Abfallgebühren sinken

Steuererhöhungen geplant: Leben in Erlensee wird teurer

Die Erlenseer müssen tiefer in die Tasche greifen: Zum kommenden Jahr sollen die Grundsteuern steigen.
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Die Erlenseer müssen tiefer in die Tasche greifen: Zum kommenden Jahr sollen die Grundsteuern steigen.

Das Leben in der Stadt Erlensee wird teurer. Der Haushaltsentwurf, den Bürgermeister Stefan Erb (SPD) am Donnerstag einbrachte, sieht eine deutliche Anhebung der Grundsteuer vor. Die Grundsteuer B, die alle Eigentümer und auch Mieter über die Umlage bezahlen, steigt um 16 Prozent.

Erlensee - Der Hebesatz soll von derzeit 510 auf 595 Punkte angehoben werden. Die Stadt verspricht sich dadurch Mehreinnahmen von rund einer halben Million Euro. Die Kosten für die Bürger variieren je nach Größe der Wohnung oder des Hauses, aber insgesamt lägen die Mehrkosten unter der Marke von Euro pro Monat, rechnete Erb vor. Zum Ausgleich stellte der Bürgermeister jedoch eine Senkung der Abfallgebühren um neun Prozent in Aussicht.

Gewerbesteuer steigt nicht nur wegen Corona-Pandemie

Steigen soll auch die Gewerbesteuer um 6,7 Prozent. Die Pandemie sei ein Grund, aber allein an ihr könne man die Notwendigkeit für eine Steuererhöhung nicht festmachen, sagte Erb in seiner Haushaltsrede. Ein wichtiger Grund seien die „normalen und unvermeidlichen“ Kostensteigerungen bei Versicherungsprämien, Strom und Gas bis hin zu in Anspruch genommenen Dienstleistungen.

Hinzu kämen Tariferhöhungen, die in Erlensee besonders stark zu Buche schlügen, und neue Aufgaben und Auflagen, die es zu bewältigen gebe. Als Beispiel nannte Erb das „Gute-Kita-Gesetz“, das dazu führt, dass die Kommune ihr Personal in den Kindertagesstätten bis Mitte des Jahres 2022 um zehn Plätze aufstocken müsse. Im Haushalt für 2021 schlägt dies mit rund 270 000 Euro zu Buche. Im Jahr müsse man zusätzlich rund 816 000 Euro einkalkulieren. Hinzu kommen Mehrkosten von rund einer halben Million Euro aufgrund von Tariferhöhungen bei den Bediensteten der Kindertagesstätten.

Bürgermeister: Erlensee hat die Weichen für die Zukunft gestellt

Zwar habe man in Erlensee mit Gewerbeansiedlungen die Weichen für die Zukunft gestellt. „Doch vor der Ernte der Früchte hält die Durststrecke noch an“, sagte Erb mit Blick auf Gewerbesteuereinnahmen, die sich erst Jahre später einstellten. „Auch das gehört zur Ehrlichkeit. Wir haben nie etwas anderes behauptet.“

Die Grundsteuererhöhung sei notwendig, sagte Erb mit Blick in die Reihen der Parlamentarier, die angesichts der Kommunalwahlen im kommenden März darüber nicht sonderlich begeistert sein werden. „Ich bin der Meinung, gerade vor der Wahl ist es angezeigt, sich nicht irgendwie durchzuschlängeln, sondern ehrlich zu sagen, wo wir stehen und sich zu positionieren“, sagte Erb.

Die Stadt Erlensee müsse sich nicht verstecken mit ihren freiwilligen Leistungen und Angeboten im großen Maße. Diese müssten aber auch finanziert werden. „Und ich bin der Meinung, dass die Mehrheit unserer Bürger die Standards in der Stadt schätzt und bereit ist, dafür auch einen Teil beizutragen“, so der Bürgermeister.

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