Großkrotzenburg/Rodenbach

Großer Jahresüberschuss und keine Filialenschließung bei Raiba

Ehrung langjähriger Raiba-Mitglieder (von links): Aufsichtsratsvorsitzender Martin Scharlau, Günter Reußwig (Hasselroth), Vorstandssprecher Manfred Rumpf, Klaus Ludwig (Rodenbach), Reinhard Heinz, Josef Poisel und Horst Döbert (alle Hasselroth), Horst Werkmann (Großkrotzenburg) und Bankvorstand Frank Hohmann. Foto: Felicitas Selz

Großkrotzenburg/Rodenbach. Jegliche Zusammenschlüsse mit benachbarten Genossenschaften, Übernahmen oder Filialschließungen seien fern und kein Thema. Vorstandssprecher Manfred Rumpf erteilte am Rande der Vertreterversammlung in Großkrotzenburg im Gespräch mit dem HA eventuellen Fusionen und Filialschließungen eine klare Absage.

Von Felicitas Selz

Die Raiffeisenbank (Raiba) Rodenbach-Hasselroth-Großkrotzenburg bleibe selbstständig und „zwar an allen Standorten, an denen sie im Moment auch vertreten ist“.

Von 114 geladenen Vertretern waren 78 zugegen. Anwesend waren außerdem Vertreter aus Politik und Verwaltung, den örtlichen Vereinen und der Wirtschaft mit Großkrotzenburgs Bürgermeister Thorsten Bauroth an der Spitze. Manfred Rumpf konnte auch im Namen seines Vorstandskollegen Frank Hohmann durchweg Positives berichten, was später in einmütigem Abstimmungsverhalten ohne Diskussionsbedarf oder Wortmeldungen bestätigt werden konnte.

Ende sei nicht abzusehen

So hat sich die Bilanzsumme um 13 auf 288 Millionen Euro (Vorjahr 275 Millionen Euro) erhöht. In Relation zur Bilanzsumme beläuft sich das bilanzielle Eigenkapital auf 13,5 Millionen Euro (Vorjahr 19,9 Millionen), was einer Eigenkapitalquote von 4,7 Prozent entspricht und die gesetzlichen Anforderungen an Eigenkapitalausstattung erfüllt. Auch über die Entwicklung des Kundengesamtvolumens zeigte sich der Vorstand erfreut. Dieses Wachstum sei erneut begünstigt worden durch das Kreditgeschäft an Privatpersonen und regionale Unternehmen, was als Kern des genossenschaftlichen Auftrages zähle. So stiegen die Kundeneinlagen um 6,8 Prozent deutlich auf 234 Millionen Euro (Vorjahr 220 Millione); die Ausleihungen steigerten sich um 4,8 Prozent auf 193 Millionen Euro (Vorjahr 184 Millionen Euro). Gestiegen ist auch die Mitgliederzahl, die sich von 5752 auf 5803 erhöhte.

Die Raiba sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt, geht jedoch in der Ergebnisvorschau für 2019 wiederholt von einem spürbar rückläufigen Betriebsergebnis vor Bewertung aus, da sich das anhaltend niedrige Zinsniveau weiter zunehmend negativ auswirke. Für das laufende Jahr wagte der Raiba-Chef einen kurzen Ausblick: „Auch wenn es zu Jahresbeginn noch danach aussah, als würde die Europäische Zentralbank ihre sehr expansive Geldpolitik langsam zurückfahren, ist ein Ende noch nicht abzusehen. Somit dürften wir noch eine ganze Weile weiter ein historisch niedriges Zinsniveau haben, was sich weiterhin belastend auf unsere Zinsmarge auswirken wird.“

Einstimmige Abstimmung

Rumpf merkte auch an, dass die Bank 539 000 Euro Steuern vom Ertrag für 2017 gezahlt habe, wobei die Raiba „als Steuerzahler ihre Verantwortung für die Region wie auch durch Kreditvergabe, als Arbeitgeber und mit ihrem vielfältigen sozialen und gesellschaftlichen Engagement im besonderen Maße“ wahrnehme.

Im Anschluss entlasteten die 78 Vertreter Aufsichtsrat und Vorstand einstimmig, segneten den Jahresabschluss ab und stimmten der Dividendenausschüttung zu: Vom Bilanzgewinn von 353 000 Euro (Vorjahr: 435 000 Euro) erhalten die Mitglieder drei Prozent Dividende (rund 50 000 Euro). 150 000 Euro fließen in die gesetzliche Rücklage, 150 000 in andere Ergebnisrücklagen, die damit auf 11,8 Millionen Euro steigen.

Wiederwahl per Akklamation

Zuvor hatte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Scharlau den gesetzlichen Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbands bekannt gegeben. Das Institut sei in der Lage, jederzeit den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Man sei strategisch gut aufgestellt und auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Seinem Dank bezüglich der positiven Jahresbilanz schloss sich der Bankvorstand gerne an. Lob gab es für das „tolle Teamwork“ der 57 Mitarbeiter einschließlich der fünf Auszubildenden in den vier Geschäftsstellen.

Per Akklamation wurde die Wiederwahl in den Aufsichtsrat von Wilfried Bergmann, Manfred Schäfer (beide Großkrotzenburg) und Dr. Gustav Ost (Hasselroth) vorgenommen. Als stimmungsvoller Abschluss der Versammlung erfolgte die Ehrung von langjährigen Mitgliedern der Genossenschaftsbank. Von den sechs Mitgliedern, die seit 60 Jahren der Raiba angehören, war der Großkrotzenburger Horst Werkmann anwesend, der eine goldgeprägte Urkunde und ein Weinpräsent erhielt. Von den 32 Mitgliedern, die seit 50 Jahren dabei sind, waren Klaus Ludwig (Rodenbach), Horst Döbert, Reinhard Heinz, Josef Poisel und Günter Reußwig (alle Hasselroth) zur Versammlung erschienen. Sie erhielten eine Silbernadel nebst Urkunde sowie ein Weinpräsent.

Überblick über die wichtigsten Zahlen des Geschäftsjahrs 2018Mitglieder: 5803 (5752), Abgang 186 (mit Sterbefällen), Zugang 237Personal: 57 Mitarbeiter in vier Geschäftsstellen, darunter fünf Auszubildende (2017: 59 Mitarbeiter/7 Azubis)Betreutes Kundengesamtvolumen: 529 Millionen Euro (2017: 509,3 Millionen) Bilanzsumme: 288 Millionen Euro(2017: 275 Millionen Euro)Jahresüberschuss: 353 000 Euro(2017: 435 000 Euro) Kundeneinlagen: 234 Millionen Euro (2017: 220 Millionen Euro)Kreditgeschäft: 193 Millionen Euro (2017: 184 Millionen Euro)Bilanzielles Eigenkapital: 13,5 Millionen Euro (2017: 19,9 Millionen Euro) fee

Quelle: Hanauer Anzeiger

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