Großkrotzenburg

Gastronomie am Mainufer?

Auf der Wiese unterhalb der Tränkgasse soll nach Wunsch der Gemeindevertreter möglichst schon in diesem Sommer eine Gastronomie entstehen.
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Auf der Wiese unterhalb der Tränkgasse soll nach Wunsch der Gemeindevertreter möglichst schon in diesem Sommer eine Gastronomie entstehen.

Wenn es nach der Initiative Zukunftssicheres Großkrotzenburg geht, soll sich auf den Mainwiesen noch in diesem Sommer eine mobile Freiluft-Gastronomie niederlassen. Das Projekt, das schon 2017 von der FDP angeschoben worden sei, solle „nicht weiter vor sich hindümpeln“, forderte Initiativen-Chef Aloys Lenz in der zweiten Gemeindevertretersitzung.

Großkrotzenburg – Die neue Wählergemeinschaft, die mit acht Sitzen in der aktuellen Wahlperiode die stärkste Fraktion stellt, fordert, das Projekt in der Verwaltung zu priorisieren und „alles zu unternehmen, um es bis Mitte Juni zu verwirklichen“. Als Paradebeispiel führt Lenz den Main Laden in Großauheim an, dessen Flair Bürger und Auswärtige gleichermaßen anzieht. Ein interessierter Gastronom sei auch für Großkrotzenburg inzwischen gefunden.

„Ein kluger Bürgermeister würde das Projekt zur Chefsache machen“, so Lenz. Er wirft dem Rathauschef Thorsten Bauroth (parteilos) vor, stattdessen wichtige Telefonate, beispielsweise mit der katholischen Kirchengemeinde, die einen Großteil des Areals besitzt, zu verschleppen.

Bauroth sieht das anders. Er wies in der Sitzung darauf hin, dass die Voraussetzungen in Großkrotzenburg „schwieriger als in Großauheim“ seien, allein schon, weil das Gastro-Angebot auf einem Landschaftsschutzgebiet, den „Hessische Mainauen“ platziert werden solle. Der Gastronom habe überdies noch gar kein Konzept für seinen Ausschank auf der Wiese vorgelegt. Das sei aber die Basis, um mit Pächtern der Grundstücke und den Behörden kommunizieren zu können, so Bauroth. Auch Freidemokrat Christoph Zeller gab zu bedenken, man solle die Sache nicht übers Knie brechen. Den Wunsch der FDP, zunächst eine Beschlussempfehlung im Haupt- und Finanzausschuss zu erarbeiten um die Randbedingungen zu klären, findet Lenz aber zu langwierig. „Das dauert Jahre.“ Der Antrag der Initiative bekam schließlich ein einstimmiges Ja: Die Verwaltung kann zwar nicht aktiv eingreifen, soll den Gastronomen aber fortan verstärkt in seinen Bestrebungen unterstützen.

Gemeindevorstand komplett

In der Sitzung wurde überdies der Gemeindevorstand komplettiert, der statt acht künftig zehn Mitglieder haben wird. Zu dieser Einigung waren die Fraktionen gekommen, um ihre Stärkeverhältnisse exakt abbilden zu können. Zum Vorstand gehören neben Bürgermeister Thorsten Bauroth fortan Ulrich Fischer als Erster Beigeordneter, Jürgen Capelle und Herbert Popp (alle Initiative), Friedrich Engel, Ulrich Henkel und Eva-Maria Neeb (alle CDU), Johannes Rubach (Krotzebojer Grüne), Karl Pitterling (SPD) und Alexander Noll (FDP). Viel Raum nahm die Diskussion um die Zuständigkeit ein, wenn es um die Entscheidung über Haushaltsreste geht. Nachdem erst kürzlich Überbleibsel von rund zwei Millionen Euro aus 2019 und 2020 bekannt geworden waren, hatte die Gemeindevertretung beschlossen, dass der Haupt- und Finanzausschuss künftig über die Überschüsse entscheiden solle.

Bauroth hatte Veto eingelegt: Der Beschluss sei rechtswidrig, weil der Haushaltsvollzug und damit auch Übertragungen von Resten alleinige Sache des Vorstandes sei (wir berichteten).Zur Bekräftigung legte er nun ein Schreiben der Kommunalaufsicht vor, das ihn am 26. April erreicht hatte. In Folge beschloss das Parlament kurzfristig, den Paragrafen 9, der die Übertragung von Haushaltsresten erlaubt, aus der Satzung komplett zu streichen, um die Genehmigung des Haushalts 2021 nicht noch weiter zu verzögern.

Bauroth musste sich die Kritik gefallen lassen, das Parlament zu spät, nämlich erst am 11. Mai, über das Schreiben informiert zu haben. Lucas Bäuml (KG) bedauerte, dass die Bürger deshalb den falschen Eindruck bekämen, das Parlament würde den Haushalt verschleppen. „Das ist kein guter Umgang.“ (Von Christine Semmler)

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