Zuchtbulle 007 steht Modell

Bronzene Wasserbüffel sollen ab Sommer den Rathausplatz in Erlensee zieren

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Der Oberbau des alten Brunnens ist weg: In Kürze sollen die Wasserbüffel in Bronze gegossen und für den Rathausplatz nach Erlensee transportiert werden.

Das Stadtfest anlässlich des 50-jährigen Bestehens von Erlensee wird wegen der Corona-Pandemie auf das nächste Jahr verschoben. Doch die bronzenen Wasserbüffelskulpturen – quasi das Geburtstagsgeschenk, das sich die Stadt selbst machen möchte – sollen ab Juli den Brunnen auf dem Rathausplatz zieren.

Einen Entwurf von 007, dem echten Zuchtbullen aus den Weideswiesen, der für die Skulptur Modell steht, sowie von einem kleinen liegenden Kälbchen gibt es bereits. „Es werden derzeit noch kleine Veränderungen an der Nase vorgenommen“, berichtete Erlensees Bürgermeister Stefan Erb jetzt. In Kürze soll der Entwurf dann dem Präsidium der Stadtverordnetenversammlung sowie dem Magistrat vorgestellt werden. Geben die Gremienvertreter ihr Einverständnis, dann werden die beiden Büffel sofort in Lebensgröße gegossen.

Geld aus Haushalt der Stadt wird nicht gebraucht

Das Wasserbüffelprojekt ist auf eine Initiative der Erlenseer Künstlerin Sabine Pabst sowie drei weiteren Mitgliedern des Kunstraumes entstanden. Pabst hatte nicht nur die Idee, sondern hat auch private Geldgeber für das Projekt gefunden. Die Stadt hatte zwar 13 000 Euro dafür in den Haushalt eingestellt, doch nach derzeitigem Stand wird das Geld gar nicht gebraucht. Man habe sogar mehr als die 23 000 Euro eingesammelt, die die Bronzeskulpturen kosten sollen, berichtete jetzt Horst Pabst, Ehemann der Künstlerin und Fraktionschef der CDU im Stadtparlament.

Hergestellt werden die Büffel von einem Münchener Unternehmen, das laut Pabst bereits für prominente Auftraggeber gearbeitet hat. Unter anderem habe sich der Schlagerstar Heino eine Bronzefigur, für die er selbst Model gestanden hatte, in seinen Garten gestellt, berichtet Horst Pabst schmunzelnd. Die Wasserbüffel sollen in Portugal gegossen und dann nach Erlensee transportiert werden. Für die Umgestaltung des Brunnens haben die Initiatorinnen zudem heimische Unternehmen gefunden, die dafür kostenlos ihren Maschinenpark zur Verfügung stellen werden. „Das Engagement der heimischen Wirtschaft ist riesig“, so Sabine Pabst.

Vorbereitungen haben bereits begonnen

Auf dem Rathausplatz sind derweil die ersten Vorbereitungen getroffen worden. Zum Beispiel wurde der Oberbau des Brunnens abgebaut. Dieser soll mit samt Emblem der Stadt Erlensee an anderer Stelle in Rathausnähe wieder aufgebaut werden. Die beiden Büffel werden laut Sabine Pabst jetzt nicht direkt in den Brunnen gestellt, sondern dahinter. Dies habe man vor allem aus Kostengründen so geplant, erläutert sie.

Die Granitsteine, die den alten Brunnen derzeit noch umfassen, sollen weggenommen werden. Stattdessen werden in der Vertiefung künftig Findlinge liegen, auf die sich die Leute setzen und auch die Füße ins Wasser halten können. Der neue Brunnen soll darüber hinaus auch wesentlich leiser sein als der bisherige. Das Plätschern habe vor allem die Bewohner des nahe gelegenen Hauses Rosental, einem Seniorenheim, gestört. Nun werden drei Schaumdüsen dafür sorgen, dass sich das Wasser zwar langsam am Boden bewegt, dabei aber keine wahrnehmbaren Geräusche mehr macht.

Büffel stören Planungen für Rathaus nicht

Die künftigen Planungen für das Rathaus werden durch den Büffelbrunnen nicht beeinträchtigt, sagt Bürgermeister Erb. Die Büffel seien zwar so schwer, dass man sie nicht einfach aufladen und mitnehmen könne, doch immer noch leicht verrückbar. Hintergrund ist die noch immer offene Zukunft des Verwaltungssitzes, der dringend sanierungsbedürftig ist. Nachdem das Rathaus ursprünglich nur saniert und erweitert werden sollte, wurde zuletzt auch darüber diskutiert, es ganz abzureißen und durch einen Investor neu bauen zu lassen.

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