Prozess

Angriff mit einer Schere - Mann muss sich nun vor Gericht verantworten

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Schwere Vorwürfe: Weil er einen Kontrahenten im Streit mit einer Schere in den Rücken gestochen haben soll, muss sich von morgen an ein 48-jähriger Großkrotzenburger vor Gericht verantworten.

Ein Mann aus Großkrotzenburg muss sich wegen versuchtem Totschlags vor Gericht verantworten. Ein Streit mit seiner Freundin eskalierte.

  • Mann steht wegen versuchtem Totschlags vor Gericht
  • Ein Streit mit seiner Freundin eskalierte
  • Nun muss er sich vor dem Schwurgericht verantworten

Wut, Eifersucht und Alkohol können eine sehr gefährliche Mischung sein. Das hat sich in der Nacht zum 18. Januar an der Unterhaaggasse gezeigt, als ein Mensch lebensgefährlich verletzt worden ist. 

Am Dienstag hat diese blutige Auseinandersetzung in dem Haus ein gerichtliches Nachspiel. Ein 48-jähriger muss sich vor der Schwurgerichtskammer wegen versuchten Totschlags verantworten. Nach Ansicht von Staatsanwältin Lisa Pohlmann, der stellvertretenden Pressesprecherin der Anklagebehörde in Hanau, ist eine Schere die Tatwaffe gewesen. 

Anklage im Prozess lautet: Versuchter Totschlag

„Die Anklage lautet auf versuchten Totschlags, weil das Opfer lebensgefährliche Verletzungen erlitten hat“, so Pohlmann, die morgen auch die Anklage gegen den Mann verlesen wird, der seit diesem Tag in Untersuchungshaft sitzt. Laut Anklage soll es in dieser Nacht zu einer gemütlichen Feier unter den Anwohner gekommen sein, darunter auch die Lebensgefährtin des Angeklagten. Dabei sei viel Alkohol konsumiert worden. Als der 48-Jährige heimkam und zu der Feier stieß, sei er wütend und offenbar auch eifersüchtig gewesen. Er soll seine Freundin aufgefordert haben, mit ihm in die gemeinsame Wohnung im zweiten Stock zu gehen. 

Ein erstes Wortgefecht endete damit, dass der Mann das Zimmer verärgert verließ. Um den Streit zu schlichten, sie die Frau ihm dann gegen 2.30 Uhr gefolgt. Doch die Situation eskalierte. Im Schlafzimmer gab es weitere Wortgefechte, der 48-Jährige schlug seiner Freundin ins Gesicht und wollte sie aus der Wohnung werfen. Das Geschrei alarmierte die vier feiernden Bewohner, die schließlich nach oben gestürmt seien, um den Streit des Paars zu schlichten und den Mann zu beruhigen. Doch das Gegenteil soll der Fall gewesen sein. Nach den Ermittlungen der Hanauer Kriminalpolizei soll der Angeklagte zu einer Schere gegriffen und die Streitschlichter massiv bedroht haben. Doch die Bewohner fackelten nicht lange und versuchten, den 48-Jährigen zu entwaffnen, was jedoch misslang. 

Angeklagter soll Opfer mit Schere attackiert haben

„Während eines Handgemenges ist eines der Opfer von der Schere am Oberkörper verletzt worden“, so die Anklägerin weiter. Schlimmer traf es dann einen weiteren Streitschlichter. Er soll einen „heftigen Stich in den Rücken“ erlitten haben. Dabei sei der linke Lungenflügel verletzt worden – noch in der Nacht war eine Notoperation nötig. Der 48-Jährige haben den möglichen Tod seines Kontrahenten „billigend in Kauf genommen“, heißt es in der Anklage, mit der sich die 1. Große Strafkammer am Hanauer Landgericht unter dem Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Susanne Wetzel beschäftigen wird. Der Prozess ist bis zum 16. Juli auf insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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