Auch Probleme mit der App

Bundesweiter Warntag: Viele Sirenen im Main-Kinzig-Kreis bleiben stumm

 Eine Alarmsirene ist an einem Mast am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr befestigt. Am deutschlandweiten Warntag am 10.09.2020 wird es den ersten bundesweiten Probealarm seit der Wiedervereinigung geben.
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Im Main-Kinzig-Kreis funktionierte der groß angekündigte Probealarm nur mäßig.

Vergeblich haben am Donnerstag viele Bürger im Main-Kinzig-Kreis auf den Sirenenalarm in ihrer Gemeinde oder Stadt gewartet. Auch die für den bundesweiten Warntag 2020 angekündigte Benachrichtigung per App hat nicht alle erreicht. Der vom hessischen Innenministerium angekündigte Großalarm in allen Kommunen blieb somit aus.

Die Erklärung: Bislang kann im Main-Kinzig-Kreis nicht bei allen kommunalen Sirenen das Signal „Warnung der Bevölkerung“ ausgelöst werden. Daher konnten die Sirenen nur in folgenden Kommunen gestartet werden: Bad Orb, Biebergemünd, Bruchköbel, Erlensee, Flörsbachtal, Freigericht, Gelnhausen, Großkrotzenburg, Gründau, Hanau, Jossgrund, Maintal, Rodenbach, Ronneburg und Schöneck. In den anderen 14 Kommunen im Kreisgebiet blieb es still.

Bundesweiter Probealarm: Bilanz fällt ernüchternd aus

Wie die Kreisverwaltung zudem auf Nachfrage mitteilte, kann das Sirenensignal „Entwarnung“ nicht durch die Zentrale Leitstelle ausgelöst werden und entfiel daher komplett. „In den Kommunen, die sich nicht beteiligt haben, müssen die Anlagen noch auf digitale Technik umgerüstet werden. Dieser Prozess hat begonnen“, hieß es dazu aus der Kreispressestelle.

Auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zog gestern eine ernüchternde Bilanz: „Es lief nicht überall rund“, schrieb er in Facebook. „Der Bund sollte nicht erst wieder 30 Jahre warten“, so der Oberbürgermeister. Die Feuerwehr in Bruchköbel meldete, bis auf zwei hätten alle Sirenen ausgelöst.

Probealarm: Auch Warnung per App funktioniert nicht reibungslos

Probleme gab es bei der Warnung per App: Die bundesweite Meldung über das Modulare Warnsystem (MoWas) konnte laut Auskunft des zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nur verspätet zugestellt werden. Grund dafür sei eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über MoWaS gewesen. Das im Vorfeld mit den beteiligten Partnern besprochene Auslösekonzept habe eine reine Auslösung durch den Bund mit MoWaS vorgesehen.

„Mit dem Warntag soll das Thema Bevölkerungswarnung den Menschen näher gebracht werden, um sie darüber zu informieren, wo und wie sie im Gefahrenfall autorisierte und zutreffende Warnungen und Verhaltensempfehlungen beziehen können. Ferner diente der Warntag der Erprobung der technischen Warnsysteme und der vorhandenen Schnittstellen. Das gesehene technische Phänomen liefert wichtige Erkenntnisse für den Ausbau von MoWaS und die notwendige weitere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen in Bund und Ländern und wird in der weiteren Entwicklung von MoWaS berücksichtigt. Die Ergebnisse des Warntags werden jetzt aus den Kommunen und Ländern zusammengetragen“, teilte das Bundesamt weiter mit.

Feuerwehr Frankfurt zufrieden: Sirenenalarm funktioniert

In Frankfurt hat der Sirenenalarm um genau 11 Uhr rund um den Industriepark Höchst und Allessa in Fechenheim funktioniert, wie die Feuerwehr mitteilte. Zu hören waren die Sirenen in den westlichen Stadtteilen und mit guten Ohren und entsprechender Windrichtung auch zum Teil darüber hinaus.

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