Main-Kinzig-Kreis

Fragen und Antworten: Was ist an Silvester erlaubt und was nicht?

Symbolfoto: pixabay

Region Hanau. Es knallt am Boden und funkelt am Himmel: Böller und Raketen gehören zum Jahreswechsel nach wie vor dazu. Allerdings nicht überall. Doch wer darf wann und wo knallen, und was passiert im Schadensfall?

Gibt es feste Zeiten fürs Knallen?

Auch wenn der Lärm manchen Nachbarn auf die Nerven geht: Auf die üblichen Regelungen zur Nachtruhe können sie an Silvester nicht bauen. Denn Feuerwerkskörper der Klasse II, dazu zählen zum Beispiel Raketen, Böller und Römische Lichter, dürfen von Volljährigen in der Zeit vom 31. Dezember 0 Uhr bis 1. Januar 24 Uhr abgefeuert werden. Es gibt aber auch Orte, in deren Nähe das „Böllern“ völlig tabu ist. Dazu zählen beispielsweise Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime oder Kirchen.

Wo darf kein Feuerwerk gezündet werden?

Neben der zeitlichen Beschränkung regelt der Paragraph 23, Absatz 1 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz auch, dass in bestimmten Bereichen des Stadtgebiets kein Feuerwerk gezündet werden darf. Dazu gehören generell die Umgebung von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen. Seit einigen Jahren ist darüber hinaus das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern ebenfalls verboten. Das gilt insbesondere in allen Altstadtbereichen.

Die Stadt Hanau weist darauf hin, dass das Abbrennen von Feuerwerk in der Umgebung von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen verboten ist. Darüber hinaus sei das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern ebenfalls verboten. Das gelte insbesondere in allen Altstadtbereichen.

Die Stadtverwaltung Nidderau schreibt in einer Mitteilung, dass besondere Vorsicht in den Ortskernen der einzelnen Stadtteile und ganz besonders am Windecker Markplatz geboten ist. Die Bevölkerung werde deshalb noch mal darauf hingewiesen, dass es verboten sei, in diesen Bereichen Silvesterfeuerwerk abzubrennen.In Gelnhausen gilt ein Feuerwerks-Verbot in der historischen Altstadt und auch im Stadtgarten: Die Stadt hat einen Mindestabstand zu den Fachwerkhäusern von 200 Metern festgelegt und damit in der Altstadt das Feuerwerk faktisch untersagt. Auch in Wächtersbach gilt das Verbot in der gesamten Altstadt.

Was, wenn das Feuerwerk verrückt spielt?

Eine Silvesterrakete fliegt durch die geöffnete Tür ins Haus und setzt den teuren Teppich in Brand? „Werden Gegenstände im Haus beschädigt, springt für gewöhnlich die Hausratversicherung ein – auch für Gegenstände, die sich auf dem Balkon befinden“, erklären die Versicherungsprofis der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) in einer Pressemitteilung.

Briefkasten gesprengt?

Hat das Haus in der Silvesternacht etwas abbekommen oder brennt gar? Der Verursacher ist häufig nicht zu ermitteln. Hier greift die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers. Sie würde zum Beispiel auch einen zerstörten Briefkasten ersetzen, sofern dieser fest an der Hauswand angebracht ist.

Auto in der Schusslinie?

Schäden durch Vandalismus am Auto, wie etwa der zerkratzte Lack oder eine verbeulte Haube, zahlt nur eine Vollkaskoversicherung. Der Versicherte muss gegebenenfalls mit einer Selbstbeteiligung rechnen. Wird das Auto durch eine Explosion beschädigt, kann auch eine Teilkaskoversicherung einspringen. Wer zahlt, wenn’s mich selbst trifft?

Schlimmster Fall: Jemand verletzt sich. „Wer sich beim Abfeuern einer Silvesterrakete beispielsweise schwere Verbrennungen an der Hand zuzieht und dauerhaft davon beeinträchtigt ist, kann sich an seine private Unfallversicherung wenden“, wissen die DVAG-Experten. „Sie schützt auch langfristig bei Invalidität, wenn dauerhafte Folgen durch einen Unfall entstehen.“

Wie sollten sich Tierhalter verhalten?

Katzen beispielsweise sollten am besten frühzeitig in der Wohnung behalten werden. Hunde gehören nun während des Spaziergangs an die Leine, gegebenenfalls auch doppelt gesichert. Sogar wenn die Vierbeiner bislang gelassen mit dem Feuerwerk umgegangen sind, ein überraschender Böller in einer ungünstigen Situation reicht nicht nur aus, um das Tier zukünftig in Angst vor lauten Knallgeräuschen zu versetzen, sondern kann im schlimmsten Fall auch zum panischen Entlaufen führen.

Was ist mit dem Feinstaub?

Der Rauch der Silvesterböller und Raketen trägt Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese als primäre Aerosole bezeichneten Staubteilchen dockt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an. In der Folge kann sich in kürzester Zeit dichter Nebel bilden. Aufgrund der verbreitet vorherrschenden Windstille kann diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte in vielen Orten die höchsten Werte des ganzen Jahres erreichen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit Feuerwerk

  • Das Silvesterfeuerwerk unbedingt in offiziellen deutschen Verkaufsstellen, zum Beispiel Supermärkten, kaufen.
  • Feuerwerk auf keinen Fall in geschlossenen Räumen abbrennen: Das ist streng verboten und zudem extrem gefährlich.
  • Die Flugbahn der Geschosse muss frei sein. Also auf Äste, Balkone oder andere Hindernisse achten.
  • Raketen, Böller und Co. nur auf ebenen und freien Flächen verwenden.
  • Sind optische Mängel erkennbar, den Feuerwerkskörper nicht abfeuern.
  • Scheinbare Blindgänger nicht erneut anzünden. rg

Quelle: Hanauer Anzeiger

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