Magistrat favorisiert Kernsanierung des Gebäudes / Kosten: 15,5 Millionen Euro

Neue Pläne für das alte Rathaus

Das Rathaus wurde im Jahr 1973 gebaut. Schon seit Jahren wird über Alternativen dazu nachgedacht, da das Gebäude zu wenig Platz bietet und energetisch nicht mehr effizient ist. Nun liegt ein neuer Vorschlag vor.
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Das Rathaus wurde im Jahr 1973 gebaut. Schon seit Jahren wird über Alternativen dazu nachgedacht, da das Gebäude zu wenig Platz bietet und energetisch nicht mehr effizient ist. Nun liegt ein neuer Vorschlag vor.

Viele Ideen und Varianten wurden schon für die Zukunft des Erlenseer Rathauses in den Ring geworfen. Sie reichten vom Neubau an bestehender oder anderer Stelle, von Sanierung über ein Investorenmodell oder Dezentralisierung. Nun ist die Verwaltung dem Prüfauftrag des Stadtparlaments aus dem vergangenen Sommer nachgekommen und die mit der Vorbereitung der Entscheidung über die Zukunft des Rathauses beauftragte Arbeitsgruppe legt die Ergebnisse vor.

Erlensee – Ihr Fazit: Eine umfassende Kernsanierung auf Neubauniveau sei die beste Variante. Geschätzte Kosten: rund 15,5 Millionen Euro.

Arbeitsgruppe hat viele Monate Vorschläge erarbeitet

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Bürgermeister Stefan Erb (SPD) diese Ergebnisse der Arbeitsgruppe, zu der neben ihm noch Simone Körner (Fachbereichsleiterin Finanzen), Dorothee Minnameyer (Fachbereichsleiterin Hochbau und Liegenschaften), Felix Preuß von der Schüllermann & Partner AG, Joachim Schneider von der Gerber Baumanagement GmbH sowie Thomas Müller von der Terramag GmbH gehörten.

In einer umfassenden Kosten-Nutzen-Anlayse wurden alle möglichen Varianten geprüft. Dieser arbeitsreiche Prozess habe rund neun Monate gedauert, so Erb. „Wir haben nach und nach mögliche Standorte verworfen“, so der Bürgermeister. Dann galt es einen Neubau an gleicher Stelle einer Sanierung des bestehenden Gebäudes gegenüberzustellen. Da die Stadt mit geplanten Sanierungen bereits Erfahrungen gemacht habe, seien bereits die vergangenen Jahr genutzt worden, um die Bausubstanz des aktuellen Gebäudes eingehend zu untersuchen. Mit Probebohrungen wurde beispielsweise die Betonsubstanz untersucht. „Wir haben hier im Haus alles auf den Kopf gestellt, um am Ende sagen zu können, wir können das in einer Kernsanierung sanieren und es ist hinterher in der Qualität einem Neubau gleichzusetzen“, zeigt sich Erb von dieser Variante. überzeugt

Kernsanierung: Nur noch Betonskelett bleibt stehen

Unzählige Parameter hat die Arbeitsgruppe für ihre Entscheidungsfindung geprüft und abgewogen. Geleitet wurden die Überlegungen von vier Kriterien: Zentralität/Frequenz, Funktionalität, Risiken sowie städtebauliche Chancen.

Ein komplett neues Rathaus an selber Stelle würde laut der Arbeitsgruppe 17,8 Millionen Euro kosten, ein Bau am neuen Standort rund 16,4 Millionen Euro und die nun favorisierte Kernsanierung mit neuem Anbau 15,5 Millionen Euro. Darin eingepreist ist bereits eine KfW-Förderung von knapp 900 000 Euro. Allein der Abbruch werde rund 6,5 Millionen Euro kosten. Das zeige, dass wirklich nur das noch intakte Betonskelett stehen bleiben werde, betont Erb.

Die aktuell 65 Verwaltungsmitarbeiter warten schon seit Jahren auf eine Verbesserung der räumlichen Arbeitsbedingungen. So ist es laut Erb an heißen Sommertagen in vielen Büros bis zu 33 Grad heiß. Das sei schon aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht mehr zu tolerieren. Viele Besprechungszimmer mussten in Büros umgewandelt werden. „Wir haben überhaupt kein Sitzungszimmer mehr“, so Erb. Es fehle Platz an allen Ecken und Kanten.

Verwaltung braucht mehr Räume

In der auf drei Jahre angelegten Bauphase soll die ganze Verwaltung ausgelagert werden. „Dazu sind wir mit der Firma Brandenburg im Gespräch, das wir das jetzige Bruchköbeler Interimsrathaus übernehmen können“, berichtet Erb. Zumindest das Erdgeschoss des Gebäudes auf dem Fliegerhorst will Brandenburg der Stadt Erlensee vorübergehend überlassen. Dort könnte die Hälfte des Personals unterkommen. „Alles weitere müssen Container bringen.“ Diese sollen auch am Fliegerhorst stehen.

Für die favorisierte Variante der Kernsanierung wurde das Architekturbüro jsk architekten aus Frankfurt beauftragt, erste Ideen für eine mögliche Raumnutzung zu entwerfen.

Im Fokus dabei stand, genügend Raum zu gewinnen. Das soll mit dem Abriss des Flachbaus gelingen, wo sich aktuell der große Sitzungssaal befindet. „Da bauen wir zweigeschossig neu, das ist Raumgewinn.“ An den Betonstützen, die vom Altbau stehen bleiben werden, sollen die neuen Außenwände nach außen gezogen werden. Zwischen Alt- und Neubau soll es ein glasüberdachtes, schmales Foyer geben. Der neue Sitzungssaal könnte auch von Vereinen genutzt werden, da er einen separaten Eingang erhalten soll.

Stadtverordnete wurden schon informiert

Die Ergebnisse wurden bereits in der vergangenen Woche in nicht-öffentlicher Sitzung dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung präsentiert. Nun sollen sie auch einer breiteren Öffentlichkeit auf der öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses dargestellt werden. Der Bürgermeister gibt zu, dass er früher eine Sanierung skeptisch gesehen habe. Aber die Kernsanierung habe ihn überzeugt. Allerdings sei die Finanzierung noch offen. Aber das alteNun muss das Parlament entscheiden.

Öffentliche Präsentation der Pläne

Präsentation der neuen Pläne für das Rathaus: Sitzung des Bau- und Umweltausschuss, Montag, 8. November, 19.30 Uhr im großen Saal der Erlenhalle.

(Von Monica Bielesch)

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