Verhandlungen zogen sich in die Länge

Innenstadtumbau Bruchköbel: Pläne für Wohn- und Geschäftshaus liegen vor - Bonava soll Zuschlag erhalten

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So sieht der Wohn- und Gewerbekomplex von Osten aus: Im Vordergrund sieht man den Krebsbach, der zwischen dem neuen Stadthaus und dem künftigen Wohn- und Gewerbegebäude zum Verweilen einladen soll.

Während die Baugrube für das neue Stadthaus und den Lebensmittelmarkt in Bruchköbel von Tag zu Tag tiefer wird, gibt es jetzt auch konkrete Entwürfe für das benachbarte Bürgerhausareal in Bruchköbel. Mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses soll der Stadtumbau im Zentrum vollendet werden.

Wie Bürgermeisterin Sylvia Braun auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, ist die Entscheidung im Zuge des Wettbewerblichen Dialogs zugunsten der Firma Bonava gefallen. Das auf den Wohnungsbau spezialisierte und deutschlandweit tätige Unternehmen wird den Komplex auf eigene Kosten errichten und vermarkten, sofern auch das Bruchköbeler Stadtparlament seine Zustimmung gibt

Bonava hat bereits in der Neuen Mitte von Nidderau gebaut

In der Region ist Bonava wegen seiner Investitionen in der Neuen Mitte von Nidderau bereits bekannt. Dort hat Bonava eine großflächige Wohnanlage mit Eigentumswohnungen gebaut. Die Einheiten in Nidderau sind zwischen 88 und 126 Quadratmeter groß und bewegen sich in der Preisspanne von rund 360 000 bis 470 000 Euro. Es ist davon auszugehen, dass das Portfolio in Bruchköbel ähnlich sein wird.

Wie viele Wohnungen es am Ende sein werden, die im Herzen der Stadt entstehen, steht freilich noch nicht abschließend fest. Laut den Vorgaben, die die Stadt im Wettbewerblichen Dialog gemacht hat, sollen 70 Prozent des Baukörpers Wohnraum sein, die übrigen 30 Prozent Gewerbeflächen – unter anderem Arztpraxen, Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomie. „Da ist aber noch nichts in Stein gemeißelt.“ Man wolle sich letztlich nach dem Bedarf richten, so Braun.

Zähe Verhandlungen: Stadt erhält 2,5 Millionen Euro für das Grundstück

Die Verhandlungen haben sich nach Worten Brauns lange hingezogen. Da ein Abriss des Bürgerhauses erst nach Fertigstellung des Stadthauses erfolgen wird, falle es jedoch nicht so ins Gewicht, dass die Verhandlungen mit den Interessenten etwas mehr Zeit in Anspruch genommen hätten. Es habe gleich mehrere Interessenten für das Projekt gegeben, Bonava sei aber den Vorstellungen der Stadt am nächsten gekommen und habe ein überzeugendes Konzept präsentiert.

Zu 80 Prozent waren die Kriterien der Stadt wirtschaftlicher Natur, 20 Prozent betrafen städtebauliche Anforderungen. Bonava wird der Stadt Bruchköbel 2,5 Millionen Euro für das Grundstück zahlen. Wichtig sei aber zudem gewesen, dass das Gebäude aus architektonischer Sicht zum künftigen Stadthaus passe, so Braun. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, zeigt sich die Bürgermeisterin überzeugt.

Braun hat bekanntlich erst am 1. April ihr Amt angetreten und war nur auf der Zielgeraden des Verhandlungsmarathons dabei. Doch sie ist sicher, mit Bonava „einen zuverlässigen und qualifizierten Partner“ gefunden zu haben, der die Konzepte in den Planentwürfen sehr gut umgesetzt habe. Zudem verfüge die Firma über nationale wie internationale Reputation in Sachen gemischter Wohnungsbau.

Wohn- und Geschäftshaus soll Mehrwert für Bürger schaffen

Gemeinsam mit den Bauteilen Stadthaus und Nahversorger, auch als Los eins und zwei des Innenstadtumbaus bekannt, war der Bauteil eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Gelände des jetzigen Bürgerhauses und somit dritter Bauabschnitt (Los 3) im Wettbewerblichen Dialog an den Start gegangen.

Der neue Baukörper sollte den Innenstadtumbau laut Vorgaben der Stadt insgesamt abrunden und einen Mehrwert für die Bruchköbeler Bürger schaffen, der in den jahrelangen Planungen immer wieder thematisiert und gefordert worden sei, so Braun. Es sei erfreulich, dass es auch bei Los drei jetzt weitergehe und Planungssicherheit geschaffen werde. 

Tiefgarage für 80 Fahrzeuge unter dem Komplex

Unter dem Wohnkomplex wird es auch eine Tiefgarage geben, in der rund 80 Fahrzeuge Platz finden sollen. Mit dem Bau wird voraussichtlich Ende des kommenden Jahres begonnen. Voraussetzung ist, dass bis dahin das Stadthaus fertiggestellt ist. Damit soll mit Blick auf Verkehr, die Parkplatzsituation sowie das städtische Veranstaltungsangebot ein möglichst reibungsloser Übergang geschaffen werden.

Für die Gewerbeflächen gebe es bereits eine Vielzahl von Interessenten, die sich in den vergangenen Monaten bei der Stadt gemeldet hätten. Zwar müsse man jetzt abwarten, welche Auswirkungen die Corona-Krise habe. Da mit der Fertigstellung des Gebäudes jedoch nicht vor Ende 2023 zu rechnen ist, sieht Braun dies entspannt. „Wir werden dort keinen Leerstand haben“, ist sie zuversichtlich.

Politische Gremien müssen noch überzeugt werden

Nun gelte es, die politischen Gremien zu überzeugen, um eine möglichst breite Beschlussmehrheit für dieses ambitionierte Bauprojekt zu erreichen und damit den baulichen Schlusspunkt in den „epochalen Innenstadtumbau“ zu setzen, so der Appell der Bürgermeisterin, die sich nach eigenen Worten in den letzten Wochen intensiv in dieses Projekt eingearbeitet hat. Die Stadtverordnetenversammlung tagt in öffentlicher Sitzung im Bürgerhaus am 19. Mai, natürlich unter Einhaltung aller Abstandsregelungen, betont die Bürgermeisterin.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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