitt etwa um 30 Prozent höher. Dies belegten weltweite Studien ganz deutlich, so Thoran. Das Thema „Feuerkrebs“ stehe in der Feuerwehrwelt noch ziemlich am Anfang. „Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten aber, dass dieses Thema viel zu lange übersehen wurde“, fügt der Bruchköbeler Feuerwehrmann hinzu. „Die Investition ist nicht unerheblich, aber wer seine Haut für uns zu Markte trägt, den müssen wir auch vor derartigen Gefahren entsprechend schützen“, sagte Bürgermeisterin Sylvia Braun jetzt bei der Übergabe des Materials an den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt.

Rein äußerlich hat sich an der Kleidung nicht viel geändert

 Auch der Magistrat stehe geschlossen hinter den Bemühungen der Feuerwehr, den Gesundheitsschutz für die Einsatzkräfte zu verbessern. Mit der neuen Einsatzbekleidung sei es aber nicht getan, so Thoran. „Der Schutz wäre nutzlos, wenn ich mich nach dem Einsatz mit den verschmutzten Klamotten ins Fahrzeug setze und die ganzen Schadstoffe wieder einatme“, erklärt er. Aus diesem Grund haben die Mitglieder der Projektgruppe bereits umfangreiche Maßnahmen zur Hygiene nach dem Einsatz vorbereitet. Die aktuellen Beschränkungen durch das Coronavirus hätten dieses Projekt jedoch bisher ausgebremst. „Wir sind aber zuversichtlich, in Kürze alle Bausteine zusammenzuhaben“, hofft Thoran. 

Rein äußerlich hat sich nicht viel geändert: Die Schutzkleidung der Bruchköbeler Feuerwehr ist weiterhin dunkelblau, die Reflexstreifen leuchten immer noch in Gelb und Silber, aber in ihrer Funktion sei die neue Schutzkleidung der Feuerwehr in Bruchköbel wesentlich besser. Seit Anfang Mai verfügen die ausgebildeten Atemschutzgeräteträger über die neue Bekleidung. Die Verteilung der neuen Flammschutzbekleidung an die Einsatzkräfte werde in den kommenden Tagen vorgenommen, teilte die Stadt mit. Schon 2018 habe die Feuerwehr in Bruchköbel in einer Umfrage ermittelt, „was den Einsatzkräften wichtig ist und was die neue Generation können muss“, so Thoran. Nach vielen Gesprächen mit Herstellern sei dann 2019 ein Trageversuch unterschiedlicher Modelle erfolgt. Dabei habe sich das angeschaffte Modell als das beste erwiesen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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