Ein abenteuerlustiges Paar aus Erlensee

Ursula und Helmut Meier feiern Goldene Hochzeit

Ein abenteuerlustiges Paar mit einer Vorliebe für den Karneval feiert heute Goldene Hochzeit: Ursula und Helmut Meier aus Erlensee.
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Ein abenteuerlustiges Paar mit einer Vorliebe für den Karneval feiert heute Goldene Hochzeit: Ursula und Helmut Meier aus Erlensee.

Kennengelernt haben sich Helmut Meier und Ursula, damals noch Seipel, im November 1970 beim Tanzen im angesagten Luxor in Mühlheim. Ursula, die mit einer Freundin gekommen war, wollte eigentlich nach Hause trampen. Doch Helmut ließ das nicht zu und fuhr kurzerhand einen kleinen Umweg nach Gelnhausen hinein, bevor es weiter zum Flugplatz ging, um wie jedes Wochenende Fallschirm zu springen. Zuvor hatte er sich vorsorglich mit Ursula für den darauffolgenden Sonntag neu verabredet.

Erlensee – Helmut wollte mit Ursula in einer Cessna „in die Luft gehen“. „Bei unserem Erstflug habe ich nicht ohne Hinterlist ihr den ersten Kuss abgerungen. Dafür ließ ich meinen Springerfreund, der eine Fluglizenz hatte und die Maschine steuerte, einige Linkskurven machen. Wenn eine Frau das erste Mal aus 300 Metern Höhe nach unten schaut, will sie doch gerne in den Arm genommen werden“, erzählt er schmunzelnd.

Tandemsprünge und Tauchgänge

Dem Cessna-Flug folgten weitere außergewöhnliche Aktivitäten, zum Beispiel ein Tandemsprung aus 5000 Metern Höhe, fünf Tauchgänge auf den Malediven und eine Beteiligung an einer Expedition in die Andamanensee bei Indien. „Ab dann ging alles ganz schnell: unser erstes gemeinsames Silvester 1970/71, dann vier Monate später, am 24. April 1971, unsere Hochzeit und schließlich die Geburt unserer Tochter Simone Anfang September“, berichtet er. Fürs Erste kam die kleine Familie bei Helmuts Oma unter.

Viele Jahre war Helmut, der eigentlich gelernter Stuckateur ist und im elterlichen Betrieb gelernt hatte, im Versicherungsaußendienst tätig gewesen. Als junger Mann hatte der gebürtige Rückinger sich freiwillig bei der neu gegründeten Eliteeinheit der Bundeswehr – der FSK 200 (Fern-Späh-Kompanie, die Vorgängerin der KSK) – gemeldet, wo er das Fallschirmspringen und Tauchen lernte. Bis heute absolvierte er 1438 Sprünge und 282 Tauchgänge.

Seine Frau ließ es ruhiger angehen und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Degussa in Hanau-Wolfgang, um anschließend bei der AOK Gelnhausen und schließlich bei der Main-Kinzig-Kasse bis zur Hessenkasse. Dort blieb sie auch bis zu ihrem Ruhestand.

Gehörten auch zu den Gründern der Kinziggeister

Und noch eine weitere bemerkenswerte Aktivität ist dem Jubelpaar zuzuschreiben: Gemeinsam mit zwei anderen Fallschirmspringern, nämlich Harald Kuhn und Elvi Butz, gründeten sie die Kinziggeister, eine lautstarke Fastnachts-Gruppe. Mittlerweile ist die auch unter Hessische Gugge-Musik-Clique bekannte Gruppe mit ihren Sitzungen und Maskenbällen weit über die Landesgrenze von Hessen hinaus bekannt.

„Und so zogen die 50 gemeinsamen Jahre ins Land. Aus unserer Tochter wurde mit 24 Jahren eine der jüngsten Hörgeräteakustiker-Meisterinnen im neuen Kurssystem von Hessen. Und unser Enkelkind Talia Schürmann ist in die Fußstapfen ihrer Oma Ursel getreten und auch Industriekauffrau geworden“, freut sich Helmut. Damit schließt sich der Kreis.

(Von Gabriele Reinartz)

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