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Eine perfekte Kopie der Towerkuppel vom Fliegerhorst

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Von: Holger Weber-Stoppacher

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Wie das Original: Der Nachbau steht noch in den Hallen der Firma Stahlbau Ebert in Hanau. Bisher wurde er nur geheftet, verschweißt wird die Konstruktion vor Ort.
Wie das Original: Der Nachbau steht noch in den Hallen der Firma Stahlbau Ebert in Hanau. Bisher wurde er nur geheftet, verschweißt wird die Konstruktion vor Ort. © Reinhard Paul (3)
Der Tower vor der Sanierung: Die Kuppel war aus energetischen Gründen nicht mehr brauchbar. Archiv
Der Tower vor der Sanierung: Die Kuppel war aus energetischen Gründen nicht mehr brauchbar. Archiv © Häsler

Bruchköbel/Erlensee – In der großen Halle der Firma Stahlbau Ebert in Hanau wird gerade Geschichte wieder erfahrbar. Die Konstrukteure lassen dort eine Nachbildung der Kuppel entstehen, die einst auf dem Tower des Fliegerhorsts in Erlensee thronte und von wo aus amerikanische Fluglotsen das Geschehen auf dem Militärflughafen koordinierten.

Die Maße sind originalgetreu und auch optisch ist die neue Konstruktion genau dem Original nachempfunden. „Dafür haben wir auch den einen oder anderen Träger eingebaut, der eigentlich überhaupt keine statische Funktion mehr hat“, erklärt Markus Dörr. Der leitende Ingenieur freut sich über den Auftrag. „Das ist mal etwas ganz Besonderes und auch eine kleine Herausforderung“, meint er.

Towergebäude wird aufwendig saniert

Der Aschaffenburger Immobilienunternehmer Ferdinand Fäth hatte das alte Towergebäude vor einigen Jahren gekauft und lässt es gerade aufwendig sanieren. Nach Fertigstellung wird der Tower von der Posttochter DHL als Bürogebäude angemietet. DHL baut auf dem Fliegerhorst ein riesiges Logistikzentrum. Die rund 15 Quadratmeter große Kuppel soll künftig als ein kleines Besprechungszimmer dienen. Wie früher die US-Militärs werden dann auch die Logistikmanager eines Tages über eine kleine Spindeltreppe in den Tower klettern. Der Treppenanbau wird getrennt von dem Hauptkörper der Kuppel konstruiert und erst vor Ort angebaut. Überhaupt ist die Konstruktion, wie sie jetzt in der Halle steht, noch recht labil, die einzelnen Träger des insgesamt vier Tonnen schweren Konstrukts sind nur durch Schweißpunkte aneinandergeheftet. Der Grund: Nach Fertigstellung wird die Kuppel wieder in mehrere Teile zerlegt, so dass man sie mit dem Lkw zum Fliegerhorst transportieren kann. Dort werden die Elemente dann verschweißt, mit einem Kran auf das Dach gehoben und auf ein Betonfundament aufgesetzt.

Für Ferdinand Fäth, dem im Logistikpark Fliegerhorst mehrere Hallen gehören, war es von Beginn an klar, dass die Kuppel wieder draufgesetzt werden sollte. Das Original war allein aus energetischen Gründen nicht mehr verwendbar. Zudem war der Bau stark beschädigt, weil es durchs Dach geregnet hatte.

Kuppel wurde von den Amerikanern gebaut

Die Kuppel ist im Übrigen von den Amerikanern gebaut worden. Das hat Ingenieur Markus Dörr bereits an den Maßen erkannt, die jenseits des großen Teichs verwendet werden. Bilder im Buch der beiden Lokalhistoriker Werner Kurz und Jens Gustav Arndt („Deckname Briefwaage“) zeigen im Übrigen auch, dass das Originalgebäude aus den 30er Jahren noch ziemlich kopflos war.

Der Fliegerhorst Langendiebach, der einst zur Garnison Hanau gehörte, war von den Nazis 1939 eingeweiht worden. Der Tower war bei einem US-Luftangriff am 10. November 1944 durch einen Treffer schwer beschädigt worden. Nach dem Krieg übernahmen die US-Streikräfte den Militärflughafen und nutzen das „Hanau Airfield“ bis zu ihrem Abzug im Jahr 2007.(Von Holger Weber)

Komplexe Pläne: Nicht alle Elemente haben eine statische Funktion, sagt Ingenieur Markus Dörr.
Komplexe Pläne: Nicht alle Elemente haben eine statische Funktion, sagt Ingenieur Markus Dörr. © -
Freuen sich über einen besonderen Auftrag: Mitarbeiter der Firma Stahlbau Ebert bei der Arbeit.
Freuen sich über einen besonderen Auftrag: Mitarbeiter der Firma Stahlbau Ebert bei der Arbeit. © -

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