Urteil: Internet-Bekanntschaft aus Habgier erstochen

Hanauer Gericht verhängt die Höchststrafe gegen den Mörder von Erlensee

In Handschellen abgeführt: Der 41-jährige Ingo K. ist wegen Mordes  an seiner Internet-Bekanntschaft zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
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In Handschellen abgeführt: Der 41-jährige Ingo K. aus Linsnegericht ist in Hanau wegen Mordes an seiner Internet-Bekanntschaft zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Aus Heimtücke und Habgier hat er seine Internet-Bekanntschaft Susi W. (47) im Juli 2020 mit 25 Messerstichen ermordet. Dafür ist der 41-Jähriger Leiharbeiter Ingo K. (41) am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Erlensee/Hanau - Das Hanauer Schwurgericht erkannte am Mittwoch zusätzlich noch auf Raubmord und stellte die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten fest. Dies würde bedeuten, dass der 41-Jährige nach 15 Jahren keine Chance auf eine vorzeitige Entlassung bekommt.

Die Richter hatten nach dem viermonatigen Prozess keine Zweifel daran, dass K. das Verbrechen geplant habe, um das Auto seines Opfers zu rauben und nur wenigen Stunden nach der Tat für 4000 Euro zu verkaufen.

Mörder ist nach dem Verbrechen zum Einkaufen nach Frankfurt gefahren

Mit dem erbeuteten Geld sei K. dann nach Frankfurt zum Einkaufen gefahren und habe seiner Freundin weiter vorgaukelt, er sei ein wohlhabender Mann. Dabei war er tatsächlich völlig überschuldet. Die Hälfte der Beute soll der 41-Jährige mit seiner Freundin an einem verlängerten Wochenende in Hamburg ausgegeben haben – unter anderem mit einer Übernachtung in einer teuren Hotel-Suite.

Der Angeklagte hatte lediglich eingeräumt, dass er am Abend des 20. Juli 2020 in der Wohnung der 47-jährigen Pflegerin gewesen sei. Dort habe ihn die Frau angeblich aus Eifersucht mit einem Messer angegriffen. An mehr könne er sich nicht erinnern. Die Richter schenkten seiner Version keinen Glauben.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang. Die Verteidigung, die auf Totschlag plädiert hatte, kündigte Revision gegen das Urteil an.

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