Extremsport

Los geht's: Mann aus Bruchköbel will mit Extremsport ins Guinessbuch der Rekorde

Der Extremsportler Dirk Leonhardt möchte mit einem ganz besonderen Triathlon ins Guinessbuch der Rekorde. 

  • Dirk Leonhardt möchte ins Guinessbuch der Rekorde
  • Der Mann aus Bruchköbel bei Hanau ist Extremsportler
  • Er möchte in 37 Tagen  insgesamt 200 Kilometer schwimmen, 5400 Kilometer mit dem Rennrad zurücklegen und 1320 Kilometer laufen

Update Donnerstag, 2. Juli 2020:

Bruchköbel/Biblis – Seit dem heutigen Donnerstagmorgen um sieben Uhr, ist es Fakt: Dirk Leonhardt nimmt den längsten Triathlon, den es je gab, in Angriff. Im Rahmen seines Weltrekordversuchs, der mit dem Eintrag im Guinness Book of World Records gekrönt werden soll, plant der Bruchköbeler, in 37 Tagen 200 Kilometer zu schwimmen, 5400 Kilometer mit dem Rad zurückzulegen und 1320 Kilometer zu laufen.

Rekordversuch: 200 Kilometer schwimmen in sieben Tagen

Mit dem Eintauchen in den Badesee Biblis, der die nächsten sieben Tagen aufgrund von 545 Runden à 367,47 Metern Länge seine sportliche Heimat sein wird, dürfte die Anspannung der letzten Tage der eigentlichen Anstrengung weichen.

Wie der 38-Jährige zugibt, plagte den Hobbysportler zuletzt gehörig das Lampenfieber: „Seit dem ersten Artikel im HANAUER ANZEIGER bin ich deutlich nervöser geworden. Die Aufregung ist gestiegen, man macht sich deutlich mehr Sorgen. Aber ich denke, dass es nach den ersten Bahnen im Wasser, wenn ich meinen Rhythmus und mein Selbstvertrauen wieder habe, besser werden wird.“

Vor dem Rekordversuch schont sich der Extremsportler

Dass überhaupt das Kopfkino Oberhand gewinnen konnte, lag vor allem daran, dass der nach Niederissigheim gezogene Ultra-Athlet sich und seinem Körper nach dem umfassenden Training Ruhe und Erholung gegönnt hat.

„Ich habe mich in den letzten Tagen geschont. Dadurch ist natürlich das Trainingsgefühl weg. Außerdem musste ich mich auch noch um bürokratische Vorbereitungen wie das Reporting von der Streckenvermessung kümmern“, erklärt Leonhardt.

Rekordversuch: Training nicht optimal

Dementsprechend standen in der zurückliegenden Woche nur noch kleinere Einheiten auf dem Programm, auch um das Verletzungsrisiko im Vorfeld des Mega-Triathlons zu minimieren. „Grundsätzlich bin ich mit der Vorbereitung zufrieden. Ich habe mehr als 6000 Kilometer auf dem Rad abgespult.“

Allerdings konnte der Beamte, der bei der Deutschen Bundesbank arbeitet, erst ab Mitte Mai die anderen beiden Disziplinen richtig trainieren, sodass er hier nur einen Bruchteil dessen absolvieren konnte, was eigentlich vorgesehen war.

Erstmeldung Freitag, 26. Juni 2020:

Die eigenen Grenzen testen viele aus. Dirk Leonhardt wird am kommenden Donnerstag sogar noch einen Schritt weiter gehen – beziehungsweise schwimmen und radeln. Der Hobbysportler plant, in 37 Tagen den längsten Triathlon der Welt zu absolvieren, den es je gab – und bei Erfolg den Eintrag im Guinness Book of World Records in den Main-Kinzig-Kreis zu holen. 

Um seinen Abschnitt im legendären Buch zu bekommen, möchte der Familienvater insgesamt 200 Kilometer schwimmen, 5400 Kilometer mit dem Rennrad zurücklegen und 1320 Kilometer laufen. Damit umfasst das ambitionierte Projekt insgesamt mehr als 30-mal die zurückzulegende Distanz des berühmten Ironman-Rennens auf Hawaii. 

Rekord: Extremsportler will wegen der Corona-Krise den Kampf aufnehmen

Dass der 38-Jährige überhaupt diesen Megakampf aufnehmen wird, verdankt er der Corona-Krise. Denn ursprünglich hatte Leonhardt geplant, mit dem Rad vom Nordkap in den Süden Spaniens zu fahren. Doch die Covid-19-Pandemie machte dem Abenteurer, der auf seinem ursprünglich angedachten Trip auch Russland bereist hätte, einen Strich durch die Rechnung: „Sankt Petersburg mit dem Fahrrad zu erreichen, hätte mich schon sehr gereizt, aber im Moment ist an so eine Radtour einfach nicht zu denken. Es wäre auch für mein Supportteam ein zu großes Risiko gewesen.“ Unterstützt wird der Beamte, der bei der Deutschen Bundesbank arbeitet, bei seinem unendlich anmutenden Plan von ein bis zwei Personen, die sich abwechseln. 

Ein wichtiger Anker für den Einsatztaucher bei der DLRG Bruchköbel ist dessen Frau. Dem familiären Rückhalt kommt natürlich zu Gute, dass Leonhardt bei seinem Ultra-Triathlon auf die Querung von internationalen Ländergrenzen verzichten muss. Vielmehr wird Leonhardt die komplette Strecke im Rhein-Main-Gebiet zurücklegen: „Das ist zwar etwas eintönig und wird die Motivation erschweren, aber dafür schafft es mehr Sicherheit und erleichtert die logistische Planung.“ 

Extremsportler will sich bei Rekord nicht von technischen Defekten ausbremsen lassen

Immerhin könnten bei über 5000 Radkilometern auch technische Defekte auftreten: „So mache ich einfach das beste aus der Situation und bleibe im „Stay near Home“-Modus.“ Für sein ehrgeiziges Vorhaben bedeutet das, dass der ursprünglich aus Frankfurt stammende Niederissigheimer etwa sieben Tage lang von einem Ufer des Badesees in Biblis ans andere schwimmen und nur bei Dunkelheit Pause machen wird. 

Die folgenden 15 Tage möchte der Weltrekordanwärter je 360 Kilometer pro Tag auf dem Radweg entlang des Mains und auch mal am Rhein abspulen. „Für mich ist es wichtig, dass ich auf der Strecke guten Asphalt und möglichst wenige Höhenmeter habe, so dass ich meine Geschwindigkeit hoch genug halten kann, um den Plan zu erfüllen.“ 

Trotz allem werden 16 bis 18 Stunden täglich auf dem Rad wohl Standard sein, hoffentlich bei trockenem Wetter, ehe die wohl schwerste Disziplin und größte Herausforderung auf den Extremsportler wartet. Im Rahmen seines Weltrekordversuchs möchte Leonhardt jeden Tag zwei Marathons laufen, um die komplette Strecke in ebenfalls 15 Tagen hinter sich zu bringen. Nur so würde Leonhardt, der in der Vorbereitung auch 100 Kilometer-Gewaltmärsche rund um Frankfurt absolviert hat, pünktlich mit allem zur Einschulung seines Sohnes fertig sein, wobei es grundsätzlich keine Zeitbegrenzung gibt: „Es zählt allein die Distanz. Aber als voll berufstätiger Familienvater habe ich ja noch andere Verpflichtungen und kann nicht unbegrenzt Urlaub nehmen.“ Von daher bleibt das Ziel, nach 37 Tagen den aktuellen Bestwert pulverisiert zu haben. 

Rekord soll andere Extremsportler motivieren

2017 war Ilaria Corli über 180 Kilometer in der Adria geschwommen, mit dem Rad über Frankreich bis nach Berlin gefahren, ehe die Italienerin zurück in die Heimat gelaufen war. Begeistert von der Aktion reifte bei Leonhardt selbst der Gedanke, ob er zu solch einer Leistung ebenfalls in der Lage wäre – auch, um andere Menschen anzuspornen, den inneren Schweinehund zu überwinden. „Ich würde mich freuen, wenn ich mit meinem Rekordprojekt andere dazu motivieren kann, ihre sportlichen Leistungsgrenzen einmal auszutesten. In meinen Augen ist Ausdauersport eine tolle Möglichkeit, sich gesund zu halten, fit zu werden und sich von Problemen im Alltag frei zu machen. Für mich sind lange Sporteinheiten wie eine Meditation. Irgendwann denke ich dann viel über alle möglichen Themen nach und nicht mehr an den Sport selbst.“ 

Extremsportler verfügt über eine beeindruckende Vita - Ist der Rekord möglich?

Dass der Bruchköbeler in der Lage sein dürfte, sein Vorhaben erfolgreich zu gestalten, zeigt seine beeindruckende Ultrasport-Vita. Leonhardt hat zwei Mal erfolgreich am Ironman in Frankfurt teilgenommen (2008 und 2012). Hinzu kommen mehrere 24-Stunden-Rennen, bei denen er schon einmal 140 Kilometer gelaufen beziehungsweise 380 Kilometer über den Nürburgring geradelt ist. Auch eine volle Marathondistanz ist er schon am Stück geschwommen. 2017 stand für den Hobbytriathlet an der Ostsee ein dreifacher Ironman auf dem Programm, für den er insgesamt 54 Stunden unterwegs war und zwei Nächte lang nur knapp eine Stunde geschlafen hat. 

„Mein bisher größtes Abenteuer war aber die Radtour mit meinem Freund Thomas Droll von Frankfurt nach Istanbul.“ 2015 fuhren beide mit dem Fahrrad am Main und an der Donau entlang bis nach Belgrad und dann auf Landstraßen bis in die Türkei an den Bosporus. „Das war schon sehr aufregend und eindrucksvoll. Und wir haben sogar mehrere Tausend Euro für das Bethanien Kinderdorf in Eltville gesammelt.“ Gerade einmal zwei Wochen brauchten beide damals für die 3000 Kilometer. „Jetzt setze ich aber nochmal einen obendrauf und fahre über 5000 Kilometer in der gleichen Zeit.“

Quelle: Hanauer Anzeiger

Rubriklistenbild: © Oliver Kraus

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