Corona-Krise

Klinik-Chef: Preisanstieg von Masken ist Irrsinn

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Der Preisanstieg der Masken stellt ein Problem dar.

Landrat und Krankenhausdezernent Thorsten Stolz hat die kurzfristigen Nachbesserungen des Bundesgesundheitsministers an seinem Gesetzesentwurf zur Sicherung der Krankenhausfinanzierung begrüßt.

„Es ist gut, dass Spahn aufgrund der starken Proteste vieler Landräte, Oberbürgermeister, Kliniken vor Ort, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Bürgerschaft nachgebessert hat. Hier hat sich unser gemeinsamer Einsatz gelohnt“, sagt Stolz. So betrifft die zentrale Nachbesserung die aufgestockte „Freihaltepauschale“. 

Hierbei geht es um eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung für die Krankenhäuser, die seit über einer Woche auf alle planbaren Eingriffe verzichten, um die Kapazitäten für noch kommende Corona-Patienten freizuhalten. Außerdem sei, so Landrat Stolz, der erhöhte Investitionszuschuss bei zusätzlichen Intensivbetten positiv zu bewerten: „Für ein zusätzlich eingerichtetes Intensivbett muss man etwa 80 000 Euro kalkulieren. Der Zuschuss wurde im zweiten Gesetzentwurf von 30 000 auf 50 000 erhöht. Darüber hinaus räume man den Krankenhäusern die Möglichkeit ein, die übrigen Kosten bei den Ländern geltend machen zu können. Das ist gut und wichtig.“ 

Zuschüsse seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Die Main-Kinzig-Kliniken werden von heute 15 auf 33 Beatmungs- bzw. Intensivplätze erweitern, so Geschäftsführer Dieter Bartsch. Nachbesserungsbedarf sehen die Verantwortlichen allerdings beim Thema Materialkosten: „Die Krankenhäuser müssen sich den deutlich gestiegenen Materialkosten beugen, um genügend Schutzausrüstung für die Mitarbeiter vorhalten zu können.“ Doch es sei Irrsinn, wie sich die Preise in den letzten Wochen entwickelt haben. „Sicherheitsmasken, die wir bei infektiösen Patienten dringend brauchen, um unsere Mitarbeiter zu schützen – sogenannte FFP2-Masken – kosten normalerweise 0,62 Euro pro Stück. Zuletzt haben wir bis zu 8,50 Euro pro Stück bezahlt.“ Dass der aktualisierte Gesetzentwurf nun einen Zuschlag von 50 Euro pro Patient für Schutzkleidung vorsieht, sei zwar nett, aber doch eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. 

„Schließlich brauchen wir pro Patientenkontakt eine Maske. Da ist man am Tag schnell bei zwölf und mehr Masken“, so Bartsch. Stolz ergänzt: „Die Beschaffung und Finanzierung von Schutzkleidung ist auf allen Ebenen ein Thema. Hier ist dringend Unterstützung auch für Arztpraxen, die Pflege und den öffentlichen Gesundheitsdienst notwendig.“

Quelle: Hanauer Anzeiger

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