Bruchköbel

Am Wahlstand: Daniel Weber (CDU) setzt auf bessere Kommunikation

In der Hofreite von Helmut Vulpius in Roßdorf präsentierte der offizielle CDU-Bürgermeister-Kandidat Daniel Weber (Mitte) sein Wahlkampf-Programm. Rund 50 Gäste lauschten seinen Ausführungen und nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen. Foto: Holger Weber

Bruchköbel. Der Kandidat hat an alles gedacht. Bierdeckel mit seinem Konterfei liegen auf den Holztischen, die Helmut Vulpius in seiner Hofreite aufgestellt hat. Bei dem bekannten Roßdorfer Landwirt und Marktbeschicker beginnt Daniel Weber, der Kandidat der CDU, seine Reihe von Wahlkampfveranstaltungen.

Von Holger WeberVulpius bekennt sich als Unterstützer Webers: „Ich will, dass die Jugend Verantwortung übernimmt“, sagt er. Auch Elsbeth Keim ist da, die mit Vulpius auf Videos der Stadt Hanau für den Wochenmarkt in der Brüder-Grimm-Stadt wirbt. Sie schneidet Wurst und Käse auf. Dazu gibt es Knoblauchkartoffeln aus der großen Pfanne. Irgendwie hat die Atmosphäre an diesem Abend an der Roßdorfer Oberdorfstraße etwas von Wochenmmarkt.

Rund 50 Gäste sind gekommen, die meisten von ihnen Roßdorfer. Und deshalb hat Daniel Weber seine Programmvorstellung auch auf den nach der Kernstadt zweitgrößten Bruchköbeler Stadtteil zugeschnitten. Auf dem Plakat, das Weber aufgestellt hat, ist er vor dem alten Roßdorfer Rathaus in der Dorfmitte zu erkennen. Weber hat Plakate für alle Stadtteile machen lassen.

Überblick über die Stadt

Bevor der Kandidat über Inhalte spricht, gibt er den Anwesenden einen Überblick über die Stadt, in der sie wohnen: Rund 3000 Arbeitsplätze gebe es vor Ort. „Da geht noch mehr“, meint Weber. Kreisweit sei Bruchköbel Nummer drei in Sachen Kaufkraft, gleich hinter Biebergemünd und Schöneck. 27 000 Euro werden laut Weber in Bruchköbel pro Kopf netto im Jahr verdient. Das hört die konservative Klientel gerne.

Später bei der Fragerunde wird der ehemalige CDU-Ortsverbandsvorsitzende Reiner Keim sagen, er wünsche sich, dass Bruchköbel ein Ort für die Besserverdienenden bleibe. Er wolle keine sozialen Brennpunkte, weshalb für ihn das Thema bezahlbarer Wohnungsbau nur nachrangig sei. Statt Wohnanlagen, wie sie etwa in Erlensee stehen, solle man lieber auf die Wohngebiete mit großen Grundstücken setzen. So wie in Oberissigheim.

Dort wird es Grundstücke geben, die bis zu 1000 Quadratmeter groß sind. Weber sagt zwar, er könne Keims Wunsch verstehen, widerspricht aber höflich: „Wir müssen auch an die denken, die nicht so viel verdienen“, sagt er und spricht sich dafür aus, an der Hauptstraße 113 mit Hilfe der Baugenossenschaft und Unterstützung des Kreises zwölf Wohnungen zu bauen. Damit stellt er sich gegen die Kandidaten von BBB und FDP, die an gleicher Stelle lieber eine an die benachbarte AWO angedockte Einrichtung für betreutes Wohnen schaffen wollen.

Weber hat eine Powerpointpräsentation vorbereitet, in der er kaum ein Thema auslässt: Er will Gewerbeflächen realisieren, den Mittelstand stärken, in der Stadt die Kinderbetreuung ausweiten und verbessern, pädagogische Fachkräfte besser fördern. Um die Pendler besser zu stellen, wartet er mit einer relativ neuen Idee auf: ein Schnellbus von Bruchköbel nach Wilhelmsbad, von wo aus eine direkte Anbindung nach Frankfurt besteht. Vereinzelt wird er von den Zuhörern mit Applaus bedacht. Weber lässt keine Gruppe aus, die von seiner Arbeit als Bürgermeister profitieren soll: Jugendliche, Senioren sowie die Verantwortlichen in den Vereinen. Diese hält er für den Kit in der Gesellschaft.

Ideen der Bürger aufnehmen

Ein Bürger möchte wissen, ob man der Wohnungsnot nicht damit begegnen könne, in dem man junge Leute fördere, ihr Elternhaus auszubauen. „Interessante Vorschlag“, findet Weber. Die Idee nehme er gerne auf, fügt aber gleich hinzu: „Ich kann nicht alles entscheiden und auch nicht Landesgesetze einfach aushebeln“. Aber er wisse, wen man ansprechen müsse. Bei manchen Angelegenheiten müsse man dicke Bretter bohren. Dazu sei er bereit.

Der gleiche Bürger möchte wissen, wo Weber sich von den anderen sechs Kandidaten unterscheide: „Vor allem in meinem Werdegang“, erwidert Weber. „Ich bin der einzige der Bruchköbel von innen und außen kennt und die nötige Verwaltungserfahrung mitbringt“. Zudem sei er mit 36 Jahren der Jüngste aller Mitbewerber. Er stehe somit mitten im Leben, sei also ebenso auf Wohnraum und zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht auch auf ein gutes Angebot für seine Kinder angewiesen.

Weber findet es wichtig, dass die Verwaltung in Bruchköbels Mitte bleibt. Als Frequenzbringer für die Innenstadt, aber auch als Ansprechpartner für die Bürger. Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgerschaft soll besser werden. Vor allem die Öffnungszeiten müssten bürgerfreundlicher werden. Warum das bisher noch nicht geschehen ist, das sagt der persönliche Referent des Amtsinhabers nicht.

Ein wenig später trifft Bürgermeister und Amtsinhaber Günter Maibach ein. Er gehört mit der CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Katja Leikert zu den größten Förderern Webers, hat den Kandidaten förmlich gegen den Ortsverbandsvorsitzenden und Fraktionschef Thomas Sliwka durchgeboxt. „Eine gute Veranstaltung sei das gewesen“, wird er später sagen. „Läuft doch“, so Maibach.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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