Großkrotzenburg

Parkverbot an der Lindenstraße: Problem nur verschoben?

Vormals hatte das Parkverbot an der Lindenstraße nur einen kurzen Bereich betroffen. Er sollte sicherstellen, dass der ansässige Landwirt mit seinen großen Maschinen problemlos ein und ausfahren kann. Inzwischen beginnt das Parkverbot einige Meter weiter vorne (rechtes Foto). Archivfotos: Bergmann, Becker

Autos, die an der Lindenstraße geparkt sind, erhitzen in der Gemeinde die Gemüter. Der Grund: Sie sorgen an der vielbefahrenen Hauptstraße, die Großauheim und Kahl verbindet, während der Hauptverkehrszeit für großen Rückstau. Inzwischen wurde das Parkverbot vor Ort ausgeweitet.

Von Sebastian Zeh

Die Parksituation ist seit Jahren ein Aufregerthema. Bürger, die die Lindenstraße täglich zu den Hauptverkehrszeiten passieren, werfen den Anwohnern Egoismus vor. Sie würden für ein paar Meter gesparten Fußweg in Kauf nehmen, anderen längere Wartezeiten auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise nach Hause bescheren.

Bereits im vergangenen Juni hatte sich unsere Zeitung des Themas angenommen. Wir erfuhren, dass sich eine regelrechte Wut auf die Anwohner anschloss. So war beispielsweise der an der Lindenstraße wohnende Harald Grillwitzer wiederholt das Opfer von Vandalismus. Er berichtete von Beschädigungen an seinem Fahrzeug, bereits zweimal sei sein Außenspiegel abgefahren worden. Außerdem hätten Unbekannte Eier auf sein Auto geworfen. Umparken sei für ihn aus Mangel an anderen Parkmöglichkeiten keine Option gewesen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung hatte Bürgermeister Thorsten Bauroth uns mitgeteilt, dass er sich dafür einsetzen wolle, eine Veränderung der Parksituation zu erreichen. „Bisher war es so gedacht, dass die von den Anwohnern dort abgestellten Fahrzeuge zu einer Verkehrsverlangsamung und damit auch -beruhigung führen“, hatte er mitgeteilt.

Diesen Vorteil sah er nicht. Der regelmäßige Stop-and-Go-Verkehr, der sich dort ergebe, sei ebenfalls eine Lärmbelästigung. Und eine tatsächliche Beruhigung sei gerade nachts nicht gegeben. „Da es in dieser Zeit aber kaum Gegenverkehr gibt, verhindern die abgestellten PKW nicht, dass Raser mit Geschwindigkeiten weit über 50 durch die Hauptstraße fahren.“

Vor einigen Wochen ist die Parksituation geändert worden. So wurde das bereits bestehende Parkverbot wenige Meter in Richtung der Kreuzung zur Bahnhofstraße ausgeweitet. „Das Anliegen wurde von Bürgern sowie von der Gemeinde an die zuständige Verkehrsbehörde des Main-Kinzig-Kreises herangetragen“, teilte Kreis-Pressesprecher John Mewes auf Anfrage mit.

Laut Bauroth ist vor allem die Beschwerde eines Anwohners wirksam gewesen: „Er hatte sich darüber beklagt, dass er aufgrund der parkenden Pkw und des sich ergebenden Rückstaus häufig nur schlecht aus seiner Ausfahrt herauskommt.“

In Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt hatte die Straßenverkehrsbehörde entschieden, das Parkverbot an der Lindenstraße auszuweiten. Aber: „Es handelt sich hier um eine Testphase bis zum Jahresende. Dann werden mit allen Beteiligten die Situation und Auswirkungen bewertet und das weitere Vorgehen beschlossen“, so Mewes weiter.

Aus Sicht des Bürgermeisters ist die Lösung nur wenig profitabel: „Die Anwohner parken jetzt einfach ein paar Meter weiter hinten. Außerdem ergibt sich so aktuell gerade an der Luisenstraße immer mal wieder stockender Verkehr. Ob mit der neuen Regelung viel gewonnen ist, sei mal dahingestellt.“ Die Gemüter der zornigen Bürger wird die neue Regelung somit vermutlich nicht beruhigen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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