Entwicklungsachse Frankfurt-Fulda

„Ein Kreis mit großem Potenzial“: Landrat Stolz sieht (SPD) Korrekturbedarf beim Landesentwicklungsplan

Entlang der Entwicklungsachse Frankfurt-Fulda haben etliche Kommunen des Main-Kinzig-Kreises erhebliches Wachstumspotenzial. Das sieht der Main-Kinzig-Kreis in der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans Hessen allerdings nur unzureichend berücksichtigt und fordert deshalb Korrekturen.
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Entlang der Entwicklungsachse Frankfurt-Fulda haben etliche Kommunen des Main-Kinzig-Kreises erhebliches Wachstumspotenzial. Das sieht der Main-Kinzig-Kreis in der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans Hessen allerdings nur unzureichend berücksichtigt und fordert deshalb Korrekturen.

Landrat Thorsten Stolz (SPD) drängt darauf, dass sich die positive Entwicklung des Main-Kinzig-Kreises auch in der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) Hessen niederschlägt. In einer umfangreichen Stellungnahme zur Landesplanung hat der Kreis seine Forderungen formuliert. Gleich für mehrere Kreiskommunen müsse es eine planerische Hochstufung geben, findet der Landrat.

Main-Kinzig-Kreis – Konkret fordert der Kreis die Einstufung der Stadt Nidderau als „Mittelzentrum“, die Städte Langenselbold und Erlensee als „Mittelzentrum in Kooperation“, eine Zuordnung der wirtschaftsstarken Gemeinde Biebergemünd zum sogenannten „verdichteten Raum“, die Aufstufung der Städte Gelnhausen und Schlüchtern zu „Mittelzentren Plus“ mit Teilfunktion eines Oberzentrums und eine Unterstützung für Bad Orb, Bad Soden-Salmünster und Wächtersbach im Hinblick auf eine Zusammenführung als „Mittelzentren in Kooperation“.

Der Landesentwicklungsplan Hessen ist die rechtliche Grundlage der Regionalpläne, die in den Regionalversammlungen und im Regionalverband FrankfurtRheinMain beschlossen werden. Damit ist er auch die wichtigste planerische Orientierung für die künftige Entwicklung der Städte und Gemeinden.

„Das Rhein-Main-Gebiet verfügt vor allem in der östlichen Richtung auf der Achse Frankfurt-Fulda noch über maßgebliches Wachstumspotenzial“, meint Landrat Stolz. Das decke sich mit dem Ausbau der Schienenverbindung im Kinzigtal sowie mit dem Vorschlag im Landesentwicklungsplan, den Raum entlang der A66 zwischen Frankfurt und Fulda als Entwicklungsachse abzubilden und damit als verdichteten Raum einzuordnen.

Main-Kinzig-Kreis möchte, dass Nidderau als Mittelzentrum eingestuft wird

„Mehr als überfällig“ ist aus Sicht des Main-Kinzig-Kreises die Einstufung der Stadt Nidderau als Mittelzentrum. „Mit inzwischen deutlich mehr als 20 000 Einwohnern und weiterhin steigender Tendenz bei sehr aktivem Wohnungsbau und weitreichenden Potenzialflächen kommt Nidderau inzwischen eine neue Zentralitätsfunktion zu, die eine Festlegung als Mittelzentrum mehr als rechtfertigt“, schreibt der Landrat in seiner Stellungnahme an das Hessische Wirtschaftsministerium. Er verweist unter anderem auf die Bedeutung Nidderaus fürs Umland als Einkaufs-, Schul- und Medizinstandort.

Argumente liefert der Main-Kinzig-Kreis auch für die Einstufung der Städte Gelnhausen und Schlüchtern als Mittelzentren mit Teilfunktionen eines Oberzentrums. In den nächsten Jahren werde ein überregional deutlich erkennbarer Entwicklungsschwerpunkt rund um die Kreisstadt Gelnhausen und die Bergwinkelstadt Schlüchtern liegen. So würden in Gelnhausen bereits heute zahlreiche Funktionen mit oberzentraler Bedeutung wahrgenommen. Dazu gehörten die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, das erst kürzlich erweiterte Finanzamt, der Sitz des Kommunalen Centers für Arbeit, das größte berufliche Bildungszentrum Hessens sowie seit 2005 der zentrale Sitz der Kreisverwaltung.

Steigende Patientenaufkommen in den Main-Kinzig-Kliniken

Aufgeführt werden außerdem die Main-Kinzig-Kliniken mit einem ständig steigendem Patientenaufkommen, die stationäre Hospizeinrichtung seit 2017, das Bildungshaus für lebenslanges Lernen, der fahrgaststärkste Bahnhof zwischen Hanau und Fulda sowie Freizeiteinrichtungen wie Freibad, Hallenbad, Sportstätten, Kino und eine öffentliche Bücherei. Hinzu kommen die künftige Akademie für Gesundheit und Pflege und das Innenstadtprojekt JOH mit einer weiteren Bündelung der Kreisverwaltung und der Einrichtung eines Medienzentrums.

Auch die Bergwinkelstadt Schlüchtern verfüge mit dem Standort der Main-Kinzig-Kliniken mit den Schwerpunkten Psychiatrie, Geriatrie und Palliativmedizin sowie bedeutenden Bildungsangeboten über weitrechnende Funktionen über die Kreisgrenzen hinaus. Auch die Ökologische Forschungsstation, das Hallenbad und Freibad, das Bergwinkelmuseum und die Stadthalle mit 500 Sitzplätzen seien hervorzuheben. Perspektivisch stünden in Schlüchtern weitere Projekte mit oberzentraler Bedeutung an: Campuseinrichtung mit Kongress- und Seminarzentrum, Internat, Büros und Multifunktionshalle für Sport und Events, Kleinmarkthalle für die Nahversorgung, ein Haus der Geschichte in ehemaligen Synagoge, Kultur- und Begegnungszentrum mit kommunalem Kino sowie eine neue Rettungswache.

„Wir erwarten, dass unsere Anregungen und Forderungen gewissenhaft geprüft und in der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans übernommen werden“, sagt Landrat Thorsten Stolz. Mit diesen Anpassungen werde der Plan die Entwicklungen der vergangenen Jahre umfassend berücksichtigen und vor allem die Chancen für die kommenden Jahre aufzeigen. did

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