Im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung versammeln sich Fahrradfahrer

Demonstration für bessere Radwege

Fahrradfahrer demonstrierten kurz vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend für eine bessere Rad-Infrastruktur. Vor der Fallbachhalle versammelten sich dazu rund 40 Radler.
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Fahrradfahrer demonstrierten kurz vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend für eine bessere Rad-Infrastruktur. Vor der Fallbachhalle versammelten sich dazu rund 40 Radler.

Mit lautem Klingeln ihrer Fahrradklingeln begrüßten rund 40 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Stadtverordneten, die am Donnerstagabend zur Erlenhalle kamen, um an der zweiten Stadtverordnetenversammlung dieser Legislaturperiode teilzunehmen.

Erlensee – Die Teilnehmer der als „kleine Fahrrad-Demo“ angekündigten Veranstaltung, wollten auf die Situation von Fahrradfahrern in Erlensee aufmerksam machen. Initiiert wurde die Aktion von der neugegründeten Initiative „Erlensee fährt Rad“ und bezog sich damit auf einen Antrag der Grünen-Fraktion zum Thema Radverkehr, der an diesem Abend auf der Tagesordnung stand. Werner Scherer, einer der Köpfe hinter der neuen Initiative, meinte in seiner kleinen Rede, dass die Rad-Infrastruktur in Erlensee nicht mit dem aktuellen Boom des Zweirades mithalten könne. „Viele Radwege enden im Nichts.“ Einzig positives Beispiel seien die Wege im Gewerbegebiet Fliegerhorst. Er zählte einige für Radfahrer neuralgische Punkte in Erlensee auf. „Die Querung zum Bärensee ist besonders schlimm“, so Scherer. Die Demonstranten appellierten an die Stadtverordneten, die aktuell von Bund und Land aufgelegten Förderprogramme zu nutzen, um die Radinfrastruktur in Erlensee zu verbessern. So schnell wie möglich sollten Projekte definiert und passende Förderungen gesucht werden, so Scherer.

Erlensee hat fahrradfreundliche Topografie

Für die Grünen begründete später in der Sitzung Dieter Nentwig, dass es in einer Kommune wie Erlensee wichtig sei, die Menschen für die Benutzung des Rades auf den kurzen Wegen zu begeistern. Nentwig erwähnt zudem den Verkehrsrahmenplan, den die Stadt vor acht Jahren erstellt hat. Er forderte die Verwaltung auf, die darin enthaltenen Handlungsanleitungen für einen verbesserten Radverkehr umzusetzen und die Stadtverordneten dazu, den Weg frei zu machen für die Beantragung der entsprechenden Fördergelder. Darum beantragten die Grünen, den Magistrat zu beauftragen, sich um Zuschüsse des Bundes und des Landes zur Förderung des Radverkehrs zu bemühen. Als mögliche Programme nannten die Grünen das Sonderprogramm „Stadt und Land“ oder den Nationaler Radverkehrsplan (NRVP) 3.0.

„Die Radwege in Erlensee sind so gut wie nicht vorhanden“, stimmte ihm Horst Pabst, der Fraktionsvorsitzende der CDU, zwar zu. Aber weil das Thema der Verbesserung der Rad-Infrastrukur ein „so großes Thema“ sei, beantragt er die Verweisung in den Haupt- und Finanzausschuss sowie in den Bau- und Umweltausschuss, wo eine ausführliche Diskussion geführt werden könnte und sollte, um Erlensee in diesem Bereich besser aufzustellen.

Bürgermeister Erb verteidigt Verwaltung

Auch Bürgermeister Stefan Erb (SPD) meldete sich zu Wort und nahm seine Verwaltung vor dem Vorwurf Nentwigs jahrelang untätig gewesen zu sein, in Schutz. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für uns.“ Erb betonte, dass die Stadt gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis viel für die Förderung des Radverkehrs tue. Er kündigte an, dass im Juli ein neuer Mitarbeiter in die Verwaltung komme, der für das Thema Radverkehr zuständig sein soll. Für die SPD-Fraktion betonte Dr. Manfred Maul: „Unserer Fraktion liegt das Thema am Herzen.“ Im Ausschuss solle darum geprüft werden, wo die Stadt stehe, um neue Projekte zu identifizieren und umzusetzen. Der Antrag wurde in den Ausschuss verwiesen.

(Von Monica Bielesch)

So wie hier am Ortseingang von Bruchköbel kommend, enden viele Radwege im Nichts.

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