Nach dem Trägerwechsel:

Eltern und Personal sind zufrieden mit dem neuen Konzept der „Kita am Limes“

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Ziehen in der „Kita am Limes“ demonstrativ an einem Strang: Michael Bergmann, Geschäftsführer des neuen Trägers, Projektleiterin Vera Bieberbach, Kita-Leiterin Nicole Löcker-Kammerer und Bürgermeister Thorsten Bauroth (von links).

Nach einem Tag der offenen Tür berichten die Verantwortlichen der „Kita am Limes“ im Rahmen eines Pressegespräches, was sich nach dem viel diskutierten Trägerwechsel geändert hat.

Der Wechsel von einem katholischen zu einem freien Träger sorgte im Vorfeld für viel Diskussionsstoff (wir berichteten). Einige Eltern hatten die Befürchtung, dass sich am Betreuungsangebot der im Rathaus beherbergten Kita etwas ändern würde. 

Trotz Trägerwechsel keine großen Veränderungen

Rund ein halbes Jahr später zieht die neue Leiterin Nicole Löcker-Kammerer eine positive Zwischenbilanz: „Unser Tagesablauf ist im Großen und Ganzen gleich geblieben.“ Sie muss es wissen. Die langjährige Erzieherin übernahm nach dem Trägerwechsel den Leitungsposten.

Abgesehen von der ehemaligen Leiterin und einer Kollegin, die sich in den Ruhestand verabschiedete, „ist das Personal erhalten geblieben“. Hinzu kam bisher lediglich eine Kinderpflegerin in der Krippe, dem U3-Bereich. 

Diese Konstante in der Belegschaft sei besonders wichtig – für Kinder und Eltern. „Ihre Vertrauenspersonen sind nach wie vor hier.“ Im Moment sei der Kindergarten „noch nicht voll belegt“. Im 14-Tage-Rhytmus werde jeweils ein neues Kind in die U3-, die sogenannte Vogelgruppe aufgenommen. 

Kita erreicht maximale Kapazität

Löcker-Kammerers Terminkalender für diese Eingewöhnung sei bis November bereits voll. Allmählich werde die Kita ihre maximale Kapazität von 50 Plätzen im Ü3-Kita und zwölf U3-Plätzen erreichen. Das Prozedere im Vorfeld einer Aufnahme sei kompliziert. 

Bei der Belegung gebe es viele Dinge zu beachten, sie sei „eine echte Kunst“, schließlich müssen die Neuankömmlinge und ihre Eltern irgendwie „ins Gefüge passen“, bemerkt die Leiterin. Sie sei deshalb „froh über die Unterstützung aus Nürnberg“, wo die Kinderzentren Kunterbunt beheimatet sind. 

„Mittlerweile gibt es viel positives Feedback", sagte Thorsten Bauroth

Es gebe einen regelmäßigen Austausch mit Stefanie Wagner, die auf Seiten des Trägers für die Belegung zuständig ist. Die Vorbehalte einiger Eltern gegenüber dem freien Träger konnten schnell beseitigt werden. „Gerade für die Belegschaft“ sei es „eine schwierige Zeit“ gewesen, erinnert sich Bürgermeister Thorsten Bauroth. 

„Mittlerweile gibt es viel positives Feedback, auch von Eltern, die vorher kritisch eingestellt waren“, so der Rathauschef. Er sei dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem erfahren Träger. 

Das Unternehmen wächst kontinuierlich

Die Kinderzentren Kunterbunt betreiben „derzeit 89 Kitas in zehn Bundesländern“, berichtet Michael Bergmann als einer von drei Geschäftsführern. Großkrotzenburg sei dabei erst der dritte Standort in Hessen. 

Das Unternehmen wächst kontinuierlich: „Jedes Jahr kommen rund zehn Einrichtungen dazu.“ Im vergangenen Jahr feierten die Kinderzentren bereits ihr 20-jähriges Bestehen. Das private Trägermodell „war damals eine absolute Neuerung“, weiß Bergmann. „Keine Schließzeiten in den Ferien, Ganztagsbetreuung mit flexiblem Buchungszeiten“, all das habe es bis dato nicht gegeben. 

„Windelpauschale“ soll Verbesserung bringen

Auch in Großkrotzenburg werde „das eigene Branding nach und nach übernommen“. Eine Verbesserung soll beispielsweise die sogenannte „Windelpauschale“ bringen, die zum 1. August 2020 eingeführt werden soll. „Die Pauschale soll sicherstellen, dass Eltern sich nicht mehr um Windeln, Pflege- und Hygieneartikel kümmern müssen.“ Ein „Rundum-Sorglos-Paket“, erklärt die Projektleiterin aus Nürnberg, Vera Bieberbach. 

Eine weitere Überlegung sei, auch in Großkrotzenburg flexible Buchungszeiten einzuführen, „um den individuellen Anforderungen der Eltern noch mehr zu entsprechen“, so Bergmann. Eine Reduzierung des Gemeindezuschusses für den Kita-Betrieb, die von Seiten der Politik als Hauptargument für den Trägerwechsel angegeben wurde, sei bisher nicht zu verzeichnen, räumt Bauroth ein. Für den kurzfristigen, arbeitsintensiven Übergang erhalte der neue Träger eine erhöhte Vergütung, die in absehbarer Zeit aber wieder wegfallen soll.

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