Wahlbeteiligung

Grüne jubeln auch in Erlensee über Zugewinne

Die Stadt der Wasserbüffel hat gewählt und die Grünen sind auch hier als Sieger hervorgegangen: Sie konnten ihr Ergebnis verdoppel. archiv
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Die Stadt der Wasserbüffel hat gewählt und die Grünen sind auch hier als Sieger hervorgegangen: Sie konnten ihr Ergebnis verdoppeln.

Als das vorläufige Gesamtergebnis zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung gestern gegen 17 Uhr endlich feststand, hat Renate Tonecker-Bös viele Whatsapp-Nachrichten und Emails mit Gratulationen erhalten. Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen freute sich über die fast schon sensationellen Zugewinne der Grünen in Erlensee: elf Prozent hat die Umweltpartei im Vergleich zur letzten Kommunalwahl 2016 dazu gewonnen.

Erlensee – „Wir konnten unsere Sitze im Stadtparlament mehr als verdoppeln“, so Tonecker-Bös stolz. Sie sieht damit eine Bestätigung der grünen Themen im Wahlkampf. „Wir freuen und bedanken uns bei den Wählerinnen und Wählern.“ Die bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen kann sich zudem voraussichtlich darauf vorbereiten, in den Kreistag einzuziehen.

„Sorge über geringe Wahlbeteiligung“

Für diesen lag bei Redaktionsschluss zwar vorerst nur ein Trend-Ergebnis vor, aber danach können die Kreis-Grünen mit 14 Sitzen in Gelnhausen rechnen. Tonecker-Bös hat mit Listenplatz 7 also gute Chancen. Kritisch sieht sie allerdings die geringe Wahlbeteiligung in Erlensee. „Das macht uns Grünen Sorge, wir machen uns viele Gedanken, wie man die Bürgerinnen und Bürger besser beteiligen kann.“ Die voraussichtlich neuen Fraktionsmitglieder werden sich in den nächsten Tagen per Video-Konferenz treffen. „Unsere Themen wie soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und ein liebenswertes Erlensee zu schaffen, werden wir nun weiter verfolgen.“ In der neuen Fraktion will Tonecker-Bös sich wieder als Fraktionsvorsitzende zur Wahl stellen.

Für die CDU freut sich deren bisheriger Fraktionsvorsitzender Horst Pabst, dass seine Partei in Erlensee nicht dem Bundestrend folgt und ihre Stimmenanteile weitestgehend halten konnte, sogar einen Sitz und 3,6 Prozentpunkte dazu gewinnen konnte. „Die Erlenseer Bürger sind clever und wissen, dass wir nicht mit der Bundes- oder Landespolitik zu tun haben“, betont er. Aber er gibt auch zu: „Insgesamt sind wir als Erlenseer CDU mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Das zeige aber, dass die Themen, die seine Partei in den letzten Jahren angepackt und umgesetzt hätte, die richtigen gewesen seien, beispielsweise die Abschaffung der Straßenbeiträge. Wie sich nun die CDU-Fraktion genau zusammensetzen werde, müsse noch entschieden werden. Heute tagt der CDU-Vorstand. Außerdem sei noch unklar, wer in den Magistrat kommt und wie viele Personen dieser Magistrat umfassen solle, so Pabst. Die geringe Wahlbeteiligung erklärt er mit den Auswirkungen von Corona und bedauert, dass die Kommunalpolitiker im Wahlkampf nicht mit den Bürgern ins Gespräch kommen konnten. Thematisch sieht er für seine Fraktion die Entscheidung über den Betrieb der neuen Kita Leipziger Straße im Vordergrund.

SPD zeigt sich zufrieden mit ihrem Ergebnis

Birgit Reuhl, Vorsitzende der SPD meint zum Ergebnis ihrer Partei: „Es ist ein ordentliches Ergebnis, wir können zufrieden sein, insbesondere wenn man sich den Bundestrend für die SPD ansieht.“ Ihre Partei sei für einen trotz Corona engagierten Wahlkampf belohnt worden, so Reuhl. „Wir haben uns das Ergebnis verdient.“ Über das gute Ergebnis der Grünen und möglichen Koalitionen zwischen CDU und Grünen sagt sie: „Wir haben bisher Themen zumeist überparteilich entschieden.“ Sie glaubt, dass diese sachbezogene Zusammenarbeit im Stadtparlament weiterhin Bestand haben wird.

Die geringe Wahlbeteiligung sieht sie zum Teil auch als Ergebnis einer großen Corona-bedingten Resignation bei den Menschen. Es sei bedauerlich, dass Kommunalpolitik für viele nicht von Interesse sei. „Es findet medial nicht so viel Zuspruch, obwohl es die meisten Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger hat.“ Die SPD werde sich nun die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke genau ansehen und beispielsweise versuchen, mit den Bürgern in den Neubaugebieten verstärkt ins Gespräch zu kommen.

(Von Monica Bielesch)

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