Main-Kinzig-Kreis

Führerscheinstellen des Kreises vor Herkulesaufgabe

Einheitlichkeit angeordnet: Die bisherigen Führerscheine sollen nach Jahren gestaffelt in den neuen EU-Führerschein umgetauscht werden. Alleine im Main-Kinzig-Kreis betrifft das rund 240 000 Dekumente. Archivfoto: pixabay

Main-Kinzig-Kreis. Es ist eine Herkulesaufgabe für die Verwaltungen. Die Bürger sollen sich bald von ihren langjährigen Führerscheinen verabschieden und zusätzliche Behördengänge einplanen.

Von Thorsten BeckerDenn das grau- oder rosafarbene Papier und sogar das bisherige Plastikkärtchen haben ausgedient. Die unterschiedlichen „Lappen“ sollen bis 2033 in neue EU-Führerscheine umgetauscht werden.

„Bis Ende 2024 müssen im Main-Kinzig-Kreis rund 100 000 Papierführerscheine umgetauscht werden, bis Ende 2032 noch einmal rund 140 000 unbefristete Kartenführerscheine“, benennt Kreispressesprecher Frank Walzer die Dimension. Zunächst ist der Umtausch nach den Geburtsjahrgängen der Führerscheininhaber ab 1953 gestaffelt, danach nach dem Ausgabedatum (ab 1999). Menschen mit Geburtsjahrgang vor 1953 haben sogar bis 2033 Zeit zum Umtausch.

Abgesehen von bestimmten Lkw-Führerscheinen sind die Dokumente bislang unbefristet gültig. Doch der Umtausch muss sein.

"Umtausch ist verpflichtend"

„Der Umtausch ist verpflichtend. Es handelt sich um eine EU-Vorgabe, dass alle unbefristeten Führerscheine umzutauschen sind. Gestaffelt nach verschiedenen Umtauschfristen. Diese Fristen sind einzuhalten, denn beim Lenken eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr muss der dafür erforderliche, gültige Führerschein mitgeführt werden“, erklärt der Kreispressesprecher die Rechtslage. Der Hintergrund: Mit dem einheitlichen EU-weiten Dokument soll ein aktueller Fälschungsschutz gewährleistet sein. Bei Kontrollen sollen Besitzer leichter zu erkennen sein, wenn das Foto nicht so alt ist. Daher sollen die Dokumente auch ihre unbegrenzte Gültigkeit verlieren und müssen alle 15 Jahre erneuert werden.

„Es zeigt sich, dass tatsächlich noch etwa ein Viertel der Einwohner des Kreises einen Papierführerschein besitzt. Ab 2028 werden dann die ersten befristeten Kartenführerscheine umgetauscht, die ab 19. Januar 2013 ausgestellt worden sind“, so Walzer.

Da Bundesrat und Bundesregierung einen Staffelplan aufgestellt haben, um einen Massenansturm auf die Führerscheinstellen zu vermeiden, ist der Pflichtumtausch bereits zum 19. März dieses Jahres in Kraft getreten. Die Resonanz ist noch nicht so groß. „Seit dieser Zeit sind im Kreisgebiet rund 1700 Führerscheine umgetauscht worden.“ Die in den Zulassungsstellen des Kreises in Hanau und Linsengericht beheimateten Führerscheinstellen sind laut Walzer bereits gut vorbereitet.

Gebühr für jeden neuen Führerschein

„Seitens des Kreises sind in den Führerscheinstellen vier Vollzeitstellen geschaffen worden. Der Anteil für den Kreis an der erhobenen Gebühr ist dennoch insgesamt kostendeckend.“ Apropos Gebühr: Für jeden neuen Führerschein müssen die Bürger 24 Euro bezahlen. Diese Gebühr ist „einheitlich geregelt“.

Und was ist mit Führerscheinen der alten Klasse 3, mit der Anhänger, Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen oder landwirtschaftliche Zugmaschinen bewegt werden dürfen. „Es gehen keine bestehenden Fahrberechtigungen verloren“, sagt Walzer.

Außerdem stehen nicht nur die Stellen des Kreises in Hanau und Linsengericht für den Umtausch zur Verfügung. „Die Bürger können entweder persönlich bei den Führerscheinstellen des Main-Kinzig-Kreises vorsprechen. Oder sie nutzen als besonderen Service die Antragsannahme und Führerscheinaushändigung in 26 Städten und Gemeinden. Nur in Bad Orb, Maintal und Bruchköbel ist dies nicht möglich“, so Walzer.

So schnell wie möglich

Was Bruchköbel anbetrifft, soll sich das jedoch „so schnell wie möglich ändern“, wie Bürgermeister Günter Maibach (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. „Wir werden das auf jeden Fall möglich machen, dass die Anträge in unserem Bürgerbüro abgegeben und dort auch die neuen Führerscheine ausgegeben werden können“, so der Rathauschef.

In Maintal dürfte das auch bald Makulatur sein. „Das liegt an einer Behördenvereinbarung, die über 20 Jahre alt ist“, berichtet Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). Doch der Magistrat wolle dies nicht so stehen lassen und zeitnah über das Thema beraten. „Mit der größten Wahrscheinlichkeit wird sich Maintal auch beteiligen“, so Sachtleber.

Auf der Homepage gibt die Kreisverwaltung auf der Seite der Führerscheinstelle detaillierte Informationen zum Umtausch der alten Führerscheine in die neuen EU-Dokumente. ›› mkk.de

Quelle: Hanauer Anzeiger

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