Hilfe in Corona-Pandemie

Gelnhausen: Ministerpräsident Volker Bouffier bedankt sich bei Mitarbeitern der Tafel

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zu Gast
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Der Ministerpräsident lässt sich die Abläufe bei der Gelnhäuser Tafel erklären.

Gelnhausen – Ein Großaufgebot der Polizei ist rund um das Gebäude der Tafel in Gelnhausen aufgeboten. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist in der Stadt, um sich bei einem Besuch der Gelnhäuser Tafel über die Arbeit und das soziale Engagement der „Einkaufshelden Main-Kinzig-Kreis“ zu informieren.

Diese Gruppierung setzt sich aus Mitgliedern der unterschiedlichen Jugendorganisationen der Parteien im Main-Kinzig-Kreis zusammen und hat geholfen, die besonders Bedürftigen unter den 1200 Besuchern der Gelnhäuser Tafel auch während des Lockdowns zu versorgen.

Dem Ortstermin des Ministerpräsidenten wohnen am Dienstag auch Peter Tauber (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Reul sowie mehrere Bürgermeister, die Mitarbeiter der Gelnhäuser Tafel und eine Abordnung der „Einkaufshelden“ bei.

Volker Bouffier (CDU) zu Gast bei der Tafel in Gelnhausen

Bouffier nimmt sich bei seinem Besuch Zeit, um mit den Helfern der Tafel zu sprechen, lobt die Arbeit im Sortierraum als „sehr gut organisiert“. Die vorwiegend älteren Damen erhalten Unterstützung von Adama Kulie aus Guinea.

Der Pressesprecher der Tafel, Harald Geib, erklärt dem Ministerpräsidenten: „Adama stand vor einem Jahr vor der Tür, und wir dachten, er wolle Lebensmittel. Aber er wollte helfen. Seither kommt er fünf Tage die Woche und hilft.“ Der 22-jährige Geflüchtete freut sich über die Aufmerksamkeit des Ministerpräsidenten, berichtet von Familie und Lebensumständen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) tourt durch Hessen

Ähnlich verhält es sich mit Ahmad Habeb Kasem, einem weiteren Geflüchteten, der zu den Kunden der Tafel gehört und mit Begeisterung Fotos von Bouffier schießt, bevor die Selfies mit dem Ministerpräsidenten dran sind. Der Syrier ist mit seiner Betreuerin Marita Dullnig zur Tafel gekommen, um Lebensmittel abzuholen.

Auch für ein Gespräch mit Bianca Peukert, Mitarbeiterin der Tafel und zudem Kundin, nimmt sich der Regierungschef Zeit, dessen Besuch im Rahmen einer Tour durch Hessen stattfindet, bei der Bouffier sich über das soziale Engagement während der Corona-Krise, die Auswirkungen der Pandemie und die Perspektiven für die Zukunft informiert.

Volker Bouffier (CDU) überreicht Spende an Tafel Gelnhausen

500 Euro hat er für die Gelnhäuser Einrichtung im Gepäck, die am 14. März beschlossen hatte, die Tafel vorerst zu schließen. Zwei Tage später war es auch schon so weit. „Aber wir wollten die Kunden nicht alleine lassen und haben sehr schnell Hilfe angeboten bekommen“, wie Geib berichtet. Als Erste sei eine Ethiklehrerin der Kopernikusschule auf den Vorstand zugekommen, dann die „Einkaufshelden“, schließlich verschiedene Vereine.

Sie alle hätten es möglich gemacht, dass die Bedürftigsten unter den Tafelkunden, also vorwiegend Rentner ohne Grundsicherung und Alleinerziehende, sechs Wochen lang weiter versorgt wurden. Nach den sechs Wochen führte die Tafel ein rollierendes Verfahren ein, demzufolge im zweiwöchigen Wechsel die Kundschaft versorgt wird.

Bei Besuch von Volker Bouffier (CDU): Einkaufshelden berichten von Idee

Jessica Schmidt von der Grünen Jugend, eine der „Einkaufsheldinnen“, berichtet rückblickend: „Wir haben am 13. März erfahren, dass fast alles schließen wird: Schulen, Kindergärten. Und dann mitbekommen, dass sich in Nordhessen Jugendparteien zusammengeschlossen haben, um Einkaufshilfe zu organisieren. Am 15. März wurde von uns deshalb im Main-Kinzig-Kreis eine entsprechende WhatsApp-Gruppe gegründet – und schon in der Woche drauf gab es einen Flyer.“

Beteiligt sind die Junge Union, die Jusos, die Jungen Liberalen, die Grüne Jugend, die Jugend für Bruchköbel, Fridays for Future und Die Partei, aktiv sind etwa 60 junge Menschen. Seit April ist die Initiative auf der Online-Plattform „Hessen Helfen!“ vertreten, auf der Hilfegesuche und Hilfsangebote zusammengeführt werden. Und obwohl Lockerungen zu verzeichnen sind, ist die Hilfe nicht beendet. „Einige von uns betreuen weiterhin einzelne Personen,“ berichtet Schmidt.

Hilfe in Corona-Krise: Volker Bouffier (CDU) spricht mit engagierten Helfern

Im Gespräch mit den jungen Menschen zeigt sich für Bouffier, wie reflektiert diese mit der Hilfssituation umzugehen verstehen: Timotheus Barchanski von Fridays for Future Hanau etwa, der – auf seinem T-Shirt prangt die Aufschrift „Nazis raus aus den Stadien“ – sagt: „Wir waren einer der wenigen Ansprechpartner, den manche Menschen noch hatten, mit dem man noch soziale Kontakte haben konnte.“

Gina Mahlke von den Jusos hat an sich beobachtet, wie die Arbeit sie „geerdet“ hat: „Ich habe selten ein so großes Bild davon bekommen, wer in Deutschland bedürftig ist.“ Sie habe für sich festgestellt, dass „man eventuell auch durch das Raster rutschen“ könne.

Tafel bedankt sich bei Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU)

Gerade von der älteren Bevölkerung haben die jungen Helfenden viel Dank erhalten. „Das ist eine super Idee und ein toller Einsatz“, betont Bouffier. Der Gelnhäuser Tafel-Vorsitzende Claus Witte stimmt zu und lobt die „uneigennützige Hilfe der jungen Menschen, die in einer für uns alle unbekannten Situation helfend eingesprungen sind. Ihr habt ein Zeichen gesetzt, das kann man nicht hoch genug anerkennen. Das war so nicht zu erwarten und ist beispielhaft für die Zukunft“.

Sein Dank richtet sich auch an Bouffier für den „völlig unbürokratischen finanziellen Ausgleich in Corona-Zeiten“.

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