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Neuer Anlauf für Butterstadt

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Von: Holger Weber-Stoppacher

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Ein Blick auf das beschauliche Butterstadt: Die Einwohnerzahl wird sich nicht ganz verdoppeln. Luftbild: Axel Häsler
Ein Blick auf das beschauliche Butterstadt: Die Einwohnerzahl wird sich nicht ganz verdoppeln. Luftbild: Axel Häsler © -

Bruchköbel – Die Entwicklung von Butterstadt, Bruchköbels kleinstem Stadtteil, ist eine zähe Angelegenheit. In der Stadtverordnetensitzung in Bruchköbel ist die dritte Version des vorhabenbezogenen Bebauungsplans vorgestellt und jetzt in den Bauausschuss verwiesen worden, nachdem das Parlament schon im Jahr 2014 beschlossen hatte, dass die Ortschaft um zwei kleine Wohngebiete im Ortskern wachsen soll.

Die wesentlichen Änderungen im neuesten Entwurf: Die Baugebiete werden insgesamt kleiner. Zudem sollen sie an ein Holzhackschnitzel-Heizwerk angeschlossen werden, das am Dorfrand Richtung Himmelsschaukel gebaut werden soll.

Die Dorfentwicklung in Butterstadt verfolgte von Beginn an zwei Ziele: Zum einen wollten die Parlamentarier mit ihrem ursprünglichen Beschluss dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Odenwäller, mit mehr als 120 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Bruchköbel, die Möglichkeit geben, sich weiter zu entwickeln. Und zum anderen sollte mit der Aussiedlung des Betriebs der Ortskern entlastet werden. Zwar hat Odenwäller bereits einen Teil seines Unternehmens auf eine zehn Hektar große Fläche an der Gemarkungsgrenze zu Hammersbach verlegt, dennoch befindet sich nach wie vor ein beachtlicher Teil der Firma im Ortszentrum, das durch die vielen Fahrzeugbewegungen, darunter auch viele Lkw, belastet wird.

Dorfcharakter soll erhalten bleiben

Von den beiden Neubaugebieten erhofft sich nicht zuletzt Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP), dass der Dorfcharakter gestärkt wird, wie sie jetzt in einer Mitteilung der Verwaltung betonte. Das Ziel bleibe, „Butterstadt zu einem Wohngebiet mit dörflichem Charakter sanft weiterzuentwickeln und dabei den besonderen Charme von Bruchköbels kleinstem Ortsteil in naturnaher Lage zu bewahren und den gebührenden Stellenwert zu geben“.

Die zweite Überarbeitung des Bebauungsplans wurde im vergangenen Jahr notwendig, weil einer von drei Eigentümern abgesprungen war, auf deren Flächen die neuen Baugebiete entstehen sollen. Somit musste auch die Erschließung des größeren Baugebiets Ost neu geplant werden. Das Gebiet ist im neuen Entwurf nun kleiner und für weniger Menschen konzipiert worden. War bisher davon ausgegangen worden, dass sich Butterstadt von etwa 200 auf rund 400 Einwohner verdoppeln werde, wächst die Zahl der Einwohner dem neuen Entwurf zufolge nur noch um rund 170 Personen.

Zielvorgabe hat sich nicht geändert

An der Zielvorgabe habe sich im aktuellen Entwurf nichts geändert, sagt Braun. Die überarbeiteten Bebauungskonzepte für die beiden Baugebiete Butterstadt Ost und West werden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden vorgestellt, sobald die Stadtverordnetenversammlung dies beschlossen hat. Ausführlich werden die Pläne vorher im Bauausschuss beraten werden. Es gilt als so gut wie sicher, dass die Beschlussvorlage heute Abend von den Parlamentariern zur Beratung in den Bauausschuss verwiesen wird, der das nächste Mal am 8. Februar tagen wird.

Neu in der veränderten Planung ist eine Holzhackschnitzelheizung zur Fernwärmeversorgung. Sie sei einbezogen worden, um im Sinne der Nachhaltigkeit die künftigen Gebäude mit Wärme zu versorgen, so Braun in ihrer Mitteilung.

Entscheidung liegt im Parlament

Bis die neuen Häuser in dem Ortsteil stehen, kann es jedoch noch lange dauern. Eigentlich fange man jetzt fast wieder bei null an, so die Bürgermeisterin. „Wir haben einen weiten Weg vor uns, aber der Anfang ist gemacht“, strahlt sie trotz Neubeginn Zuversicht aus. Den weiteren Weg skizziert sie so: „Wenn alle Anregungen und Hinweise zur derzeitigen Planung vorliegen, werden die Gutachten und Planungen aktualisiert und erneut vorgelegt. Natürlich erfolgt dabei auch eine enge und umfassende Information für die Butterstädter Bürgerinnen und Bürger. Zeitgleich wird das Bebauungskonzept der Aussiedlung des im Ort ansässigen Garten- und Landschaftsbaubetriebes konkretisiert und ein städtebaulicher Vertrag ausgearbeitet. Die abschließende Entscheidung der Planwerke und des zugehörigen Vertrags obliegt der Stadtverordnetenversammlung.“ (Von Holger Weber)

Durch die beiden Neubaugebiete wächst der Stadtteil um etwa 170 Einwohner. Hier sieht man die Ortschaft von oben.
Butterstadt von oben. Durch die beiden Neubaugebiete wächst der Stadtteil um etwa 170 Einwohner © -Axel Häsler

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