Große Spenderbereitschaft trotz Corona

Wichtige Blutspenden in der Corona-Krise - DRK mit besonderen Vorkehrungen

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Blutspendetermine finden nur noch in großen Hallen statt, so wie jüngst in der Mehrzweckhalle in Mittelbuchen. Dann ist ausreichend Platz, um den geforderten Sicherheitsabstand zwischen den Personen einzuhalten.

Täglich werden in Hessen 900 Liter Blut für die Versorgung von Patienten benötigt. Damit die Reserven nicht zur Neige gehen, finden regelmäßige Blutspendetermine statt, im Main-Kinzig-Kreis werden sie vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes organisiert.

Normalerweise laufen diese Blutspendetermine eher unbemerkt ab. „Wir haben eine große Datei mit unseren Stamm-Spendern, die wir für die jeweiligen Termine anschreiben“, erklärt Eberhard Weck, der bei der DRK Blutspendedienst Baden-Württenberg/Hessen gemeinnützige GmbH für das Spendenmarketing zuständig ist.

In einer Zeit, in der das erste Gebot der Nächstenliebe ein gehöriger Abstand zu den Mitmenschen ist, um die Ansteckung mit Covid 19 zu vermeiden, wird aber auch Blutspenden zur Herausforderung für die Organisatoren und zu einem Ereignis mit besonderen Vorkehrungen und Voraussetzungen.

Spender werden am Eingang befragt und selektiert

Dazu hat der Blutspendedienst den Ablauf bei den Terminen verändert. Noch vor dem Eingang der Hallen, in denen die Spende stattfindet, werden die potenziellen Spender befragt und selektiert. Ob sie aus Risikogebieten kommen, ob sie Erkältungssymptome haben wie Husten oder Schnupfen. Auch die Temperatur wird gemessen. Erst wenn alle Antworten unbedenklich sind, wird die Person reingelassen.

„Als erstes müssen sie unter Anleitung ihre Hände gründlich desinfizieren“, so Weck weiter. Im Anschluss findet das Arztgespräch statt und gibt die Person im Labor sein Blut ab. Alle müssen 1,5 bis zwei Meter Sicherheitsabstand einhalten. Dazu wurden auch die Betten weit genug auseinander gestellt. Die ehrenamtlichen Helfer tragen Mundschutz und Handschuhe.

Reservierte Termine sollen Menschenansammlungen vermeiden

Das DRK Ronneburg hatte für Montag  eigentlich einen Spendetermin in der Mehrzweckhalle geplant. Dieser Termin wurde kurzfristig abgesagt. „Wir versuchen aktuell Schwerpunkt-Blutspendetermine zu organisieren“, erklärt dazu Eberhard Weck. Außerdem arbeitet das DRK an einem Termin-Reservierungssystem. Auf der Webseite www.blutspende.de sollen sich in Zukunft Interessierte einen Blutspende-Termin holen können, so will das DRK unnötige Menschenansammlungen in Warteschlangen vermeiden.

Der geplante Termin in Erlensee, am Mittwoch von 15.30 bis 19.30 Uhr in der Erlenhalle, findet laut Weck allerdings statt. Organisiert wird er unter anderem von Karin Jung, die seit 20 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz ist und seit vier Jahren die Blutspende-Termine für den Ortsverein plant und durchführt. Rund 15 Helfer vor und hinter den Kulissen tragen zum Gelingen des ersten Blutspende-Termins unter dem Vorzeichen des Corona-Virus bei, erzählt sie auf Nachfrage.

Normalerweise legt der Erlenseer Ortsverband großen Wert auf ein bestimmtes Thema bei den Terminen. Das geplante Mittelalter-Ambiente ist nun jedoch dem Corona-Virus zum Opfer gefallen. Es werde keinen großen Imbiss geben, so Jung. Auch das gemütliche Beisammensitzen nach der Blutentnahme entfalle. Trotzdem hofft sie auf viele Teilnehmer.

Rekordzahl an Spendern in Mittelbuchen

Das DRK Hanau machte es jüngst in Mittelbuchen vor, dort wurde kürzlich ein neuer Rekord beim Blutspende-Termin in der Mehrzweckhalle gefeiert. Daniel Baran, Gruppenführer und Einsatzleiter der ehrenamtlichen Helfer, ließ in einer Pressemitteilung verlauten: „Wir waren überwältigt von dem Andrang und mussten sogar kurzfristig Nachschub organisieren.“

Aufgrund früherer Termine wurde mit rund 80 Spendern gerechnet, tatsächlich aber kamen 158 Spender, davon 48 Erstspender. Das Fazit beim DRK in Mittelbuchen: 137 Konserven konnten verwertet werden, das heißt bis zu 411 Menschen kann geholfen werden. 20 Prozent der Blutspenden geht an Krebspatienten, die regelmäßig versorgt werden müssen, so Eberhard Weck aus der Frankfurter Zentrale. Auch Herzkranke, Patienten mit Magen-Darm-Krankheiten, Leber- und Nierenerkrankungen und aktuelle Unfallopfer brauchen Blutspenden. „Das sind Erkrankungen, die sich auch in Coronazeiten nicht geändert haben“, betont Weck.

Täglich werden 2000 Spenden benötigt

Und auch wenn das Wegfallen verschiebbarerer Operationen eine teilweise Entlastung bringen würde, so werden laut Weck weiterhin 2000 Spenden täglich benötigt, um den Bedarf zu decken. Noch ist Weck optimistisch. „Immer wenn wir eine Katastrophensituation haben, steigt die Solidarität in der Bevölkerung“, so seine Erfahrung. Er hofft nur, dass die Spendenbereitschaft dauerhaft hoch bleibt.

Schließlich sei unklar, wie lange die aktuelle Situation bestehen bleibt. Geht es nach dem Ortsverband Erlensee, werden die Termine weiterhin durchgeführt. „Die Helfer wollen das auch“, berichtet Karin Jung. Im Schnitt kommen in Erlensee 150 bis 180 Spender zu einem Termin. Vielleicht finden morgen auch Ronneburger den Weg nach Erlensee. Karin Jung: „Wir freuen uns über jeden Spender!“

Quelle: Hanauer Anzeiger

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