Die Kommunalwahl in Großkrotzenburg

Initiative gewinnt haushoch - Sieger mit klarer Ansage

Alle überrascht: Der Wahlausgang wird für weitere Veränderungen in der Großkrotzenburger Gemeindevertretung sorgen. Archiv
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Alle überrascht: Der Wahlausgang wird für weitere Veränderungen in der Großkrotzenburger Gemeindevertretung sorgen. Archiv

Das vorläufige amtliche Endergebnis fest: Die politische Landschaft im Ort zwischen Hanau und der bayerischen Landesgrenze ist von den Bürgern erneut auf den Kopf gestellt worden. Die Initiative Zukunftssicheres Großkrotzenburg ist der eindeutige Wahlsieger und zieht mit acht Sitzen ins neue Parlament ein. Und das mit einer ganz klaren Ansage an die anderen vier Fraktionen: Es wird keinen Koalitionsvertrag geben.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung Großkrotzenburg am 14.3.2021:
CDU 27,8 % - 7 Sitze
SPD 13,1 % - 3 Sitze
FDP 10,2% - 3 Sitze
Krotzebojer Grüne 15,7% - 4 Sitze
Initiative Zukunftssicheres Großkrotzenburg 33,1 % - 8 Sitze

Großkrotzenburg - Aloys Lenz, ehemaliger Landtagsabgeordneter der CDU und treibende Kraft bei der Gründung der neuen Wählergemeinschaft, ist am Montagabend dennoch selbst ein wenig überrascht. „Wir haben einen unerwartet hohen Wahlsieg eingefahren“, sagt er zum Drittel der Wählerstimmen. Und das alles hat die ursprünglich als Verein gegründete Initiative aus dem Stand geschafft. Beim Trend am Sonntagabend waren es sogar kurzzeitig 40 Prozent der von den Wählern unverändert angenommenen Stimmzettel. Nach der kompletten Auszählung aller Stimmen sind es am Ende beachtliche 33,1 Prozent.

Lenz macht klare Ansage

Lenz wäre nicht er selbst, wenn er nicht gleich nach vorne schaut: „Wir haben die Zuversicht, dass wir in Kooperation mit andern Fraktionen die einzelnen Themen besprechen werden.“ Allerdings seien dabei klare Grenzen gesetzt. „Wir haben bei uns einen Beschluss, dass wir keine Koalition eingehen werden“, stellt er klar. „Wir setzen auf Sachthemen und Transparenz und werden nicht in Hinterzimmern Koalitionsverträge vereinbaren“, betont er.

FDP stürzt ab

Auf der anderen Seite herrscht Enttäuschung. Allen voran bei der FDP, die in der Wählergunst abgestürzt ist. Dennoch scheint Fraktionschef Daniel Protzmann froh, dass die Liberalen am Ende noch über 10 Prozent kommen. „Für meine Partei ist das schon ganz ordentlich“, gibt er sich zuversichtlich. Aber auch selbstkritisch. Die FDP sei mit den Krotzebojer Grünen zusammen in der Verantwortung gewesen. „Da haben wir nicht alles richtig gemacht und vor allem nicht immer gut kommuniziert.“ Deshalb sei die FDP von den Wählern abgestraft worden. Protzmann kündigte an, zunächst eine Nabelschau vorzunehmen und das Ergebnis zu analysieren.

SPD verliert, CDU hält Zahl der Sitze

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Bretthauer zeigte sich über den Verlust enttäuscht, sieht ein insgesamt „negatives SPD-Ergebnis“ und ein Signal, dass die SPD im Augenblick „bescheiden aussieht – vor allem auf Bundesebene“.  Max Schad (CDU) hat am Dienstag bereits begonnen, die Wahlplakate einzusammeln. „Wir hätten uns schon ein Stückchen mehr gewünscht.“ Allerdings hat die CDU nur minimale Verluste eingefahren und als einzige der bisher vier Fraktionen keinen Sitz abgegeben. Allerdings sind die Christdemokraten nicht mehr die stärkste Fraktion. Die Initiative habe „ein Ausrufezeichen“ gesetzt, „Das Ergebnis zeigt die große Unzufriedenheit mit dem Bürgermeister“, so Schad, der zugleich auf seine Mannschaft „schon ein bisschen stolz“ ist, da viele neue Kandidaten dazugekommen sind.

Lucas Bäuml, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hat sich bereits am Sonntagabend als fairer Verlierer gezeigt und Armin Klab von der Initiative gratuliert. „Das hat keiner erwartet. Es wird jetzt spannend.“ (Von Thorsten Becker)

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