Fairtrade-Town

„Großkrotzenburg spielt in der Champions League“

Gute Stimmung bei der Steuerungsgruppe: Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland (Vierter von links), übergab das Zertifikat in die Hände von Bürgermeister Thorsten Bauroth.
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Gute Stimmung bei der Steuerungsgruppe: Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland (Vierter von links), übergab das Zertifikat in die Hände von Bürgermeister Thorsten Bauroth.

Im Rahmen des monatlichen Markttages hat die Gemeinde das Zertifikat als Fairtrade-Town erhalten. Der Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland, Manfred Holz, übergab die Urkunde an Bürgermeister Thorsten Bauroth.

Großkrotzenburg - „Jetzt kann Fairtrade auch in Großkrotzenburg richtig Fahrt aufnehmen“, erklärte Bauroth im Rahmen der Übergabe. Seit über drei Jahren arbeitet die Steuerungsgruppe Fairtrade auf die Zertifizierung hin. Die Kommune reiht sich nun endlich in eine Gemeinschaft ein, der mittlerweile drei Viertel aller Städte im Rhein-Main-Gebiet angehören.

Die Steuerungsgruppe geht aus einer Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen hervor, die seit rund 30 Jahren einen sogenannten Weltladen in der Gemeinde betreibt. „Das Team des Weltladens bildet den Kern der Steuerungsgruppe“, erklärte Anne Zimmermann, die die Feierstunde am Samstag moderierte. Mit dem Zertifikat als Fairtrade-Town kann Großkrotzenburg nun beispielsweise in sozialen Medien, mit Hinweistafeln an den Ortseingängen, aber auch im amtlichen Schriftverkehr für sich werben.

Gratulationen gab es vor Ort auch von Landrat Thorsten Stolz (SPD), der das Zertifikat als „Meilenstein“ bezeichnete, „aber die Arbeit geht weiter“. Stolz bedankte sich bei den engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Umfeld des Weltladens, „die ein Bewusstsein für fairen Handel schaffen“. Wichtigste Grundlage für den Erhalt des Zertifikates ist, dass sich mehrere Geschäfte und Restaurants finden, die sich zum fairen Handel bekennen und entsprechende Produkte anbieten. „Wir hoffen, dass nun weitere Geschäfte und Lokale im Ort auf die Aktion aufmerksam werden und fair gehandelte Produkte in ihr Angebot aufnehmen“, blickte Zimmermann voraus. Fairtrade-Ehrenbotschafter Holz untermauerte die Bedeutung des fairen Handels als „konkreten Beitrag im Kampf gegen Armut“. Das Bekenntnis zu Fairtrade und vor allem der Konsum entsprechender Produkte seien „weit mehr als eine gelegentliche Beruhigungspille“ für das eigene Gewissen. Fair gehandelte Erzeugnisse ermöglichen es, beim Einkaufen eine „ethische Haltung“ zum Ausdruck zu bringen. Es handele sich nicht um „Spenden oder Almosen“, sondern um einen nachhaltigen Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit, stellte Holz klar.

„Ab heute spielt Großkrotzenburg in der Champions League“, erklärte Holz mit einem Augenzwinkern. Die Gemeinde sei nicht nur Nummer 772 der zertifizierten Kommunen und Städte in Deutschland, sie reihe sich auch in eine Liste ein, in der sich einige der größten Metropolen der Welt finden.

Mit der Auszeichnung geht die Gemeinde auch die Verpflichtungen ein, den fairen Handel unter dem Motto „Global denken – lokal handeln“ in Zukunft noch stärker zu fördern. Zum Anforderungskatalog der Zertifizierung zählt auch eine stärkere Fokussierung auf Themen wie Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz.

Der monatliche Markt war aus Sicht der Steuerungsgruppe der ideale Ort, um diese Verbindung deutlich zu machen, denn dort bieten Händlerinnen und Händler überwiegend regionale Nahrungsmittel in Bio-Qualität an sowie wiederverwertete Textilien oder selbst entworfene Kleidung aus zertifizierten Stoffen.

So nahm am Samstag beispielsweise der örtliche Backhausverein seine Fairtrade-Urkunde entgegen, der für einen Teil seiner Rezepte ausschließlich auf entsprechende Produkte aus dem Weltladen zurückgreift.  (Von Per Bergmann)

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