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Planskizze sorgt für Ärger

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Auf dem Plan, den der Gemeindevorstand nach eigener Aussage mit dem Investor ausgehandelt hat, bleibt das Ferienspielareal unangetastet. Das Unternehmen Golf Projekt GmbH ist in der jüngsten Präsentation offenbar von anderen Bedingungen ausgegangen.
Auf dem Plan, den der Gemeindevorstand nach eigener Aussage mit dem Investor ausgehandelt hat, bleibt das Ferienspielareal unangetastet. Das Unternehmen Golf Projekt GmbH ist in der jüngsten Präsentation offenbar von anderen Bedingungen ausgegangen. © PM

Am Strandbad Spessartblick soll im Frühjahr 2024 eine Adventure-Golf-Anlage inklusive Gastronomie gebaut werden. Dafür sprachen sich am Dienstag zwei politische Ausschüsse in einer gemeinsamen Sitzung aus. Wie viel Platz die geplante Anlage einnimmt, muss noch verhandelt werden.

Großkrotzenburg - Nach einer Empfehlung des Gemeindevorstandes, die Anlage „aufgrund der vorgelegten Unterlagen zu realisieren und das Projekt auf dem Strandbadgelände zu verwirklichen“, wurde das Thema vom Parlament im Dezember an die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Dort präsentierte der Investor seine Pläne für das Strandbadgelände zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

Bei dem Investor, der nach eigenen Angaben 690 000 Euro am Strandbad investieren will, handelt es sich um Mark Loerke von der Abenteuer Golf Projekt GmbH, dessen Geschäftspartner Fedi Choukair die Präsentation übernahm.

Aber schon als dieser mit einer Skizze des geplanten Minigolf-Parks beginnen wollte, unterbrach ihn Bürgermeisterin Theresa Neumann (CDU). Sie sei irritiert, denn diese Skizze sei „nicht die Grundlage, die wir zuletzt im Gemeindevorstand besprochen und auf der wir das Projekt empfohlen haben“.

Gelände für Adventure Golf Park im Strandbad Großkrotzenburg

Tatsächlich hängt dem jüngsten Beschluss der Gemeindevertretung eine andere Projektskizze an. Die Fläche des Adventure-Golf-Parks auf dem Strandbadgelände ist hier kleiner. Die Reduzierung des Umfangs hatte der Gemeindevorstand mit dem Investor ausgehandelt, um die Durchführung der Ferienspiele, die seit über 40 Jahren auf dem Gelände beheimatet sind, auch in Zukunft sicherzustellen.

Als Mitglied des Gemeindevorstands stellte der ehemalige Bürgermeister Friedhelm Engel (CDU) klar, der nun präsentierte Planungsstand entspreche „weder dem Beschluss der Gemeindevertretung noch der Entscheidung des Vorstandes“. Der Erste Beigeordnete Ulrich Fischer (Initiative) zeigte sich ebenfalls „sehr überrascht“ darüber, dass der mit dem Vorstand vereinbarten Verlegung des Planungsgebietes nicht Rechnung getragen wurde.

Choukair beklagte die lange Entscheidungsfindung der Gemeinde und entgegnete, „wir haben der Gemeinde vor vier Monaten noch einmal eine Mail geschickt und bis heute keine Antwort bekommen“. Er sei deshalb davon ausgegangen, dass die Gemeinde mit dem nun präsentierten Umfang einverstanden sei. Auf Nachfrage musste Choukair aber einräumen, dass er selbst in diesen vier Monaten keinen zweiten Versuch unternommen habe, die Gemeinde zu kontaktieren.

Früh stellte sich in der Ausschusssitzung die Frage, inwieweit die Fortführung der Präsentation überhaupt Sinn macht. Kein leichter Job für den Ausschussvorsitzenden Daniel Protzmann (FDP), der eine Sitzungsunterbrechung einberief, in der die Mitglieder das weitere Vorgehen abstimmten. Nach der Unterbrechung machte die Rathauschefin die „grundsätzlich positive Haltung des Gemeindevorstandes gegenüber dem Projekt“ klar.

Anlage soll ganzjährig genutzt werden

Die Fraktionsmitglieder äußerten sich ebenso. Uwe Bretthauer (SPD) erinnerte an den „großen Vorteil der ganzjährigen Nutzung des Geländes“. Choukair versuchte die Wogen zu glätten, indem er versicherte, dass sowohl die Besucher des Strandbades als auch die Kinder der Ferienspiele freien Zugang zu Spielmöglichkeiten bekommen, die der Investor am Rande der Adventure-Golf-Anlage errichten möchte.

Der Ausschussvorsitzende Protzmann präsentierte am Ende einen Beschlussvorschlag, in dem die Ausschüsse das Bauprojekt weiterhin begrüßen und den Gemeindevorstand bitten, möglichst schnell einen Vertragsentwurf mit dem Investor auszuhandeln und dem Gemeindevorstand zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Ausschüsse folgten diesem Vorschlag einstimmig.

Bestandteil des Vertrages soll auch die Sicherstellung der Ferienspiele in ihrem jetzigen Teilnehmerumfang sein. Im Raum steht derzeit ein Pachtvertrag für das Gelände über 15 plus fünf Jahre. Inwieweit der Investor dafür eine Pachtgebühr oder lediglich einen symbolischen Pachtzins bezahlen soll, wurde im Ausschuss nicht thematisiert. (Per Bergmann)

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