Schulstart

Wegen Corona: Vier Einschulungsfeiern an der Haingartenschule 

Auch wenn nur wenige Gäste bei den einzelnen Einschulungsfeiern an der Haingartenschule dabei sein konnten: Schulleiter Matthias Doebel verstand es, die neuen Erstklässler gebührend zu empfangen.
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Auch wenn nur wenige Gäste bei den einzelnen Einschulungsfeiern an der Haingartenschule dabei sein konnten: Schulleiter Matthias Doebel verstand es, die neuen Erstklässler gebührend zu empfangen.

Corona macht nicht nur vor dem normalen Unterricht, sondern auch vor den Einschulungen nicht halt. Daher gab es an der Haingartenschule in diesem Jahr vier Einschulungen.

Bruchköbel – Wenn in den Vorjahren Einschulung an der größten Grundschule im Kreis war, dann tummelten sich Hunderte von Menschen in der Turnhalte der Haingartenschule. Dann war die Schlange am Kaffee- und Kuchenstand des Fördervereins lang und die Großeltern und Paten der frisch gebackenen Erstklässler strahlten mit den stolzen Eltern um die Wette.

In diesem Jahr ist das stolze Lächeln von einer Mundschutzmaske verdeckt und die Einschulungsfeier ist kleiner, aber darum nicht minder feierlich.

„Es war toll, ganz fokussiert auf eine Klasse“, zeigt sich eine Mutter begeistert, die schon ein Kind in der dritten Klasse hat und die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Sie kennt die übliche Einschulung und vermisst trotzdem nichts: „Es war sehr angenehm, überhaupt nicht seltsam.“ Auch dass die Einschulungskinder alle Masken bei der Feier tragen mussten, findet sie in Ordnung. „Für meinen Sohn war das okey, er kennt es ja schon vom Einkaufen.“

Schulleiter Matthias Doebel trägt auf dem Schulgelände auch die Maske, ebenso wie alle Lehrerinnen. Um eine Durchmischung der Klassen zu vermeiden, hätte sich die Schule entschlossen, für jede Einschulungsklasse eine eigene Veranstaltung zu machen, erzählt er. „Darum gibt es heute zwei Feiern und morgen auch zwei.“

80 neue Erstklässler begrüßt die Haingartenschule in diesem Jahr. Pro Kind dürfen zwei Personen an der Feier in der Turnhalle teilnehmen. Die Stühle für das Publikum sind darum dort auch in Zweier-Gruppen gestellt, mit großem Abstand zwischen den Gruppen. Mit ihren Schultüten sitzen die Erstklässler direkt vor dem Schulleiter, der sie und ihre Familien begrüßt und sie fragt, welche Zahlen und Buchstaben sie schon können. Die 2c führt einen lustigen Buchstaben auf. Die Stimmung ist feierlich, aber durch die wenigen Begleitpersonen familiärer als sonst bei einer Einschulung.

„Es ist anders“, sagt eine Mutter, die draußen am Kaffee-Stand des Fördervereins darauf wartet, dass ihr Sohn aus seiner ersten Schulstunde wiederkommt. „Die Geschwister und die Großeltern mussten zu Hause bleiben“, bedauert sie, aber betont, dass es trotzdem eine gelungene Einschulungsfeier gewesen sei. Bei ihr steht Patricia Borgwardt. „Ich bin begeistert, es war total schön“, sagt sie. Und auch ihr Sohn Leo ist ihrer Meinung. „Es war toll“, sagt er hinter seiner Mundschutzmaske, als er aus seinem Klassenraum wieder zu den Eltern rauskommt und drückt seine Schultüte ganz fest an sich.

Beide Mütter wünschen sich, dass es nicht wieder zu Schulschließungen kommt. „Das ist unsere größte Hoffnung, dass die Schule offen bleiben kann“, so Borgwardt. Gerade für die Erstklässler, die noch gar keinen Schulunterricht kennen, sei Homeschooling schwer vorstellbar.

Damit der Präsenzunterricht möglichst lange bestehen bleibt, müssten Schule und Eltern Hand in Hand arbeiten, weiß auch auch der Schulleiter, Insgesamt hat die Haingartenschule 370 Schüler. In allen Klassen würden darum hohe Hygienestandards gelten, so Doebel.

Er gibt den Familien schon ein gutes Zeugnis: „Die Eltern haben die Kinder gut auf die Hygieneregeln vorbereitet.“ Er ist seit genau 20 Jahren Schulleiter an der Haingartenschule, die jetzige Situation unter der Pandemie nennt er „unvergleichlich“. Allerdings sieht er auch Positives: „Es ist auch eine Chance, eingefahrene Mechanismen zu verändern und Schule neu zu denken.“ Denn weil die Schule am Ende des vergangenen Schuljahres jede vierte Klasse auch mit einem eigenen Fest verabschiedet habe, sei diese Feier stimmungsvoll wie nie gewesen, berichtet der Schulleiter. „Das werden wir jetzt immer so machen.“

An der zweiten Bruchköbeler Grundschule, der Brückenschule, ist heute Einschulung. Wegen Corona sei die übliche Feier in der Mehrzweckhalle Roßdorf nicht möglich, so Schulleiterin Edith Köppel. Und so werden die 52 I-Dötze in drei Gruppen auf dem Schulhof feierlich begrüßt.

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