Filmprojekt als Appell zur Gleichberechtigung

Film „Run“ soll provozieren und damit etwas bewegen

Der Film soll aufklären: Oliver Becker (links) ist Regisseur von „Run“, einem Projekt des Open Mind Ensembles. Mit Darstellerin Lara Göhlert aus Rodenbach, Tontechniker und Komponist Lars Nieminen (Zweiter von links) und Komponist Patrick Bohlender ist die Gruppe zu Gast bei Steve Euler von „Radio MKW“. Der Moderator ist einer der Vorsitzenden des Vereins Queer Main-Kinzig.
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Der Film soll aufklären: Oliver Becker (links) ist Regisseur von „Run“, einem Projekt des Open Mind Ensembles. Mit Darstellerin Lara Göhlert aus Rodenbach, Tontechniker und Komponist Lars Nieminen (Zweiter von links) und Komponist Patrick Bohlender ist die Gruppe zu Gast bei Steve Euler von „Radio MKW“. Der Moderator ist einer der Vorsitzenden des Vereins Queer Main-Kinzig.

„Also ich hab damit ja überhaupt kein Problem . . . aber…“, steht auf der Postkarte, die Oliver Becker präsentiert. Der Karbener ist einer der Regisseure des ersten Spielfilms, den das integrative Open Mind Ensemble (OME) gedreht hat. Daran sind auch Akteure aus dem ganzen Main-Kinzig-Kreis beteiligt. Nun hält Becker im Studio von „Radio MKW – Die Main-Kinzig-Welle“ die ersten Werbeartikel für den Kinostart des Präventionsfilms in den Händen.

Main-Kinzig-Kreis – Umgesetzt hat die Idee von Janine Karthaus und Oliver Becker, der Grafiker Max Kögler. Beim zweiten im gleichen Look wie die Postkarte verpackten Werbeartikel handelt es sich um Kondome vom Marktführer. „Die Botschaft lautet Vorsorge und Provokation“, erklärt Becker dem Moderator Steve Euler.

Der Spielfilm „RUN“ handelt von Diversität und sexueller Vielfalt, zeigt beide Seiten. Mit Regisseur Becker zum Gespräch ins Studio nach Gelnhausen gekommen sind Darstellerin Lara Göhlert aus Rodenbach, Komponist Patrick Bohlender aus Nidderau-Ostheim und Tontechniker und Komponist Lars Nieminen aus Karben. Der Besuch bei Radio MKW ist kein Zufall. Der Sender ist Medienpartner des OME.

Präsentiert von Queer Main-Kinzig

Im März wird der Film-Soundtrack von Bohlender und Nieminen, der durch Internet und Podcast-Abrufe weltweiten Hörerschaft, in einer Radio-Sendung vorgestellt. Moderator Steve Euler hat im Film einen Gastauftritt als Reporter. Präsentiert wird die Premiere des Films, die für März in Karben und Gelnhausen geplant ist, im Main-Kinzig-Kreis vom im August gegründeten, gemeinnützigen Verein Queer Main-Kinzig. Euler ist einer der Vorsitzenden. Der Verein will Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter- und Queeren-Menschen „bei der Verwirklichung der Menschenwürde, insbesondere im Hinblick auf ihre private oder berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit sowie Schaffung und Bereitstellung geeigneter kultureller Angebote“ helfen.

„Wir setzen uns für die Gleichberechtigung der LSBTIQ-Menschen in der ländlichen Region ein, wollen ihnen zu mehr Akzeptanz verhelfen“, erklärt Euler. Das erfordere neben Vielfalt vor allem Offenheit und Mut, was bestens zur Filmstory passe. Zum RUN-Filmteam gehören 25 feste Darsteller, 80 Statisten und zehn Gastdarsteller, die sich selbst spielen wie Travestiekünstler Tante Gladice aus Frankfurt.

Die Filmmusik ist Teamarbeit

Wie gut die kreisübergreifende Zusammenarbeit klappt, ist bei Patrick Bohlender und Lars Nieminen zu hören. Das Duo hat 25 Instrumentalstücke und den Titelsong „Schattenfänger“, den Sänger Johannes Rosbach aus Nidderau von der Live-Band „Let The Butterfly“ interpretiert, für RUN komponiert.

Die Komponisten haben sich dafür viele Szenen angesehen, um die Emotionen der Darsteller in Musik zu übertragen. Germanistik- und Anglistik-Studentin Lara Göhlert verkörpert im Film Lisa, die beste Freundin von Hauptdarsteller Leon (Yannick Arora). „Lisa spricht offen alle Probleme an, über die Leon nicht sprechen kann“, sagt Lara Göhlert.

Ihr hat das Team beim Drehen den Spitznamen Angelina Jolie verliehen wie Becker verrät. Göhlert, die sechs von zehn Drehtagen am Set war, nimmts sportlich. „Das Drehen hat Spaß gemacht, obwohl ich an einem Drehtag wegen Regens acht Stunden bis zu meinem Auftritt warten musste. Durch die unter Corona-Bedingungen stattfindenden Proben mit jeweils bis zu drei Darstellern hatte ich einen guten Kontakt zum Ensemble“, erzählt sie. Und auch übers Filmemachen habe sie einiges gelernt. „Spannend ist, dass sich die Reihenfolge der gedrehten Szenen komplett vom fertigen Film unterscheidet. So habe ich mit Leon nach einer Konfliktszene gleich eine Freundschaftsszene gedreht, die im Film weit auseinanderliegen.“ Zweiter Träger des Filmprojektes ist neben dem Karbener Literaturforum der Verein „Spiel & Theater-Werkstatt & Wohnung“ (STWW).

Von Christine Fauerbach

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