Wohltätigkeit

Radeln für den guten Zweck: Zwei Frauen wollen Spenden für LaLeLu sammeln

Yvonne Schönherr (links) und Josephine Callas  mit ihren Fahrrädern
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Yvonne Schönherr (links) und Josephine Callas wollen in fünf Tagen von Hanau nach Bremen radeln und dabei Spenden für den Verein LaLeLu sammeln. Ellen Sauer vom LaLeLu-Vorstand freut sich über diese dringend benötigte Unterstützung in der Corona-Krise.

Um Geld für den Verein LaLeLu zu sammeln, der sich für unheilbar kranke und behinderte Kinder und ihre Angehörigen einsetzt, wollen zwei Frauen über 450 Kilometer radeln.

Bruchköbel – Yvonne Schönherr fährt gerne Fahrrad. Mit ihrer Freundin Heike Heil ist sie viel und gerne im Main-Kinzig-Kreis auf zwei Rädern unterwegs. Heil ist ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins LaLeLu, der sich für unheilbar kranke und behinderte Kinder und ihre Angehörigen einsetzt. Und weil Yvonne Schönherr daher aus erster Hand erfährt, welche Probleme den Verein in der Corona-Krise beschäftigen, wollte sie kurzerhand helfen. „Es war eine spontane Idee, die beim Radfahren entstanden ist“, erzählt Schönherr bei einem Treffen im Garten von Heike Heil.

Die Idee: Yvonne Schönherr fährt auf der Deutschen Märchenstraße von Hanau nach Bremen und sammelt pro gefahrenen Kilometer Spenden. Die einfache Strecke beträgt 456 Kilometer. Schönherr, die in Nidderau wohnt: „Eine Märchenfahrt für LaLeLu.“ Als die 54-Jährige das ihrer Nichte Josephine Callas erzählte, ist die junge Frau aus Bruchköbel gleich Feuer und Flamme: „Da komme ich mit!“ soll die 28-Jährige gerufen haben.

Ungefähr 100 Kilometer sollen pro Tag für den guten Zweck geradelt werden

Mittlerweile haben die zwei sich einheitlich mit türkisfarbenen Radler-Shirts ausgestattet. „Da kommt noch das Logo von LaLeLu drauf“, sagt Schönherr. Auch die Streckenplanung steht. „Wir wollen auf unseren E-Bikes jeden Tag circa 100 Kilometer fahren, die Stopps stehen grob fest“, so Josephine „Josy“ Callas. Die Bruchköbelerin hat Tourismus-Management studiert und zuletzt auf der Aida als Reiseleiterin gearbeitet. „Ich wollte praktische Erfahrungen sammeln und etwas von der Welt sehen“, erzählt sie. So war sie schon in der Karibik oder am Nordkap. Und jetzt also die Deutsche Märchenstraße. Aber auch da ist die Tourismus-Fachfrau voller Ideen. So will sie Instagram-Storys von der Tour machen, mit Fakten und Daten zu ihrem Aufenthaltsort. „Und lustigen, unterhaltsamen Geschichten zur Märchenstraße.“ Am meisten Respekt haben die beiden vor den Anstiegen in den Kasseler Bergen, aber die Freude auf die gemeinsame Zeit überwiegt natürlich.

Ihr Ziel ist es, 5000 Euro an Spenden zu sammeln. „Wenn wir die 5000-Euro-Grenze knacken, dann fahren wir auch den Rückweg mit dem Rad“, sagt Yvonnen Schönherr. Sie wird demnächst Oma, arbeitet selbst in der Behindertenhilfe und will mit ihrer Aktion „etwas Gutes zurückgeben“. Das ist aktuell für den Verein LaLeLu wichtig, wie Ellen Sauer von Vorstand betont: „Wegen Corona haben wir viel weniger Spendenaufkommen als sonst.“ Firmen- oder Großspenden seien seit März komplett ausgefallen, ergänzt Heike Heil. Der gemeinnützige Verein, dessen Haupteinnahmequelle Spenden sind, konnte keine Infostände machen oder sich wie sonst üblich auf Festen präsentieren. „Wir leben aktuell von unseren Rücklagen, deshalb ist diese Spendensammel-Aktion so wichtig und berührt uns sehr“, meint Sauer.

186 Mitglieder hat der Verein LaLeLu zurzeit

Für die Familien, die Trauerbegleitung oder Sozialberatung von LaLeLu in Anspruch nehmen, entstehen keine Kosten.

Aktuell hat der Verein insgesamt 186 Mitglieder und betreut 50 betroffene Familien. Unter Corona hat sich die Situation der Betroffenen verschärft. Heike Heil erzählt von einem autistischen Mädchen. „Diese Kinder brauchen viel Struktur.“ Weil die Schule wegen Corona geschlossen wurde, ist diese Struktur für dieses Mädchen von einem Tag auf den anderen weggebrochen. „Das Mädchen kann nicht sprechen, irgendwann fing es in der Zeit des Corona-Shutdowns zuhause an zu schreien“, erzählt Heil. Die Gesellschaft wisse nicht, wie das Leben in der Corona-Krise für diese Betroffenen aussehe, sagt Yvonne Schönherr. „Auch darauf wollen wir mit unserer Märchenfahrt aufmerksam machen.“

Am Sonntag, 9. August starten Schönherr und Callas mit ihren Rädern. Am 13. August werden sie in Bremen ankommen. Bis dahin wollen die zwei noch fleißig trainieren und Spender gewinnen. Und freuen sich auf die gemeinsame Zeit und die Landschaft, die sie auf ihrer Fahrt erleben werden.

Spendenkonto

Spenden für die Radtour von Yvonne Schönherr und Josephine Callas bitte unter dem Kennwort „Märchenfahrt“ an das LaLeLu-Konto IBAN: DE 325019 0000 6201 772930, BIC: FFVBDEFF, Frankfurter Volksbank

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