Angebote für Angehörige der Risikogruppe

Corona-Krise: Großkrotzenburger Familie organisiert Nachbarschaftshilfe

+
Nur wenig Zeit zum Ausruhen haben derzeit Michaela Eltner und ihr Sohn Julius. Die Familie organisierte in kürzester Zeit eine Nachbarschaftshilfe in Großkrotzenburg.

Man muss nicht lange suchen, um positive Nebeneffekte der Corona-Krise zu finden. Hoffnung macht, wenn Menschen einander helfen. Innerhalb weniger Tage organisierte sich eine Nachbarschaftshilfe in Großkrotzenburg.

Initiatorin ist die Familie Eltner. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen bundesweiten Leitlinien zum Coronavirus bekannt gab, war die Nachbarschaftshilfe bereits seit einer Woche aktiv. Die Geschwister Viktoria und Julius waren über die sozialen Netzwerke auf eine entsprechende Initiative in Frankfurt aufmerksam geworden. Umgehend entwickelten sie ein ähnliches Modell für ihren Heimatort.

Die beiden Geschwister entwickelten einen Infozettel und ein Online-Kontaktformular, über das Menschen ihre Hilfe anbieten oder um Hilfe bitten können. Über die sozialen Netzwerke wurde die Aktion umgehend verbreitet. 

Hilfe für Angehörige der Risikogruppe

Zielgerichtet wurde Hilfe für Mitbürger gesucht, die zur Corona-Risikogruppe zählen oder sich in einer präventiven Quarantäne befinden, „freiwillig, ehrenamtlich und ohne finanzielles Interesse“. Umgehend boten Bürger ihre Unterstützung an. Zahlreiche weitere kamen hinzu, als Familie Eltner am Tag nach dem digitalen Aufruf 4000 Infozettel drucken ließ und in ihrer Gemeinde verteilte.

Schon beim Austeilen der Flyer beteiligten sich die ersten fünf freiwilligen Helfer. „Mittlerweile haben sich mindestens 70 Personen bei uns eingetragen und ihre Hilfe angeboten“, berichtet Julius Eltner.

Initiative organisiert und vermittelt Kontake

Wenn jetzt Hilfe benötigt wird, kümmern sich die Organisatoren um die Vermittlung und stellen den Kontakt her. Ein Kriterium dabei sei beispielsweise die Wohnortnähe von Helfer und Hilfesuchendem. „Wenn der Kontakt hergestellt wurde, erhalten beide Seiten ein Merkblatt zur Durchführung“, erklärt Mutter Michaela Eltner.

Diese Vorgaben orientieren sich an den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Viktoria Eltner, die mit ihrem Bruder den Anstoß für den Aufruf zur kollektiven freiwilligen Hilfe gegeben hatte, muss die weitere Organisation derzeit ihrer Familie überlassen. Die 21-Jährige studiert Medizin und absolviert ihre Famulatur in der Gynäkologie in Gelnhausen. Sie verbringt aktuell die meiste Zeit des Tages im Krankenhaus. „Wir haben bereits einige freiwillige Helfer vermittelt“, erklärt Michaela Eltner, „sowie mehrere Einzelhilfen beim Einkaufen.“

Senioren nehmen Angebot gerne an

Bis jetzt handele es sich bei denen, die das Angebot in Anspruch nehmen, ausschließlich um Senioren, die sich an die Vorgaben halten und den Gang zum Supermarkt oder zur Post vermeiden möchten. „Wir vermuten, dass sich die Leute gerade am Anfang etwas gescheut haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Michaela Eltner.

Mittlerweile sind die Kontaktinformationen der Initiative auch auf der Homepage der Gemeinde zu finden, und auch der Kontakt zum Krisenstab der Gemeinde wurde bereits hergestellt. Durch die Unterstützung aus dem Rathaus wird öffentlich sichtbar, dass es sich um ein seriöses Angebot freiwilliger Hilfe handelt.

Feedback ist ausschließlich positiv

Viel positives Feedback habe Familie Eltner schon beim Austragen ihrer Flyer bekommen. Bis heute wird sie regelmäßig „beim Einkaufen auf die Aktion angesprochen“ und erhält viel Zuspruch für ihr besonderes Engagement. Sollte sich die Krise verschlimmern, sind die Strukturen für eine zielgerichtete, organisierte Hilfe der Bürger untereinander bereits vorhanden – dank Familie Eltner.

Die Nachbarschaftshilfe kann über die Telefonnummer 01 57/31 06 83 63 oder die E-Mail-Adresse nachbarschaftshilfegkb@ gmail.com angefordert werden

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare