Erlensee

XXL-Weihnachtsbaum erstrahlt in Erlenseer Garten

Sonja Hofmann und Georg Krüger schmücken ihren riesigen Weihnachtsbaum mit einem Hubwagen. Fotos: Rainer Habermann

Erlensee. Ein Licht leuchtet hoch über Erlensee, ein strahlender Stern an der Spitze des wohl höchsten Weihnachtsbaums in Langendiebach. Er könnte der ebenfalls festlich geschmückten Tanne vor dem Rathaus den Rang ablaufen.

Von Rainer Habermann

Der Baum, auf dem der Stern alle Jahre wieder im Advent angebracht wird, nebst unzähligen kleinen Lichtern an Bändern auf den Ästen, steht im Garten eines schnuckeligen, älteren Wohnhauses in der Breulstraße. Sonja Hofmann und Georg Krüger haben das Anwesen 2006 gekauft.

Baum kriegt auch Kuscheleinheiten

„Ich wollte eigentlich den tollen Baum kaufen, das Haus dazu war mir fast egal“, lächelt Hofmann. Und unterstreicht damit die Bedeutung, welche die Thuja – denn um eine solche handelt es sich, also nicht um eine Fichte oder Tanne – für sie hat. „Ich hab' sie sogar schon mal an der Krone umarmt“, grinst die Friseurmeisterin mit eigenem Haarstudio in unmittelbarer Nachbarschaft.

„Als wir mit einem geliehenen Hubwagen – danke dafür an alle unsere Freunde, die uns auch beim Baumschmücken geholfen haben – dann über dem Dach schwebten, habe ich mich einfach glücklich gefühlt“, strahlt Hofmann. „Und wenn ich schon mal da oben war, wollte ich ihn auch umarmen, den Baum.“

Klima macht der Thuja zu schaffen

Zumal es der Thuja nicht gut geht. Wie ihren Kollegen aus der Gattung der Fichte im Wald. Denn die massive Trockenheit in gleich zwei Sommern hintereinander, 2018 und 2019, macht die Bäume buchstäblich fertig. Auch im Garten des Handwerkerehepaares Hofmann-Krüger – Georg Krüger ist Elektromeister und mit seinem Geschäft ebenfalls selbstständig – ist der Klimawandel deutlich zu spüren

„Einzelne vertrocknete Äste haben wir schon entfernt“, erzählt Krüger. „Sie sollen ja niemandem auf den Kopf fallen, auch wenn das sehr traurig ist, was in diesem Jahr mit dem weit über 100 Jahre alten, mächtigen Baum passiert“, ergänzt er. „Die Thuja, die auch Lebensbaum genannt wird, ist ja eigentlich ein Auengewächs, braucht also umso mehr Feuchtigkeit. Die hat sie für mehr als ein Jahrhundert ausreichend gehabt, hier in Langendiebach. Wir müssen sehen, wie der nächste Sommer wird. Und vielleicht kann es auch der letzte für unseren uralten 'Weihnachtsbaum' werden.“

Hoffentlich nicht zum letzten Mal

Künstliche Bewässerung? „Na ja, es wäre ungefähr ein Swimming Pool pro Woche nötig, den wir darauf gießen müssten“, sagt Hofmann traurig. „Also haben wir ihn dieses Jahr, wie in den vier Jahren zuvor, noch einmal prächtig geschmückt. Und hoffen, dass es nicht das allerletzte Mal sein wird für unsere Thuja.“

Das bleibt wirklich zu wünschen, denn so mancher würde das heimelige Licht aus dem Garten von Hofmann-Krüger sicher vermissen.

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