Stadt Erlensee arbeitet mit Kommunalem Center für Arbeit zusammen

Drei Langzeitarbeitslose erhalten eine neue Chance

Auf dem Bauhof der Stadt Erlensee: Bürgermeister Stefan Erb, Joachim Weber, Thomas Junker sowie Yasmin Schilling, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) im KCA (von links).
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Auf dem Bauhof der Stadt Erlensee: Bürgermeister Stefan Erb, Joachim Weber, Thomas Junker sowie Yasmin Schilling, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) im KCA (von links).

„Herr Stadtmüller hat bei uns im Rathaus eingeschlagen wie eine Bombe!“ Markus Stadtmüller ist es fast schon ein wenig unangenehm, als sein Chef Stefan Erb, Bürgermeister der Stadt Erlensee, ihn derart lobt. Dem 42-Jährigen hatte das Kommunale Center für Arbeit (KCA) nach langjähriger Arbeitslosigkeit über das Programm „Sozialer Arbeitsmarkt im Main-Kinzig-Kreis“ (SAM) eine Anstellung als Fachbereichsassistenz im Erlenseer Rathaus vermittelt, berichtet das KCA in einer Mitteilung.

Erlensee - Im Rahmen von SAM bezuschusst das KCA-Jobcenter die Einstellung von Langzeitarbeitslosen erheblich für bis zu fünf Jahre.

„SAM ist eine sinnvolle und zielführende Initiative“, so Erb, der aktuell Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung ist, gegenüber Yasmin Schilling, der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des KCA. „Wir können dank dieser Förderung jemandem eine Chance geben, ohne dafür direkt eine zusätzliche Stelle schaffen zu müssen“.

Eine Chance, die Markus Stadtmüller genutzt hat. Im Fachbereich Zentrale Dienste kümmert er sich um die verschiedensten Aufgaben und entlastet das Team. Als direkt zu Beginn seiner Beschäftigung das Vorzimmer des Bürgermeisters vertretungsweise zu besetzen ist, springt der gelernte Bürokaufmann ohne zu Zögern ins kalte Wasser und bewährt sich mit seiner freundlichen, gründlichen und ruhigen Art.

Sein unmittelbarer Vorgesetzter, Fachbereichsleiter Harald Kling, bezeichnet ihn wohlwollend als „Colt für alle Fälle“. Der so Gerühmte gibt sich bescheiden: „Mein Dank gilt Herrn Erb und meinen Kolleginnen und Kollegen sowie meinen Ansprechpartnern im KCA-Jobcenter dafür, dass sie mich hier so herzlich aufgenommen und mir diese Gelegenheit verschafft haben.“ Für den Hanauer hat sich im zurückliegenden Jahr vieles zum Guten verändert - nicht nur beruflich. Der Vater von drei Kindern hat innerhalb der Familie positive Impulse gesetzt. So strebt seine Tochter, die kurz vor dem Abitur steht, inzwischen selbst eine Laufbahn in der öffentlichen Verwaltung an.

Öffentliche Arbeitgeber als „Vorreiter“

Als für das Hanauer Impfzentrum des Main-Kinzig-Kreises neulich Freiwillige für Empfang und Anmeldung gesucht wurden, war Stadtmüller einer der ersten, die sich sofort dazu bereit erklärten. Rathauschef Erb ist so überzeugt von seinem neuen Mitarbeiter, dass er bereits prüft, für diesen schon jetzt eine dauerhafte Stelle zu schaffen, um aus dem Förderprogramm heraus ein reguläres Anstellungsverhältnis zu schaffen. An anderer Stelle gelang es dem KCA ebenfalls, mittels SAM personelle Verstärkung für die Stadt Erlensee zu rekrutieren. Auf dem dortigen Bauhof verrichten Thomas Junker (52) und Joachim Weber (57) seit März beziehungsweise seit November 2020 ihren Dienst. Beide waren zuvor lange Zeit arbeitslos.

Betriebsleiter Bernd Lapp ist mit beiden Männern absolut zufrieden. „Die zwei haben sich von Anfang an prima in die Mannschaft eingefügt. Sie packen kräftig mit an, sind pünktlich und zuverlässig.“ Zu den vielfältigen Aufgaben von Junker und Weber gehört es unter anderem, öffentliche Plätze und Grünanlagen zu pflegen, Wege und Straßen von Unkraut zu befreien oder illegale Müllablagerungen zu entfernen - im Übrigen ein erhebliches Ärgernis.

Junker konnte sich zudem schon im Streu- und Räumdienst während des heftigen Wintereinbruchs im Januar und Februar 2021 seine Meriten verdienen. Beide Mitarbeiter sind glücklich, mit über 50 Jahren noch eine Chance bekommen zu haben. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, die Schichten beginnen teilweise bereits in den frühen Morgenstunden. Da schmerzen ab und an die Knochen, doch das nehmen die zwei gerne in Kauf.

Beate Langhammer, Vorstandsvorsitzende des KCA, freut sich über die günstige Entwicklung. „Wir erleben immer wieder, dass gerade öffentliche Arbeitgeber Vorreiter sind, wenn es um eine geförderte Beschäftigung durch SAM geht.“ Das Beispiel Erlensee zeige, wie positiv sich Beschäftigte entwickeln könnten, die der Arbeitsmarkt schon abgeschrieben hatte. SAM sei ein wirksames Instrument, um wieder eine Chance auf eine berufliche und damit soziale Teilhabe zu ermöglichen. (Pm/fmi)

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