Mini-Rennen unter Corona-Bedingungen

Bürgermeisterin rettet Roßdorfer Schubkarrenrennen

Coronakonform: Sylvia Braun ist um Sicherheitsabstand zum Vorsitzenden der Schubkarrenrennfreunde, Oliver Krestin bemüht.
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Coronakonform: Sylvia Braun ist um Sicherheitsabstand zum Vorsitzenden der Schubkarrenrennfreunde, Oliver Krestin bemüht.

Bruchköbel – Von einem Virus lassen sich die Roßdorfer ihr Schubkarrenrennen nicht zerstören. Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun und der Vorsitzende der Schubkarrenrennfreunde, Oliver Krestin, haben am eigentlichen Kerbmontag eine Miniaturausgabe des Showevents veranstaltet und somit zumindest die Roßdorfer Tradition gerettet.

Die kleine, mehr symbolische Variante soll als die 95. Auflage in die Historie eingehen und somit die drohende Lücke stopfen, die eine Corona-Totalabsage zur Folge gehabt hätte.

Um neun ist keiner „uff de Gass“

Kurz nach neun Uhr in Roßdorf: Es ist noch kein Mensch „uff de Gass“, als Oliver Krestin sowie seine Mitstreiter Stefan Schmidt und Stefan Kopp nahezu unbemerkt und (fast) lautlos zwei Schubkarren über die Oberdorfstraße Richtung Feuerwehrgerätehaus schieben. Eine gelbe für Krestin und das etwas leichtere Damenmodell für die Bürgermeisterin.

Wenig später trifft auch Sylvia Braun am Gerätehaus ein, von wo aus die Schubkarren auch in normalen Jahren auf die 400 Meter lange Strecke rund ums Karree geschickt werden. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir was Passenderes angezogen“, meint Krestin beim Blick auf die windschnittige Kleidung der Verwaltungschefin. Ein leicht nervöser Unterton ist dabei kaum zu überhören.

Die Zeit zeigt: Da ist durchaus noch Potenzial

Für die Zeitnahme ist diesmal nicht die Feuerwehr, sondern Stefan Schmidt als Vorstandsmitglied der Rennfreunde verantwortlich. Als Startschussgeber, in normalen Jahren eigentlich die ureigene Aufgabe eines jeden Stadtoberen, wird kurzerhand der zur objektiven Berichterstattung anwesende HA-Reporter gewonnen. Die Frage der Bürgermeisterin, wo es denn nun lang geht, verstehen die wenigen Zeugen des historischen Augenblicks als eher rhetorisch gemeint. Das Rennen beginnt. Man hat schon impulsivere Starts in der langen Geschichte des Kultrennens erlebt. Eher gemächlich entschwindet das Duo auf der griffigen Asphaltpiste Richtung Friedhof. Schnell wird klar, dass zumindest die Bürgermeisterin längst nicht alle Register zieht. Dennoch hält sie den tapferen Krestin während des gesamten Laufs auf coronakonformen Sicherheitsabstand und schiebt die Karre souverän als Erste über die Ziellinie. In diesem Moment zeigt die Stoppuhr auf Schmidts Handy die Zeit von 1:48 Minuten an. Der Rekord liegt bei etwas mehr als 50 Sekunden. „Da ist durchaus noch Potenzial“, kommentiert Zeitnehmer Schmidt süffisant. „Auf den Schlussspurt habe ich mal verzichtet“, kontert Krestin, kurz nachdem er wieder bei Luft ist.

Die Revanche gibt es spätestens im nächsten Jahr

Der Vorsitzende der Rennfreunde ist eigentlich für die Moderation des Events zuständig. Sowohl für ihn als auch für Sylvia Braun war es die erste aktive Teilnahme bei dem Rennen. Vereinbart hatten sie den gemeinsamen Start bereits im Sommer beim Stadtdinner im Hof des Gasthauses Zum Schwanen. Die Revanche gibt es spätestens 2022 – mit hoffentlich wieder Hunderten von Zuschauern am Straßenrand.

Vor dem Startschuss: Oliver Krestin (links), Stefan Schmidt und Sylvia Braun.
Rekord verfehlt.

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