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Elternproteste haben sich gelohnt

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Von: Monica Bielesch

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Die Kita-Kinder des Horthauses an der Langendiebacher Straße sollen nun doch nicht in die neue Kita Leipziger Straße umziehen.
Die Kita-Kinder des Horthauses an der Langendiebacher Straße sollen nun doch nicht in die neue Kita Leipziger Straße umziehen. archiv © Monica Bielesch

Dass es sich manchmal lohnen kann, für seine Belange einzutreten, konnten bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend in der Erlenhalle die wieder zahlreich erschienen Eltern und Erzieher des Horthauses feststellen.

Erlensee – Unisono betonten die Kommunalpolitiker aller Parteien, dass die Stadt nicht gegen deren Willen die 1,5 Kitagruppen des Horthauses auflösen und im kommenden Jahr in die Kita Leipziger Straße umsiedeln wird. Das waren die ursprünglichen Pläne des Magistrats gewesen, die Anfang Dezember noch im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt worden waren (wir berichteten). Die Eltern hatten sich in der damaligen Ausschusssitzung mit Wortbeiträgen und Unterschriftenlisten gegen eine solche Verlegung ausgesprochen.

Abstimmung wurde verschoben

Das Parlament stimmte zwar am Donnerstag nicht über die entsprechende Vorlage des Magistrats ab, sondern verschob das Thema einstimmig wieder in die Ausschüsse. Aber die Wortmeldungen konnten den Eltern Hoffnung machen.

Dr. Martin Maul, SPD-Fraktionsvorsitzender, meinte: „Wir sollten der Gemeinschaft im Horthaus Rechnung tragen.“ Und Horst Pabst, CDU-Fraktionsvorsitzender, schloss bereits ohne eine Gremiumsentscheidung aus, dass die Kita-Kinder aus dem Horthaus in die Leipziger Straße umziehen. „Weil die Eltern gekämpft haben“, so Pabst. Bürgermeister Stefan Erb (SPD) betonte, dass ihn die Reaktionen der Elternschaft im Haupt- und Finanzausschuss überrascht hätten.

Die Verwaltung hätte den Kita-Kindern mit dem Umzugsangebot eigentlich etwas Gutes tun wollen, so Erb. Damit sie aus dem nur provisorischen Containerdorf an der Langendiebacher Straße rauskommen und der dort räumlich beengten Situation entfliehen könnten. „Aber wenn das von den Eltern nicht gewünscht wird, dann soll es so bleiben“, sagte der Bürgermeister, ergänzte jedoch, dass das ganze Containerdorf weiterhin ein Provisorium bleibe und über kurz oder lang wieder weichen müsste.

In Kita Am Rathaus wären rund 60 Kinder vom Umzug betroffen

Erb betonte ebenfalls, dass die Verwaltung immer bemüht sei, für betreute Kinder Übergänge zu schaffen, wenn sich etwas an der Betreuungssituation ändere. Er sicherte zu, dass bei Schließung der Kita Am Rathaus Einzelgespräche mit den Eltern der rund 60 Kinder geführt werden, die im kommenden Jahr möglicherweise von einem Umzug betroffen seien. Und er machte deutlich, dass für einen Großteil dieser Familien ein Kita-Platz in der Leipziger Straße sogar eine Verbesserung sei. Denn anhand einer von der Verwaltung aktuell erstellten Karte, werde nun visuell schnell ersichtlich, aus welchen Stadtteilen Kinder in welche Kita gehen.

„Für 35 Kinder, die heute die Kita Am Rathaus besuchen ist es sogar näher zur Leipziger Straße“, so Erb. Am Ende begrüßte auch er die Verweisung des Themas an den Sozialausschuss, Haupt- und Finanzausschuss sowie Bau- und Umweltausschuss. In diesen drei Ausschüssen können im kommenden Jahr die vielen Fragen gelöst werden, die die Kommunalpolitiker aller Fraktionen heute noch sehen.

Zusätzliche 50 000 Euro für Flüchtlingshilfe bewilligt

Einstimmig bewilligte das Parlament 50 000 Euro an außerplanmäßigen Ausgaben im Bereich der Flüchtlingshilfe. Die Aufwendungen im Bereich der Flüchtlingshilfe seien in diesem Jahr aufgrund verschiedener Umstände gestiegen, hatte die Verwaltung begründet. Einerseits sei es zu immer mehr Unfrieden und notwendigen Polizeieinsätzen in der Gemeinschaftsunterkunft Römerhof gekommen. Die Beauftragung eines Securitydienstes in den Abendstunden sei unumgänglich geworden. Dies betreffe den Bereich der Obdachlosen- sowie den Bereich der Flüchtlingsunterbringung. Diese Kosten belaufen sich hier auf rund 12 000 monatlich.

Zudem seien Mieten und Nebenkosten für die von der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung angemieteten Wohnungen gestiegen.

Bürgermeister Erb machte vor der Abstimmung klar, dass die Integration der geflohenen Menschen, die nach Erlensee gekommen sind, überwiegend gelungen sei. Insgesamt seien rund 380 Geflüchtete in Erlensee aufgenommen worden. Aktuell würden noch 42 in der Gemeinschaftsunterkunft Römerhof wohnen, 184 hätten eigenen Wohnraum. „Zur Integration wurde unglaublich viel getan“, so Erb.

Ein SPD-Antrag schlug vor, mögliche Anbieter für eine Photovoltaik-Anlage am Fliegerhorst zu suchen, um einen Beitrag für die Energiewende zu leisten. Auf Antrag der CDU wurde aber auch dieser Antrag in den Ausschuss zur weiteren Beratung verwiesen.

Sogar die Grünen sprachen sich dafür aus, die Idee nochmals zu diskutieren und die offenen Fragen zu klären. Fraktionsführerin Renate Tonecker-Bös: „Wir freuen uns zwar über diesen Vorschlag, aber unserer Ansicht nach gehört Photovoltaik auf Dächer.“ Es sollte gerade durch solche Anlagen nicht noch mehr Fläche versiegelt werden.

(Von Monica Bielesch)

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