Corona in Hessen

Corona: Main-Kinzig-Kreis bereitet verschärfte Maßnahmen vor – Kliniken ändern Besucherregelung

Der Main-Kinzig-Kreis vermeldet neue Corona-Zahlen, die Inzidenz steigt weiter an. Ab Montag gilt in den Kreiskliniken eine verschärfte Besucherregelung.

  • Die Inzidenz von Neuansteckungen mit Corona im Main-Kinzig-Kreis steigt weiter an.
  • In den Kreiskliniken Gelnhausen und Schlüchtern gelten ab Montag (29.03.2021) andere Besuchsregelungen.
  • Neben verschärften Maßnahmen will der Main-Kinzig-Kreis Impfungen weiter vorantreiben.

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 17.25 Uhr: Die Main-Kinzig-Kliniken verschärfen ihre Besucherregelung. Ab Montag (29.03.2021) gilt: Wer das Krankenhaus besuchen möchte, muss in Gelnhausen und Schlüchtern einen tagesaktuellen, negativen Corona-Antigentest vorlegen. Das teilen die Main-Kinzig-Kliniken am Donnerstag (25.03.2021) mit. Damit wollen die Kreiskrankenhäuser das Infektionsrisiko für Patienten, Mitarbeiter und Besucher verringern. Gleichzeitig wolle man davon profitieren, dass inzwischen deutlich mehr Schnelltests zur Verfügung stehen und jedem Bürger zweimal in der Woche kostenlos zugänglich sind. Die Tests werden unter Vorlage der Krankenversichertenkarte kostenfrei von geschultem Personal in Testzentren, Apotheken oder Arztpraxen durchgeführt. 

Zusätzlich zur Testpflicht gelten in den Main-Kinzig-Kliniken die bisher bekannten Besuchsregelungen: Einmal in der Woche darf jeder Patienten von einer festen Bezugsperson besucht werden. Diese darf sich für die gesamte Dauer des Aufenthalts nicht ändern. Die Besuchsdauer ist auf eine Stunde beschränkt. Auch die Besuchszeiten bleiben unverändert von 14 bis 19 Uhr, letzter Einlass ist um 18 Uhr. Pro Patientenzimmer darf allerdings zu immer nur ein Patient Besuch empfangen. In einigen Bereichen wie beispielsweise der Geburtsstation gibt es allerdings Ausnahmen, die konkret der Webseite der Main-Kinzig-Kliniken zu entnehmen sind.

Der Main-Kinzig-Kreis vermeldet neue Corona-Zahlen, die Inzidenz steigt weiter an. Ab Montag gilt in den Kreiskliniken eine verschärfte Besucherregelung (Symbolbild).

Main-Kinzig-Kreis bereitet Verschärfung der Corona-Maßnahmen vor

Erstmeldung vom Mittwoch, 24.03.2021, 16.59 Uhr: Die dritte Corona-Welle hat den Main-Kinzig-Kreis mit aller Kraft getroffen, der Inzidenzwert liegt dort seit Tagen dauerhaft über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Mittwoch (24. März 2021) stieg die Inzidenz auf 148 Fälle weiter an. Nun reagieren die örtlichen Behörden auf Grundlage des Eskalationskonzeptes des Landes Hessen mit einer Verschärfung der Maßnahmen.

Der Verwaltungsstab im Main-Kinzig-Kreis nennt ein „gleichzeitiges, nachvollziehbares und regional einheitliches Vorgehen“ als Ziel der Maßnahmen gegen Corona. So soll in enger Absprache mit den umliegenden Kreisen ein Eskalationskonzept umgesetzt werden, welches auf der vom Land Hessen gezogenen „Notbremse“ beruht. Der terminlich vereinbarte Einkaufsbummel wird ebenso vorübergehend eingestellt wie „Click & Meet“. Lediglich „Clik & Collect“, also die Absholung von besteltten Waren auf Abstand, bleibt möglich.

Der Main-Kinzig-Kreis informiert über verschärften Maßnahmen durch gestiegene Corona-Fallzahlen

Nichts ändert sich im Main-Kinzig-Kreis am Grundbedarf. Supermärkte, Gartenmärkte, Frisöre und Drogerien bleiben trotz der Maßnahmen gegen Corona unverändert geöffnet. Auch im Bereich Sport und Fitness soll es keine neuen Einschränkungen geben. Private Zusammenkünfte bleiben weiterhin auf einen Haushalt und einen weiteren Hausstand beschränkt, Treffen dürfen sich in diesem Rahmen wie bisher maximal fünf Personen im alter von 15 Jahren und älter, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre werden nicht einberechnet.

Impfungen sollen die Lage im Main-Kinzig-Kreis weiter beruhigen. (Symbolbild)

Für eine weitere Steigerung der Corona-Fallzahlen bereitet sich der Main-Kinzig-Kreis bereits vor. Ab einem Inzidenzwert von 200 will die Verwaltung entsprechend dem Eskalationskonzept mit weiteren Maßnahmen reagieren und behält sich ausdrücklich auch die vom Land Hessen vorgeschlagene Ausgangssperre vor. Vermieden werden sollen dabei „dringend“ voneinander abweichende Regelungen der benachbarten Kreise wie etwa regional unterschiedliche Sperrzeiten oder Regelungen zur Kontaktbeschränkung, um Ausweichbewegungen in Kreise mit lockereren Regelungen zu vermeiden.

Erfolge vermeldet der Main-Kinzig-Kreis auf dem Feld der Impfungen gegen Corona

Erfolge verzeichnet der Main-Kinzig-Kreis auf dem Feld der Impfungen. In der sensiblen Altersgruppe der über 80-Jährigen ist die Zahl an Neuinfektionen mit Corona seit dem Jahreswechsel im Gesamtvergleich „merklich“ gesunken, wodurch sich die Lage in den Einrichtungen entspannt hat. Der Inzidenzwert der über 60-Jährigen ist ebenfalls mit einer Inzidenz von 106 am Mittwoch niedriger als in der Gesamtbevölkerung. Vor dem Hintergrund der spürbaren Entspannung planen die Behörden den Schutz von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen auszuweiten und die Impfaktionen für das Personal von Schulen und Kitas zu forcieren.

  • Geltende Maßnahmen im Main-Kinzig-Kreis:
  • Einzelhandel abgesehen von Grundbedarf nur noch „Click & Collect“
  • Kontaktbeschränkung auf zwei Haushalte und bis zu fünf Personen über 14 Jahren
  • Pilotprojekt: Impfungen bei 40 Hausärzten
  • Weitere Maßnahmen sollen ab einer Inzidenz von 200 und höher ergriffen werden

Um keine Impfdosis verfallen zu lassen, will der Main-Kinzig-Kreis mit Nachrücker- und Härtefalllisten reagieren, über welche spontane Impfungen gegen Corona selbst bei kurzfristigen Terminabsagen gewährleistet werden sollen. Rund 4.500 Interessierte wurden und werden bis in die erste Osterferienwoche hinein in den Impfzentren in Hanau und Gelnhausen mit Vakzinen versorgt. Der Kreis teilt mit, dass die erhöhte Testkapazität zwar dazu führt, dass dem Gesundheitsamt trotz aller Maßnahmen eine höhere Inzidenz gemeldet wird. Allerdings sei der Anteil derer, die in Folge eines konkreten Falls im Umfeld positiv getestet wurden weit höher liegt als derer, die mittels eines Schnelltests eine Ansteckung festgestellt hatten.

40 Arztpraxen im Main-Kinzig-Kreis verabreichen bereits jetzt Impfungen gegen Corona

Für die nächsten Wochen prognostiziert der Main-Kinzig-Kreis ein  nach wie vor ein exponentielles Wachstum der Corona-Inzidenz, mit einem Erfolg der „Notbremse“-Maßnahmen rechnen die Behörden „frühestens kurz vor Ostern“. Um diesen zu erwartenden Wachstum einzubremsen, bittet das Gesundheitsamt um Mithilfe der Bevölkerung. Jeder einzelne könne Verantwortung übernehmen, beispielsweise durch die Nutzung der Cluster Diary App, über die das Eintragen von Kontakten „leicht, schnell und effektiv“ erfolgen könne. Außerdem sollte die Sensibilität im Bereich Abstand, Treffen mit mehreren Menschen und Hygieneregeln hoch bleiben, Schnelltests nicht erst im Zweifelsfalls durchgeführt werden und bei einem Verdacht einer eigenen Ansteckung so gehandelt werden, als ob eine Infektion bereits gesichert vorläge, um andere zu schützen.

Um neben den verschärften Maßnahmen die Anstrengungen auf dem Feld der Impfungen gegen Corona voranzutreiben, verabreichen 40 Pilotpraxen bereits seit Dienstag (23. März) Impfdosen, welche durch den Main-Kinzig-Kreis an die Praxen ausgeliefert wurden. Bevorzugt sollen jene Menschen eine Impfung erhalten, welche von einem schweren Infektionsverlauf, etwa durch Vorerkrankungen, besonders gefährdet sind. Das gilt auch für jene, die ein Impfzentrum nur schwer aufsuchen können. Die Hausärzte sollen es auch sein, welche die bereits 4.000 angemeldeten Personen für eine häusliche Impfung versorgen sollen. Für die Zeit nach Ostern verweisen die örtlichen Behörden auf Pläne der Bundes- und Landesregierung, wonach alle Hausärzte in die Lage gebracht werden sollen, zu impfen. Auch soll der „Blick auf die Prioritätsgruppen“ von diesem Zeitpunkt an „flexibler“ sein soll. (ms)

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