Solidarität mit den Enkeln

Regionale Gruppe „Omas for Future“ hat sich in Bruchköbel gegründet

Aktive Omas, die sich für die Zukunft ihrer Enkel einsetzen: Doris Butz, Helga Hofmann-Schmidt, Uta Mathea, Barbara Schulze-Frerichs und Janet Lorchheim (von links).
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Aktive Omas, die sich für die Zukunft ihrer Enkel einsetzen: Doris Butz, Helga Hofmann-Schmidt, Uta Mathea, Barbara Schulze-Frerichs und Janet Lorchheim (von links).

Nach Fulda und Nidda ist nun auch in Bruchköbel ebenfalls eine hessische Ortsgruppe der „Omas for Future“ entstanden. Gemeinsam mit Groß-Umstadt, Gießen und Eschwege gehört die Kommune damit zu den Vorreitern der bundesweiten Bewegung.

Bruchköbel/Region - Und niemand ist über diesen ersten Erfolg glücklicher als die Bruchköbelerin Helga Hofmann-Schmidt, die diese Gründung mit großem Enthusiasmus erst ins Rollen gebracht hat. Vor einigen Monaten bereits hatte die Seniorin bei Freunden und Bekannten dafür geworben, sich aktiv für die Ziele der Initiative „Omas for Future“ einzusetzen. Leider damals ohne Erfolg, wie sie im Juni dem HANAUER ANZEIGER in einem Gespräch berichtete. Doch infolge dieses Artikels meldeten sich vier interessierte Frauen aus den umliegenden Orten bei ihr – und jetzt kann die Ortsgruppe Bruchköbel loslegen.

Alle Frauen gehören zur Generation der über 50-jährigen. Sie vereint das Anliegen, sich gemeinsam für einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und für die Umwelt einzusetzen.

„Eine saubere und lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder ist enorm wichtig, und es ist gar nicht so schwer, auf die eine oder andere Weise einen eigenen Beitrag dazu zu leisten“, sagt Gründerin Hofmann-Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit praktischen Tipps sollen Menschen angeregt werden, ihr Alltagsverhalten zu ändern. Ein Anfang könne beim Kauf regionaler Produkte gemacht werden, beim Reduzieren von Fleischkonsum oder indem jeder versuche, öfter das Fahrrad nutzten. Auf welchen Wegen sie Menschen zu einem nachhaltigen Alltag und Konsum mitnehmen können, darüber beraten sich die Frauen zurzeit noch.

„Noch bringen wir unsere Gedanken in Gang“, sagen sie. „Wir geben Informationen in die Gruppe und tauschen uns aus. Wir freuen uns weiterhin über Zulauf, auch Männer sind herzlich willkommen.“

Parteipolitisch unabhängig

Die Diskussionen sind rege, denn Doris Butz, Uta Mathea, Barbara Schulze-Frerichs, Janet Lorchheim und Helga Hofmann-Schmidt kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und bringen dementsprechend vielfältige Perspektiven in das Engagement der Gruppe ein.

Das Anliegen der bundesweiten Initiative „Omas for Future“ spricht Doris Butz aus dem Herzen. Sie freut sich darauf, nicht mehr alleine „auf dem Opernplatz zu stehen“. Auch Uta Mathea beschäftigen Themen wie Müllvermeidung, Ernährung und nachhaltige Lebensweise schon länger. Darüber reden reiche nicht, wer möchte, dass sich etwas ändere, der müsse auch etwas machen. „Ich habe nicht lange überlegt“, sagt Mathea zu ihrem Entschluss, sich bei „Omas for Future“ zu engagieren.

Barbara Schulze-Frechrich sind bereits die Kampagnen „Students for Future“ und „Churches for Futures“ ein Begriff. Und so war es für sie keine Frage, sich der Bruchköbeler Gruppe anzuschließen. Bei den bislang unregelmäßigen Treffen liegt jede Menge Info-Material auf dem Tisch. Es geht um die nächsten konkreten Schritte. Zwei Ebenen will die Gruppe bespielen: das private Umfeld und die Öffentlichkeit bis zur Kommunalpolitik.

Auf dem Marktplatz ins Gespräch kommen

Parteipolitisch ist die Gruppe unabhängig, ihre Ansprechpartner könnten der Seniorenbeirat, die Ortsbeiräte oder die Bürgerhilfe sein. Auch gemeinsame Ausflüge zu Unternehmen, die sich einem nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet fühlen, liegen nahe. Konkret ins Auge gefasst wird bereits eine Fahrt nach Berlin im September, zu der die Initiative unter dem Motto „Handeln aus Liebe zum Leben“ die „Omas for Future“ bundesweit aufruft. Unterstützt werden Regional- und Ortsgruppen vom Trägerverein mit Sitz in Leipzig, der bundesweite Aktionen plant und koordiniert und Info- und Werbematerial zur Verfügung stellt. Für die Ortsgruppe ist sogar eine eigene Website im Aufbau.

In Bruchköbel waren die „Omas“ am vergangenen Freitag auf dem Marktplatz mit einem Stand vertreten. Ein erster Termin für diesen Stand vor einigen Wochen musst noch wegen Regen abgesagt werden. Sie haben bunte Klimabänder für Klimawünsche im Gepäck gehabt, die bemalt werden konnten und freuten sich über zahlreiche anregende Gespräche – das Wetter hatte dieses Mal mitgespielt. (Von Ulrike Pongratz)

Weitere Infos

Auf der Internetseite www.lebenimeinklangmit dernatur.de und per E-Mail an bruchkoebel@omasforfuture.de (ohne Bindestrich)

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