Obstbäume brauchen Pflege

Stadt Bruchköbel sucht Pächter für Streuobstwiesenflächen

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Auf den Streuobstwiesenflächen der Stadt Bruchköbel stehen vor allem viele alte Obstsorten. Rebekka Lederer vom Umweltamt sucht aktuell für einige Flächen neue Pächter, die sich um Rheinische Schafsnase, Gellerts Butterbirne oder den Brettacher Gewürzapfel kümmern.

Über 20 Streuobstwiesen gibt es in Bruchköbel, auf alle Ortsteile verteilt. Mal kleiner mit nur vier, mal größer mit bis zu 100 Bäumen. „Insgesamt“, sagt Rebekka Lederer beim Ortstermin auf einer Wiese unter einem ‧Walnussbaum, „sind es über 1000 Bäume.“

Die meisten der Flächen sind verpachtet, für einige sucht die Stadt jedoch aktuell neue Pächter. Seit Mitte der 1980er-Jahre wurden auf städtischen Grundstücken Obstbäume als Hochzeitsbäume gepflanzt, so entstanden die heutigen Streuobstwiesen, erzählt Lederer beim Gang über die Streuobstwiese zwischen Landwehr und dem Ortsrand der Kernstadt. 

In zwei Reihen stehen knapp 50 Bäume inmitten landwirtschaftlicher Flächen. Ein Traktor fährt auf dem nahe gelegenen Weg vorbei, Spaziergängerinnen und Jogger genießen die morgendliche frische Luft. „Man hat damals bewusst im Siedlungsbereich mit diesen Pflanzungen begonnen, um den Naherholungsbereich für die Bevölkerung zu erweitern, aber auch Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu bieten“, erläutert Lederer. 

Eine Vielzahl alter Apfelsorten

Studien würden beweisen, dass gerade Streuobstwiesen eine „hohe Biodiversität“ vorweisen würden, so Lederer, und für bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten würden. Steinkäuze, Fledermäuse und Schleiereulen bevorzugen diesen Lebensraum. „Aber auch die Landwirtschaft profitiert von den Streuobstwiesen“, betont Lederer und weist auf die Bienen hin, die von den Blüten angezogen werden. Gepflanzt wurden in Bruchköbel auch viele alte Obstsorten. 

Als Äpfel sind das die Sorten Geheimrat Dr. Oldenburg, Brettacher Gewürzapfel, Landsberger Renette, Jakob Fischer, Goldparmäne, Ingrid Marie, Gravensteiner, Hechelheimer Schneeapfel, Cox Orange Renette, Kaiser Wilhelm, Rheinische Schafsnase, Klarapfel und Schöner von Nordhausen. Die Birnen haben so klangvolle Namen wie Köstliche von Charneu, Gellerts Butterbirne oder Clapps Liebling. Auch Büttners Rote Knorpelkirsche und Schneiders Späte Knorpelkirsche finden sich auf den Wiesen ebenso wie die Zwetschge Casaks Schöne, die Reneklode Graf Althaus Reneklode oder die Nancy Mirabelle. 

Die meiste Arbeit falle im Frühjahr an

Diese Affinität zu alten Sorten kommt durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Baumschule Köhler. Lederer: „Von der Firma Köhler kamen die Bäume für die Pflanzungen.“ Obstbäume werden zwischen 60 und 80 Jahre alt. Allerdings brauchen sie dafür auch entsprechende Pflege. Je nach Wuchsform werden die Obstbäume verschieden alt. Vor allem der Schnitt ist dabei ein wichtiges Kriterium. Früher übernahm der Obst- und Gartenbauverein Niederissigheim/Roßdorf den fachlichen Obstbaumschnitt. Auf Grund der vielen Streuobstflächen konnte der Verein jedoch den Umfang nicht mehr stemmen, sodass zuerst zwei und seit Neuestem vier ausgebildete Obstbaum-Fachwarte des städtischen Bauhofes diese Arbeiten fort‧führen.

 Zuletzt haben die Bauhof-Gärtnerinnen Gabriele Schmidt und Yvonne Elsässer die Ausbildung zum Obstbaum-Fachwart absolviert. Sie unterstützen die Pächter der Wiesen bei der Pflege. Die meiste Arbeit würde im Frühjahr anfallen, meint Lederer. Wichtig sei neben dem Schnitt auch das regelmäßige Mähen der Wiese, damit sich keine Krautschicht bilden würde, erklärt Lederer. Zwei Mal jährlich würde ausreichen. Darum wäre es hilfreich, wenn an einer Pacht interessierte Bürger einen Aufsitz-Rasenmäher haben würden.

Kontakt
Wer an einer Pacht einer Streuobstwiesenfläche interessiert ist, soll sich laut Stadtverwaltung bitte unter der Rufnummer 0 61 81/ 97 52 89 bei Rebekka Lederer melden.

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