Bruchköbel

Stadtverordnete diskutieren über Ausgleich für Einheitseiche

Eine Allee auf der Einfallssraße zum Stadtzentrum. Schön wäre ein solcher Anblick. Aber nach Meinung von Hessen Mobil und Bürgermeister Günter Maibach nicht umsetzbar. Foto: PM

Bruchköbel. Nach der Fällung der Eiche, die zum Anlass der deutschen Einheit vor nunmehr 28 Jahren in unmittelbarer Nähe des Rathauses in Bruchköbel gepflanzt worden war, wollen Bruchköbels Stadtverordnete einen Ausgleich schaffen. Unklar ist jedoch noch in welcher Form, darüber wird im neuen Jahr diskutiert.

Die Fällung des Baumes hatte vor allem bei den Grünen und auch beim Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) für Aufruhr gesorgt.Nach Ansicht von Bürgermeister Günter Maibach gab es zur Fällung des Baumes keine Alternative. An der Stelle wird eine Tiefgarage im Rahmen des Innenstadtumbaus gebaut. Den Baum auszugraben und an anderer Stelle wieder einzupflanzen, sei nur mit sehr hohem Aufwand und mit geringer Erfolgschance möglich gewesen. Eine Fachfirma aus Dreieich sei nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Baum um 50 Prozent hätte eingekürzt werden müssen, um ihn überhaupt transportfähig zu machen. Zudem sei nicht sicher gewesen, ob die Pflanze eine solche Maßnahme überhaupt überlebt hätte, so der Verwaltungschef. Die Verpflanzung hätte die Stadt rund 7500 Euro gekostet, weshalb man die Entscheidung getroffen habe, den Baum zu fällen und an anderer Stelle einen neuen zu pflanzen. Maibach konkretisierte jetzt seinen Plan: „Die Eiche könnte zu einem historischen nationalen Gedenktag, etwa dem 9. November, in der Nähe der Grillhütte im Bruchköbeler Wald gepflanzt werden.

Vorschlag der Grünen

Die Grünen hatten indes per Antrag vorgeschlagen, den Verlust der Eiche durch die Neupflanzung von mindestens 35 Bäumen auszugleichen. Nach Vorstellung der Ökopartei sollen die Bäume zwischen dem Turbokreisel und dem Kreisel stadtauswärts entlang der Hauptstraße wie eine Allee gepflanzt werden. Dies hätte neben dem ökologischen auch einen optischen Nutzen, lautete die Begründung von Grünen-Fraktionschef Uwe Ringel im Rahmen der letzten Stadtverordnetenversammlung Mitte Dezember.Diese Idee scheint aber kaum Chancen auf eine Umsetzung zu haben. „Für uns macht es mehr Sinn, die Bäume an anderer Stelle zu pflanzen, wo sie auch der Erholung der Bürger dienen“, meint Norbert Viehmann, der Vorsitzende der Sozialdemokraten in Bruchköbel, die grundsätzlich für die 35 neuen Bäume sind.

Viehmann, zugleich auch Magistratsmitglied, arbeitet hauptberuflich bei Hessen Mobil, der landeseigenen Straßenbehörde. Diese müsste ihre Zustimmung für ein solches Unterfangen geben. Und dafür sieht Viehmann nach Erkundigungen im eigenen Haus kaum Chancen. Denn die Rasenstreifen parallel zur Hauptstraße seien nicht breit genug für die Baumpflanzungen, man müsste also noch Grund von Privat hinzukaufen. Beim Discounter Lidl stünden überdies bereits Bäume. Eichen kommen für Viehmann schon gar nicht Frage, weil sie Streusalz nicht gut vertrügen. Zudem müssten diese im Sommer gegen den Befall von Eichenprozessionsspinnern mit Spiralbohrern behandelt werden. Dies sei an der Hauptstraße ebenso schwer umzusetzen. how

Quelle: Hanauer Anzeiger

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