Sitzung mit Abstand

Bebauungsplan für Ärztehaus steht -  Gemeindevertretung beschließt auch Refinanzierung von Kita-Gebühren

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Gemeindevertreterversammlung in der Aula des Franziskanergymnasiums in Großkrotzenburg: Nur etwa zehn Minuten dauerte die Sitzung des Parlaments, in der wichtige Beschlüsse gefasst wurden.

Das Gemeindeparlament erlebte am Freitagabend eine seiner bisher kürzesten Sitzungen. Nach nicht einmal zehn Minuten waren die wichtigsten Beschlüsse gefasst. Im Zentrum standen dabei die Themen Kinderbetreuung sowie das Ärztehaus, das am Ortseingang in Richtung Kahl am Main entstehen soll.

Auf die aktuelle Möglichkeit, in dringenden Fällen Eilentscheidungen durch den Haupt- und Finanzausschuss treffen zu lassen, wurde in Großkrotzenburg vorerst verzichtet. Die nötigen Abstimmung über den Aufstellungsbeschluss und die Auslegung des Bebauungsplans für das Ärztehaus wurden öffentlich durchgeführt, „um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein“, wie Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) im Vorfeld der Sitzung mitteilte. Die außergewöhnliche Sitzung fand in der großen Aula des Franziskanergymnasiums Kreuzburg statt, das Parlament war nur in halber Stärke vertreten, um die Einhaltung der Corona-bedingten Abstandsregeln gewährleisten zu können. 

Wie angekündigt verzichteten die Fraktionen auf eigene Anträge, die Aussprachen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten wurden im Vorfeld durchgeführt. Alle Entscheidungen wurden einstimmig gefällt. Inhaltliches bekamen die gerade einmal sechs Besucher deshalb nicht zu hören, die sich im Kreuzburggymnasium eingefunden hatten. Jedoch sind alle beschlossenen Anträge online im Rats- und Bürgerinformationssystem der Gemeinde einsehbar. 

Bauantrag müsse bis Juli eingereicht sein

So auch der 50-seitige Bebauungsplanentwurf „Urbanes Gebiet – Ärztehaus“ inklusive aller Anlagen, den die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe Thomas Egel aus Langenselbold erarbeitet hat. Die Zeit für die Umsetzung des geplanten Ärztehauses drängt. Der Investor Ideenwelt Gesundheitsmarkt (IWG) müsse bis Juli einen entsprechenden Bauantrag bei der Kreisverwaltung einreichen, erklärte Bauroth auf Nachfrage unserer Redaktion. 

Der Planentwurf sei deshalb im beschleunigten Verfahren gemäß Paragraph 13a des Baugesetzbuches beschlossen worden. Im Zuge dessen wurde direkt der südliche Teil des Plangebietes ergänzt, der durch die noch ausstehende Verlegung des Rasenplatzes im angrenzenden Oberwaldstadion frei wird. Die Fläche soll zunächst offen „als Gemeinbedarfsfläche für kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke“ zur Verfügung gestellt werden. Beim zweiten Themenschwerpunkt ging es um die Kinderbetreuung in Großkrotzenburg. 

Herbert Popp stellte sich für fünf weitere Jahre als Obergerichtsschöffe zur Verfügung

Auf Empfehlung des Gemeindevorstandes beschloss das Parlament die Fortführung des „Waldkindergartens“ in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt Obertshausen (AWO) vorerst um ein Jahr. Für die Fortführung des Betreuungsangebots über den August 2021 hinaus sollen zeitnah Gespräche mit der AWO geführt werden. Nach der behördlich angeordnete Schließung der Kindertagesstätten einigte sich die Gemeindevertretung auf den Erlass des Kostenbeitrages und des Essensgeldes für Eltern, deren Kinder aufgrund der Anordnung nicht in der Betreuung sein können. 

Dieser Beschluss gilt nicht nur für das gemeindeeigene „Kinderhaus“, sondern auch für die Kindergärten der beiden freien Träger St. Laurentius und die Kinderzentren Kunterbunt. Falls diese die während der Zeit der Schließung erhobenen Kita-Gebühren an die Eltern zurückzahlen, erfolge zudem eine Refinanzierung durch die Gemeinde, heißt es in dem Beschluss. Ebenfalls beschlossen wurde die Wiederwahl des Ortsgerichtsschöffen Herbert Popp, dessen Amtszeit in diesem Monat abgelaufen wäre. Popp wurde im Vorfeld vom Gemeindevorstand erneut empfohlen und stellte sich für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren im Ortsgericht der Gemeinde zur Verfügung. 

Sämtliche Sitzungsunterlagen können im Bürgerinformationssystem eingesehen werden.

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