Erste Tag am See

Hohe Corona-Auflagen im Strandbad Spessartblick sorgen für Unverständnis

Entspannte Stunden auf der Wiese: Am ersten Öffnungstag genossen schon viele Besucher das schöne Wetter im Strandbad.
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Entspannte Stunden auf der Wiese: Am ersten Öffnungstag genossen schon viele Besucher das schöne Wetter im Strandbad.

Das Strandbad Spessartblick in Großkrotzenburg bei Hanau ist wieder geöffnet. Wegen Corona gelten aber bestimmte Regeln, das betrifft auch die Anzahl der Besucher.

Großkrotzenburg – 30 Grad, die Sonne scheint. Christine Weismantel und Matthias Rauch spazieren gut gelaunt durch die Kasse des Strandbades Spessartblick. Sie haben Sonnenbrillen auf und sind schwer bepackt mit Badetaschen. „Wir freuen uns, dass der See endlich aufmacht“, sagt Weismantel. Normalerweise, erzählt sie, fahren die beiden zum Kinzigsee nach Langenselbold. „Aber der bleibt dieses Jahr ja zu.“ Weil sich auch die Öffnung von Rodenbachs Strandbad verzögert, ist der See in Großkrotzenburg vorerst der einzige auf der hessischen Seite, der seine Liegewiese und die Wasserfläche für Gäste öffnet.

Überrannt wird er allerdings heute noch nicht. „Es läuft langsam an“, sagt Oktay Virit, dessen Firma Bäderservice Deutschland (BSD) den See seit 2018 betreibt. „Heute haben wir etwa 1500 Reservierungen“, erklärt er. Denn nur wer vorher online einen Termin vereinbart hat, darf sich auf der Liegewiese ausbreiten. So sieht es die Pandemieverordnung in Hessen aktuell vor.

Großkrotzenburg: Strandbad Spessartblick öffnet – Termine sind auch vor Ort möglich

Wer spontan vorbei kommt, hat allerdings auch noch gute Chancen. „Termine sind auch vor Ort möglich, allerdings nur, wenn wir noch genug Kapazität haben“, sagt Virit. 4000 Besucher sind aktuell zugelassen, das ist weniger als die Hälfte im Vergleich zum Normalbetrieb. Entsprechend weniger Umsatz ist zu erwarten: „Es ist schwierig“, bestätigt Virit. Trotzdem hat die BSD die Preise erst mal nicht erhöht.

Kleine Schlange: Der Andrang am Dienstagnachmittag blieb noch übersichtlich. Vor dem Besuch sollten sich Badegäste online anmelden.

Die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus in diesem Jahr sind für die Betreiber noch einmal gestiegen. Während 2020 pro Person fünf Quadratmeter Fläche frei gehalten werden musste, sind es aktuell zehn. Neu ist außerdem die Pflicht zur Terminreservierung. „Das gibt es nur bei uns in Hessen“, sagt Virit. Verstehen könne er das nicht. Trotzdem muss er es wieder und wieder seinen Gästen erklären. Spätestens wenn das Bad die Kassen wegen Überfüllung dicht machen muss, ist Ärger mit uneinsichtigen Badegästen vorprogrammiert.

Strandbad Spessartblick: Kritik an Corona-Auflagen – Personalsorgen hat der Betreiber nicht

„Wir konnten vorher überhaupt nichts planen“, erklärt der Betreiber. Lange habe nicht fest gestanden, ob und wann Bäder wieder öffnen dürfen. Jetzt dürfen sie – allerdings mussten sie kurzfristig ein Online-Tool für die Terminvergabe bereit stellen. „Und das schmeißen wir möglicherweise in ein paar Tagen auch wieder komplett über den Haufen“, so Virit.

Was sonstige die Hygieneregeln angeht, habe sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert, erklärt der Betreiber. Die Vorbereitungen seien reibungslos verlaufen, vergangene Woche sei das Gesundheitsamt zur letzten Abnahme da gewesen.

Auch Personalsorgen hat die BSD nicht. „Wir betreiben ja nicht nur das Strandbad Spessartblick“, erläutert Virit, der gebürtiger Frankfurter ist. „Wir sind auch Personaldienstleister für viele Seen in der Umgebung.“ Der flexible Personalstamm umfasse rund 25 Mitarbeiter, darunter Kassenpersonal, ausgebildete Ersthelfer und Rettungsschwimmer sowie Bademeister. Inzwischen hat Virit angefangen, Veranstaltungen für die Sommerferien zu planen. „Wir möchten ein Kino am See machen. Und eine Lasershow.“ Außerdem möchte er einen festen Wasserparcours installieren. „Da bin ich gerade mit einem Anbieter in Verhandlungen“, berichtet er.

Besucher, wie Helga Heunisch, merken von den Sorgen des Betreiberteams allerdings wenig: „Ich habe schon sehnlichst drauf gewartet, wieder her zu kommen“, berichtet die Rentnerin. „Im Sommer gibt es für mich nichts Schöneres.“ (Von Christine Semmler)

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