Nach dem Parlamentsbeschluss zum Abriss und Ersatzneubau an der Erlenhalle äußert sich die SPD

Über die Fallbachhalle wird weiter diskutiert

Für den Bolzplatz an der Erlenhalle wird ein Ersatzstandort gesucht, um eine neue Sport- und Kulturhalle als Ersatz für die marode Fallbachhalle bauen zu können.
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Für den Bolzplatz an der Erlenhalle wird ein Ersatzstandort gesucht, um eine neue Sport- und Kulturhalle als Ersatz für die marode Fallbachhalle bauen zu können.

Die jüngste Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung zur Fallbachhalle schlägt in den sozialen Medien Wellen.

Erlensee – Mit den Stimmen aller Fraktionen ist ein Grundsatzbeschluss zur Fallbachhalle gefällt worden. Demnach soll die Fallbachhalle nicht wie ursprünglich geplant saniert, sondern abgerissen werden. Weiter soll ein Anbau an die Erlenhalle erfolgen, um eine Sport- und Veranstaltungshalle mit Nebenräumen für die Vereine, den Schulsport, die Kindergärten und Tagespflegepersonen anbieten zu können. Der Ersatzneubau soll hinter der Erlenhalle entstehen, dort wo der jetzige Bolzplatz ist.

Voraussetzung für Ersatzneubau: Neuer Standort für Bolzplatz

Dass dieser Bolzplatz weichen soll, stößt in den sozialen Medien auf Unverständnis. Allerdings hatten alle Fraktionen bei der Diskussion um den Grundsatzbeschluss im Stadtparlament betont, wie wichtig ihnen der Bolzplatz ist. Horst Pabst (CDU) und Renate Tonecker-Bös (Grüne) hatten ausdrücklich gefordert, dass erst ein neuer Standort für den Bolzplatz gefunden werden müsse, bevor dort eine neue Halle gebaut werde. Auch in der Präsentation der Verwaltung zum Sachstand steht ausdrücklich: „Bolzplatz wird an anderer Stelle neu geschaffen.“ Geprüft werde ein Standort am Limespark, hieß es aus der Verwaltung.

Die SPD bläst in einer Pressemitteilung ins gleiche Horn. Schließlich sei im Konzept des Anbaus auch eine Verlegung des Bolzplatzes enthalten, sodass durch diese Maßnahme auch dieser laut SPD für Jugendliche wichtige Ort erhalten bleiben könnte.

„Ohne die Erhaltung eines Bolzplatzes an einem anderen Ort wird die SPD-Fraktion einem Anbau nicht zustimmen“, betont SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Martin Maul laut Mitteilung.

Auch der Abriss der alten Fallbachhalle findet nicht nur Befürworter in der Bevölkerung. Dazu schreibt die SPD: „Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger werden mit der Fallbachhalle eine Reihe schöner Erinnerungen verbinden, die über ein halbes Jahrhundert zurückreichen mögen und es mag den ein oder anderen traurig stimmen, etwas Gewohntes aufgeben zu müssen.“

SPD: „Grundsatzbeschluss ist nur eine Weichenstellung“

Die SPD verweist aber nochmals darauf, „dass anhand der vorhandenen Tragstruktur, der architektonischen Gebäudekonzeption, den energetisch und brandschutztechnischen Erfordernissen eine Sanierung der Fallbachhalle wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll ist“.

Eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ in Höhe von bis zu 1,4 Millionen Euro komme daher nur bei einem Neubau in Frage, da dieses Programm die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen als Voraussetzung habe.

Weiter führt die SPD die Argumente für den Ersatzneubau an, die schon in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert worden waren: Dass bei einem Anbau an die Erlenhalle die Räumlichkeiten den Vereinen schneller zur Verfügung gestellt werden als bei einem Abriss und Neubau der Fallbachhalle an gleicher Stelle. Aufgrund ihrer Lage neben dem Fallbach liegt die alte Halle direkt im Überschwemmungsgebiet, während der Anbau an die Erlenhalle außerhalb liege und zudem aufgeständert realisiert werden könne. Mit einer Parkfläche im offenen Kellergeschoss. Die Halle und ihre Technik wären dann auch im Falle einer mittleren Hochwasserkatastrophe geschützt, so die SPD. Mit dem Anbau an die Erlenhalle könnten die städtischen Grundstücke an der Eugen-Kaiser-Straße 16,18, 20 und 22 veräußert werden und mit rund 1,8 Millionen Euro zur Finanzierung des Anbaus beitragen. Der soll nach aktuellen Berechnungen 6,4 Millionen Euro kosten. Mit dem Anbau könne zugleich die gemeinsame Heizungstechnik der Erlenhalle und des Schwimmbades, die ebenfalls modernisiert werden muss, an alle energetischen und brandschutztechnischen Erfordernisse angepasst werden.

Wichtig ist laut SPD, dass dieser Grundsatzbeschluss nur eine Weichenstellung sei. Und dass dieser Beschluss der Stadt die Teilnahme am Förderprogramm überhaupt erst ermögliche.

Für den Anbau selbst müssten noch die entsprechenden Beschlüsse in den Haushalten für das Jahr 2022 und die folgenden Jahre gefasst werden. „Wir, die SPD-Fraktion der Stadt Erlensee, wollen dieses Vorhaben für unsere Vereine und insbesondere für die Jugendlichen voranbringen. Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, und wollen uns in den kommenden Haushaltsberatungen dafür einsetzen“, wird die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Birgit Reuhl abschließend zitiert.  (mcb)

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