Erste Etappe geschafft

Dritter Wohnpark der Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen macht Fortschritte

Freuen sich über Fortschritte: Michael Becker (von links), der Geschäftsführer der SHK BeWo, Vorsitzender Uwe Schneider und Landrat Thorsten Stolz.
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Freuen sich über Fortschritte: Michael Becker (von links), der Geschäftsführer der SHK BeWo, Vorsitzender Uwe Schneider und Landrat Thorsten Stolz.

Auf das geplante Richtfest wurde wegen der Pandemie verzichtet, dennoch gab Uwe Schneider als Vorsitzender der Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen gestern einen Sachstandsbericht zum dritten integrativen Wohnpark, den der gemeinnützige Verein zurzeit in Erlensee baut.

Erlensee - „Wir sind froh, dass die Rohbaumaßnahmen noch vor Wintereinbruch abgeschlossen worden sind. Auch das Dach wird nächste Woche fertiggestellt“, berichtete er Landrat Thorsten Stolz, der als einer von nur wenigen Gästen zum Ortstermin an die Langendiebacher Straße gekommen war.

22 Wohnungen zu bezahlbaren Preisen

22 neue Wohnungen entstehen in dem Gebäude, in dem einmal Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben sollen -- und das zu einem bezahlbaren Preis. Das Projekt wird vom Main-Kinzig-Kreis im Rahmen des sogenannten Pipa-Modells mit rund 537 000 Euro bezuschusst. Das Grundstück wird zudem von der Stadt Erlensee in Erbpacht zur Verfügung gestellt. Dafür darf der Mietpreis nicht über 7,50 pro Quadratmeter liegen. Dies ist der Kern des Pipa-Modells.

Die Selbsthilfe Körperbehinderter betreibt in Erlensee gegenüber des Hallenbads bereits zwei weitere integrative Wohnparks. Der erste wurde 1994 eröffnet, der zweite kam 2007 hinzu. Mit dem jetzt hinzukommenden dritten Teil wird die Zahl der von der SHK verwalteten Wohnungen von derzeit 61 auf 83 steigen.

Riesiger Bedarf: Liste der Interessenten ist lang

Die Wohneinheiten haben eine Größe zwischen 52 und 106 Quadratmetern. Der Bedarf ist riesig in Erlensee. Für den neuen Wohnpark gibt es nach Angaben der Seko bereits eine lange Liste von Interessenten. Ergänzt wird das Angebot durch die Service GmbH der Selbsthilfe Körperbehinderter. Die gemeinnützige Tochter des Vereins bietet Hilfeleistungen, damit Menschen trotz Behinderung oder Erkrankung in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können – sowohl im Wohnpark als auch außerhalb der Einrichtungen.

In dem neuen Wohnpark an der Langendiebacher Straße wird es auch zwei sogenannte Übergangswohnungen geben. Diese können von Menschen genutzt werden, die beispielsweise aufgrund eines Unfalls vorübergehend nicht in ihren eigenen vier Wänden wohnen können oder deren Wohnungen behindertengerecht umgebaut werden. „Auf diese zwei Wohnungen sind wir besonders stolz“, sagte Uwe Schneider.

Nächste Woche soll das Dach aufgeschlagen werden: Der dritte Wohnpark der Selbsthilfe wird 2021 eröffnet.

Den Nutzern solle nicht nur die Möglichkeit gegeben werden, barrierefreies Wohnen zu erleben, bis ihre eigenen Wohnverhältnisse ihrer neuen Situation angepasst sind. Sie sollen auch Begleitung und Beratung erhalten, damit sie ihre Möglichkeiten kennenlernen, um im Idealfall später ihre individuellen Unterstützungsleistungen selbst organisieren zu können. Auch eine psychosoziale Begleitung in der schwierigen Zeit schließt das Angebot mit ein.

Neues Gebäude kostet 5,2 Millionen Euro

Uwe Schneider war es jedoch beim Ortstermin wichtig, noch einmal zu betonen, dass es sich bei dem Bauvorhaben nicht um ein Wohnheim für Behinderte, alte Menschen oder eine Pflegeeinrichtung handelt, wie oftmals irrtümlich in der Öffentlichkeit vermutet werde. „Wir schaffen Wohnraum zur Vermietung“, betonte der Vorsitzende. Insgesamt werden in das neue Gebäude 5,2 Millionen Euro investiert. Neben dem Main-Kinzig-Kreis unterstützt auch die Aktion Mensch das Vorhaben mit 300 000 Euro.

Die neu entstehenden barrierefreien Wohnungen werden mit extra breiten Türen, befahrbaren Duschen, elektrischen Rollläden und einer zusätzlichen Sprechanlage am Bett ausgestattet. Auch gibt es ein Leitsystem für Sehbehinderte sowie Aufzüge, die allen behindertenspezifischen Erkrankungen gerecht werden.

Erste Mieter schon im September 2021?

„Unsere Mieter werden ein Umfeld vorfinden, dass ihnen trotz der verschiedensten Einschränkungen ein hohes Maß an Lebensqualität sichert. Dies alles ist in der heutigen Zeit für Menschen mit Behinderungen immer noch nicht selbstverständlich“, sagte Schneider.

Sollte der Baufortschritt in diesem Tempo weitergehen, so könnten bereits im September 2021 die ersten Mieter die Wohnungen beziehen. „Dann werden wir hoffentlich wieder in der Lage sein, dies gebührend zu feiern“, so der Vorsitzende.

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