Jugendzentrum besteht seit 45 Jahren

Großes Jubiläum wurde klein gefeiert: Reiner Uftring ist seit 30 Jahren im Jugendzentrum tätig

Seit 45 Jahren stehen die Türen des JUZ nicht nur der Großkrotzenburger Jugend offen. Jugendpfleger Reiner Uftring ist seit 30 Jahren mit an Bord.
+
Seit 45 Jahren stehen die Türen des JUZ nicht nur der Großkrotzenburger Jugend offen. Jugendpfleger Reiner Uftring ist seit 30 Jahren mit an Bord.

Nur wenige haben es mitbekommen: Das Großkrotzenburger Jugendzentrum feierte im Oktober sein 45-jähriges Jubiläum, Jugendpfleger Reiner Uftring ist seit mittlerweile 30 Jahren für die Gemeinde tätig. Die geplante Jubiläumsparty musste abgesagt werden.

Grokrotzenburg - Zum 40-jährigen Jubiläum vor fünf Jahren kamen 350 aktuelle und ehemalige Besucherinnen und Besucher ins Jugendzentrum, um den runden Geburtstag zu feiern. In diesem Jahr musste das Jubiläum im „stillen Kämmerlein“ gefeiert werden. Gleiches gilt für das 30-jährige Dienstjubiläum von Jugendpfleger Reiner Uftring.

„Stilles Kämmerlein“, diese Bezeichnung mag Uftring eigentlich nicht. Dabei beschreibt sie eine Charakteristik der Jugendeinrichtung im Keller des Bürgerhauses, die am 1. Oktober 1975 erstmals ihre Tür öffnete: Für viele Kinder und Jugendliche ist sie seit jeher ein beliebter Rückzugsort.

Genau 45 Jahre nach der Eröffnung habe sich ein kleiner Kreis von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen „in überschaubarer Runde“ im JUZ getroffen, berichtet Uftring. „Nachmittags gab es selbst gebackene Käse-Sahne-Torte und am Abend den ‘legendären’ Lauchauflauf.“

Die Jubiläumsfeier soll im kommenden Jahr - „wenn es bis dahin möglich ist“ - unter dem Motto „45 Jahre plus eins“ nachgeholt werden. Bis dahin will sich auch die Politik intensiv mit der Zukunft der Jugendarbeit beschäftigt haben. Die SPD brachte Ende Oktober einen entsprechenden Antrag durchs Gemeindeparlament, der eine Diskussion im zuständigen Ausschuss „sowohl inhaltlich, personell als auch räumlich unter Einbeziehung der Jugendlichen und des JUZ-Leiters“ vorsieht.

Die Stellenbesetzung werde sich mittelfristig ändern, erklärte der Fraktionsvorsitzende Uwe Bretthauer im Parlament den Vorstoß der Sozialdemokraten. Gemeint war der absehbare Renteneintritt von Uftring, der im Dezember seinen 61. Geburtstag feiert. Spätestens in fünf Jahren werde er in Rente gehen, erklärt der Jugendpfleger.

Es wird also allmählich Zeit, die mittel- und langfristige Zukunft der Jugendarbeit zu diskutieren. Neben dem Jugendzentrum organisiert Uftring seit 30 Jahren die Sommer-Ferienspiele auf dem Gelände des Strandbades. Während dort Jahr für Jahr ein Großteil der örtlichen Kinder im Grundschulalter einen vierwöchigen, bunten Ferienspaß erlebt, sind im JUZ seit jeher sogar auch Jugendliche aus den Nachbargemeinden zu Besuch.

Die Beliebtheit über Gemeindegrenzen hinweg hängt nicht zuletzt mit dem langjährigen Jugendpfleger zusammen. Dieser treffe bei seiner Arbeit auf ein sehr heterogenes Publikum. Auch Schülerinnen und Schüler des nahegelegen Kreuzburggymnasiums kommen regelmäßig vorbei, wenn sie mehrere Freistunden haben. „Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit“, erklärt Uftring. Kontinuität und Verlässlichkeit im Bereich des Personals seien deshalb besonders wichtig.

In den letzten fünf Jahren, in finanziell schwierigen Zeiten für die Gemeinde, sei es für ihn in erster Linie um den Erhalt des Angebotes in seinem jetzigen Umfang gegangen. Das „Konzept offene Jugendarbeit“ sei nach wie vor zeitgemäß, meint der erfahrene Jugendreferent. „Die Jugendlichen brauchen einen Ort, an dem sie sich mit Gleichaltrigen treffen können.“ Ein Fokus liege auf der Unterstützung von jungen Menschen, die alltägliche Probleme haben, Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Uftring unterstützt viele seiner Gäste auch bei Bewerbungen und Behördengängen.

Neben der organisatorischen Unterstützung gehe es um die „Begleitung auf dem Weg der eigenen Identitätsfindung“, beschreibt Uftring den sozialpädagogischen Teil seiner Arbeit. Elementar sei dabei auch „die Partizipation von Kindern und Jugendlichen“, die auch politisch wieder in den Fokus gerückt werden müsse.

Auf den genannten SPD-Antrag angesprochen, zitiert Uftring die hessische Gemeindeordnung: „Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Form beteiligen.“ Er schlage deshalb „eine anonymisierte Umfrage unter den JUZ-Besuchern“ vor, um herauszufinden, was sie sich von der Jugendarbeit in Zukunft erhoffen würden.

Aber auch er selbst habe Vorschläge: Sein Konzept für einen Mehrgenerationen-Treffpunkt habe er zuletzt 2016 überarbeitet, es liege der Gemeinde Großkrotzenburg bereits vor. In seiner Heimatgemeinde Rodenbach existiere bereits eine entsprechende Einrichtung. „Das Konzept liefert eine gute Grundlage für einen gemeinwesenorientierten Ansatz einer lokal vernetzten Jugendarbeit.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare