Großkrotzenburger See

Stand-up-Paddler sind Anglern ein Dorn im Auge - Das sind die Folgen

Stand-ip-Paddler auf einem See.
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Stand-up-Paddler haben die Angler am Großkrotzenburger See erzürnt.

Die Stand-up-Paddler und Angler sind nun aneinander geraten. Letztere haben nun Maßnahmen ergriffen.

Großkrotzenburg – Stand-up-Paddeln ist eine der Freizeitaktivitäten, die in den vergangenen Jahren sehr zugenommen haben und an vielen Orten betrieben werden – ebenso auf dem „See Freigericht West“, im Volksmund besser bekannt als Großkrotzenburger See.

Dort erfreuen sich immer mehr sonnen- und wasserhungrige Strandbadbesucher beim lautlosen Fahren über die große Wasserfläche und können dabei nicht nur auf privat mitgebrachte Bretter, sondern auch auf die Boards eines kommerziellen Verleihers zugreifen (wir berichteten). Wer allerdings über den See paddeln will, darf dabei nur im genau abgegrenzten Bereich des Strandbades unterwegs sein, denn die halb auf hessischem, halb auf bayerischem Hoheitsgebiet liegende Wasserfläche des Großkrotzenburger Sees ist auf mehrere Eigentümer verteilt. Neben der Gemeinde, auf deren Anteil das Strandbad liegt, hat auf hessischem Territorium – abgesehen von zwei kleinen Parzellen – der Angelsportverein Großauheim ein fast gleichgroßes Ufer- und Wasserareal in seinem Besitz.

Strandbad ist mit einer Boje abgegrenzt

Die zum Strandbad gehörende Wasserfläche ist zum Bereich der Angler und auch zum bayerischen Seeteil hin mit einer gut sichtbaren roten Bojenkette abgegrenzt, die nicht nur für Schwimmer und Schlauchbootfahrer, sondern insbesondere auch für Stand-up-Paddler bedeutet: Halt, bis hier hin und nicht weiter. „Leider müssen wir an beinahe jedem Tag mit Badebetrieb feststellen, dass sich die Leute nicht an die deutlich sichtbaren Absperrungen halten und dann darüber hinaus bis in die Buchten und Fischereischutzzonen fahren“, sagt Mathias Projahn, Vorsitzender der Petri-Jünger.

Schilder im See: Mit Bojen machen die Angler auf ihren Bereich aufmerksam und ärgern sich immer wieder über unerlaubte „Grenzüberschreitungen“.

„Dabei sind es eigentlich fast immer diejenigen, die auf ihrem privaten Board teilweise bis an die Ufer- und Schilfzonen heranpaddeln und dann gelegentlich sogar am Ufer herumlaufen.“

In der Regel würden die Leute schon auf dem See nach einem entsprechenden Hinweis wieder abdrehen und in den Strandbad-Bereich hinter der Bojen-Kette zurückkehren. Allerdings seien auch Paddler unterwegs, die sich erst nach einer größeren Diskussion zur Umkehr bewegen ließen, was für die Angler äußerst ärgerlich ist. „Wir besitzen das Fischereirecht für den gesamten See und kümmern uns in dieser Sache nicht nur um die Tiere unter, sondern auch auf dem Wasser und am Ufer“, sagt Projahn.

Auch Naturschutz ist beeinflusst

„Das bedeutet, dass wir auch ein sorgsames Auge etwa auf die zahlreichen Nester von Teichhühnern, Haubentauchern oder den Schwänen werfen, die an unserem See zuhause sind und sich dort wohlfühlen.“ Aber auch die Laichgebiete der zahlreichen Fischarten, die vor allem in den Flachwasserbereichen des Sees ihren Nachwuchs großziehen, vertragen keine Störungen durch Paddler oder Schwimmer. „So etwas ärgert die Fische; wer schon einmal von einem großen Waller bei der Verteidigung seiner Brut ins Bein gezwickt wurde, der weiß, dass man dort nicht unterwegs sein sollte.“ Der kommerzielle Verleiher, der sein Domizil im Bereich des früheren Bootsverleihs hat, macht seine Kunden auf die vorhandene Bojen-Grenze aufmerksam; wohl deshalb überfährt nur selten ein ausgeliehenes Board die sichtbaren Markierungen.

Eine solche klare Ansage wäre wohl auch durch den Betreiber des Strandbades erwünscht, meinen die Angler. Es gibt zwar am dortigen Haupteingang ein kleines Bild der Seefläche mit weiß eingezeichneten Grenzlinien; doch ein deutlicher Hinweis an der Kasse an die Badegäste, die ein Board mitbringen oder regelmäßige Lautsprecher-Durchsagen würden mit Sicherheit für mehr Beachtung der vorhandenen Nutzungs- und Eigentumsgrenzen sorgen.

Bojen-Kette wurde instandgesetzt und verdichtet

In den vergangenen Tagen wurde die Bojen-Kette instandgesetzt und verdichtet sowie mit sehr auffälligen Hinweis-Schildern versehen, sodass die wenigen Lücken, die in der Reihe vorhanden waren, nun geschlossen sind.

Als Hinweisschild auf das Ende der erlaubten Wasserfläche wurde das Verkehrszeichen „Einfahrt verboten“ gewählt, dass eigentlich bei jedermann bekannt sein dürfte. „Von der Optik her ist die Sache jetzt klar und deutlich“, sagt der ASV-Vorsitzende. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich die erholungssuchenden Badegäste an die Regeln halten würden, damit wir alle zusammen den hoffentlich schönen, warmen Sommer am Großkrotzenburger See in Ruhe genießen können.“

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