Großkrotzenburg

Gemeindevertreter von Großkrotzenburg diskutieren Bahn und Pflege

Am Großkrotzenburger Bahnhof besteht an den Bahnsteigen Nachholbedarf in Sachen Einstiegshöhe. Da es im benachbarten Karlstein eine Zusage gibt, die Situation zu verbessern, will nun auch die Gemeindevertretung Optimierungen erreichen. Foto: Bergmann

Grosskrotzenburg. Neben der Generaldebatte und der Abstimmung über den Haushalt 2018 hat sich die Gemeindevertretung mit der Kinderbetreuung vor Ort und der Situation am Bahnhof beschäftigt. Einen kurzen Streit gab es zudem über die Zuschüsse für das Partnerschaftskomitee.

Von Thorsten Becker

Mit ihrem ersten Antrag will die CDU-Fraktion eine deutliche Verbesserung an den Bahnsteigen erreichen. So wurde der Gemeindevorstand beauftragt, mit der Deutschen Bahn Kontakt aufzunehmen, um die Erhöhung der Bahnsteige zu erreichen.

Wie Erich Fischer, der den Antrag begründete, erläuterte, passen die derzeitigen Bahnsteighöhen nicht zu den Einstiegshöhen der in Großkrotzenburg haltenden Züge. Eine Anpassung der Bahnsteige würde es ermöglichen, dass vor allem ältere oder gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Radfahrer leichter ein- und aussteigen könnten. Gleichzeitig würde auch für alle anderen Bahnreisenden der Komfort erhöht.

Forderung nach BahnsteigerhöhungAus den Reihen der Bürgerschaft habe man erfahren, dass die Nachbargemeinde Karlstein von der Bahn bereits die Zusage erhalten habe, in Dettingen bis 2022 die Bahnsteige zu erhöhen. „Dies sollte auch für Großkrotzenburg möglich gemacht werden“, forderte Fischer. Alle Fraktionen stimmten dem Antrag zu.

In den Haushaltsberatungen hatte die CDU einen Anbau für eine neue U3-Gruppe gefordert und dafür rund 250 000 Euro veranschlagt. Diese Summe ist zwar nicht in den Etat 2018 aufgenommen worden, das Thema wurde von SPD, Krotzebojer Grüne und FDP jedoch nicht gänzlich vom Tisch gefegt. Auf Betreiben der SPD wurde der Antrag in den Ausschuss verwiesen und der Gemeindevorstand beauftragt, bis Ende Juni Zahlen und Fakten zur Situation der Krippenplätze sowie notwendigen Ausbaumaßnahmen vorzulegen. Dabei sollen auch Alternativen berücksichtigt werden.

„Die Betreuungssituation ist angespannt“Einstimmigkeit herrschte im Parlament dagegen bei der CDU-Initiative, die Kindertagespflege in der Gemeinde zu verbessern. „Die Betreuungssituation ist angespannt“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Max Schad und verwies darauf, dass im Mai vergangenen Jahres letztmals Bemühungen gegeben habe, das Thema anzugehen. Er wünschte sich von der Verwaltung „mehr Aktivität“.

In dem Antrag wird nun der Gemeindevorstand aufgefordert, halbjährlich einen Tätigkeitsbericht über die Kindertagespflege vorzulegen. Vor allem die Begründung war scharf formuliert: „Die mehrfach aus den Reihen der Gemeindevertretung geforderte Intensivierung zur Schaffung weiterer Plätze in der Kindertagespflege wurde zum Nachteil der Gemeinde bislang nicht mit der gewünschten Ernsthaftigkeit betrieben.“

„Von fehlender Ernsthaftigkeit kann keine Rede sein“Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos), gegen den diese verbale Spitze gerichtet sein sollte, bestätigte, dass es einen Nachholbedarf vor allem im Kippenbereich bestehe. Er verwahrte sich jedoch gegen den Vorwurf der Untätigkeit: „Von fehlender Ernsthaftigkeit kann keine Rede sein“, so Bauroth, der auf eine in wenigen Wochen anstehende Informationsveranstaltung zur Kindertagespflege verwies und bekannt gab, dass möglicherweise ein leerstehendes Wohnhaus künftig für die U3-Betreuung zur Verfügung stehen könnte.Der Antrag der CDU wurde trotzdem von allen Fraktionen getragen. Daniel Protzmann (FDP) forderte zudem ein „höheres Maß an Kommunikation“ in diesem Bereich: „Wir brauchen für Entscheidungen ein fundiertes Zahlenmaterial.“

Streit hinter den Kulissen gibt es offenbar beim Thema Zuschüsse für das Partnerschaftskomitee. Nur kurz blitzte diese Meinungsverschiedenheit in der jüngsten Sitzung auf, als die Richtlinien dafür verabschiedet werden sollten und Michael Ruf (Grüne) den Änderungsantrag stellte, in dem der Verein mit einem noch ausführlicheren Verwendungsnachweis belegt werden sollte.

Max Schad ging das zu weit. Der CDU-Fraktionschef ging sichtlich erregt ans Rednerpult und schimpfte darüber, dass den Ehrenamtlichen damit ein nicht vertretbares Maß an Misstrauen entgegengebracht werde. Schließlich glätteten sich die Wogen wieder – die Vorlage soll nun zusammen mit dem Komitee im Ausschuss besprochen werden.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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