Eschen waren von Pilz befallen

Am Limespark mussten Bäume gefällt werden

Der morsche Baumstamm einer Buche liegt im Waldgebiet Hohnstedter Holz bei Wolfsburg. Dürre und anhaltende Trockenheit lassen nicht nur viele Buchen sterben, sondern schwächen auch Eschen, wie jetzt in Erlensee geschehen.
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Der morsche Baumstamm einer Buche liegt im Waldgebiet Hohnstedter Holz bei Wolfsburg. Dürre und anhaltende Trockenheit lassen nicht nur viele Buchen sterben, sondern schwächen auch Eschen, wie jetzt in Erlensee geschehen.

Als Andreas Amberg, stellvertretender Fachbereichsleiter in den zurückliegenden Wintermonaten im Wäldchen der Neuen Mitte am Limespark alte, marode Pappeln entfernen lässt, macht er eine traurige Entdeckung. Das Eschentriebsterben hat sich unter den rund 400 Eschen dort massiv verbreitet.

Erlensee – Es sei eine tückische Baumkrankheit, erzählt Amberg am Telefon. „Sie schreitet schnell voran und man sieht das Eschentriebsterben erst auf den zweiten Blick.“ Denn der Pilz, der für diese Krankheit verantwortlich ist, greift die Bäume über die Wurzeln an und verbreite sich über eine Wachstumsperiode schnell im ganzen Baum. Und weil das Holz des Eschenbaums dazu neige schnell zu brechen, musste Amberg eine rasche Entscheidung treffen. „Es war sozusagen Gefahr im Verzug und wir mussten schnell handeln.“

Neupflanzungen sind geplant

Die Stadt musste darum weit über das Maß einer normalen Verkehrssicherung hinaus in den Bestand eingreifen. Deshalb wurde umgehend Hessen Forst und ein Gutachterbüro für die artenschutzrechtlichen Belange hinzugezogen. Nach Auffassung des zuständigen Revierleiters von Hessen Forst sei ein Umbau des Waldbestandes durch eine gruppenweise Anpflanzung von Jungbäumen hin zu einem parkähnlichen Bestand ratsam. Diesen Vorschlag unterstütze auch die Stadtverwaltung, heißt es dazu in einer Pressemitteilung, da diese Lösung ein entsprechendes Umfeld der dort geplanten Natur-Kita am neuen Limespark fördern würde.

Darum fanden nun im Wäldchen am Limespark umfangreiche Baumfällarbeiten statt. Von den rund 500 Eschen mussten etwa 100 Exemplare gefällt werden, bedauert Amberg.

Klimawandel ist Grund für anfällige Bäume

Das anfallende Totholz kann aufgrund der Menge nicht im Bestand verbleiben, da den Kindern der geplanten Natur-Kita ansonsten der Zugang zu diesem Waldbereich komplett versperrt bleiben würde. Deshalb habe der zuständige Fachbereich entschieden, den Großteil des anfallenden Holzes vor Ort zu häckseln. Damit wird zumindest die Biomasse dem Standort erhalten bleiben, und die Kinder würden noch genügend Bauholz vorfinden.

Der Fachbereich Grünanlagen bedauert die Situation: „Es ist natürlich einerseits schade, dass die Stadt eine Natur-Kita plane, es gleichzeitig aber zu massiven Fällungen kommt“, so Amberg. Andererseits bieten die Neuanpflanzung und das verbleibende Totholz mit den sogenannten Spechtbäumen den Kindern immer noch die Möglichkeit, die Natur-Kreisläufe in ihrem Umfeld zu erleben. In Verbindung mit der direkten Nähe zum Limespark und den dort bereits eingeplanten Beeten und Obststräuchern ist man sich bei den Verantwortlichen der Stadt sicher, den Kindern der neuen Natur-Kita insgesamt ein naturnahes und spannendes Angebot machen zu können.

Als Grund für den massiven Pilzbefall der Eschen sieht Amberg die veränderten Klima- und Umweltbedingungen. Die zunehmende Trockenheit würde den Bäumen zusetzen, denn insbesondere die Esche bevorzugt eher feuchte Böden. Wenn das Klima zunehmend heiß und trocken wird, geraten die Bäume unter Streß. „Sie sind dan nicht mehr so vital“, erklärt Amberg.

Der Pilz habe dann ein leichtes Spiel und könnte den Baum schnell befallen.

Trockenheit wird Bäumen weiterhin zusetzen

Der Klimawandel werde mittelfristig die Struktur der Wälder verändern, so Amberg. „Die Eschen haben keine Chance, sie werden langsam aber sicher verschwinden.“ Denn das Eschentriebsterben sei in Hessen bereits flächendeckend verbreitet

Die durch die notwendigen Baumfällungen nun entstandenen kahlen Flächen im Wäldchen am Limespark sollen laut Amberg wieder aufgeforstet werden.

Die Entscheidung, durch welche Bäume die Eschen dort ersetzt werden sollen, sei noch nicht gefallen. Denn: „Wenn man einen Baum pflanzt, blickt man in die Zukunft“, betont Amberg. Schließlich werde erst in frühesten 100 Jahren sichtbar, wie der neu gepflanzte Baum den Wald gestaltet.

In erster Linie müssten die neu zu pflanzenden Baumarten gut mit den veränderten Klimabedingungen klar kommen. Denn dass es weiterhin ein trockenes Klima auch in unseren Breitengraden geben werde mit weniger ausdauerndem Regen, sondern eher schwallartigem punktuellem Regen, sei heute schon klar, so Amberg.

„Im Moment stehen Eichen hoch im Kurs.“ Aber die Entscheidung, ob die Wahl auf einheimische Eichen oder auf eine mediterrane Eichenart fällt, sei noch nicht gefallen.

Schließlich werde der Standort am Limespark, der früher ein feuchter Standort gewesen sei, in Zukunft austrocknen. Neue Bäume müssten mit diesen Bedingungen klar kommen.

(Von Monica Bielesch)

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